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The Vision Bleak: Carpathia

Dramatisch und verführend
Wertung: 8.5/10
Genre: Horror Metal
Spielzeit: 41:52
Release: 29.08.2005
Label: Prophecy Productions

„Can you say Kutulu?“ - wenn ja, dann ist The Vision Bleak genau das Richtige für dich. Wenn nicht, auch nicht schlimm, dann lernst du es eben! Aber vorher noch bitte den ehrenwerten H.P. Lovecraft würdigen und seine Werke lesen. Vielen Dank. Nach dieser Maßnahme kann man sich ganz und gar auf eine Reise in das Unbekannte, nämlich nach Carpathia, einlassen. Eine Reise, so wird von den Musikern auch die Platte verstanden. Ein Konzept liegt diesem Schauerwerk zugrunde: Ein Mann erbt Immobilien im unbekannten Carpathia und die Platte erzählt seine Reise bis dorthin und seine Erfahrungen. Unter diesem Gesichtspunkt wirkt die Platte noch homogener.

Dem mit dem ersten Album angesteuerten Musikstil, der sich Gothic Metal meets Death Metal meets Atmosphäre meets Clean Vocals meets Horror grob umreißen ließe, bleiben die Herren Musiker treu. Schwadorf und Konstanz erschaffen mit dem knapp 40minütigen „Carpathia“ Bilder. Bilder, die sich einprägen. Bilder, die lebendig werden. Eine Platte, die man definitiv livehaftig oder laut an der heimischen Anlage genießen muss, um die Gänsehaut auch wirklich in vollen Zügen zu spüren.

Begonnen wird mit einem verwirrenden, dramatischen Intro bis es mehr oder weniger nahtlos in den ersten Song übergeht, der unbeirrt nach vorne peitscht. Die nicht metallischen Sounds sind wunderbar arrangiert, eingebaut und abgemischt. Erstes Highlight des Albums ist der Titelsong, der durch seine dreckig-lachende Art des Gesanges im Refrain und die Frauenchöre am Ende besticht. Direkt darauf folgend spielen die Empyrium-Wurzeln Schwadorfs eine Rolle, denn „Dreams In The Witch-House“ beginnt mit einem schaurig-schönen Intro in Neoklassik-Manier. Doch in fast allen Songs lassen sich solch kleine Melodien auf akustischer Basis ausmachen, die das Ganze filigran, aber doch majestätisch wirken lassen. Bei Lied Nummer 7 kommen wir auf besagtes „Can you say Kutulu?“ zurück. Dies wird hier gefordert und bei Liveauftritten gibt es eigenen Erfahrungen nach genug Leute, die große Freude daran haben, ihre Sprechorgane der Probe zu stellen, die sagenumwobenen Worte zu brüllen. Der achte, letzte aber auch längste Song beginnt mit apokalyptischen Akustik-Gitarrenklängen, die dann durch eine E-Gitarre ersetzt werden. Das Schlagzeug akzentuiert nur bis zu dem gewissen Punkt, ja dem Punkt, an dem der Song richtig losgeht. Und das ist ungewöhnlich. Mit Stakkato-Riffs könnte der nun folgende und noch gesangslose Teil 1:1 aus einem Metalcore-Lied stammen. Aber The Vision Bleak wissen nur zu gut, wie sie solche scheinbar szenefremden Einflüsse in ihrer Musik unterbringen. Und zwar gekonnt mit den bekannten Trademarks. In diesem Abschlusslied kommt auch unerwartet extremer Gesang zum Einsatz, zum Glück nur teilweise.

Dass The Vision Bleak alle möglichen Fraktionen der schwarzen Szene ansprechen, ist nicht nur Theorie. Bei mittlerweile zwei Konzerten konnte ich die verschiedensten Arten an Metallern (sowohl True-Black Metaller, als auch Heulsusen-Gothic Metaller), Gothics (ja, auch ein paar EBM'ler scheinen sich die Halle des K17 verirrt zu haben) und Atmosphäre-Liebhabern (Neofolker und Prophecy-Fetischisten) beäugen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es der Mehrheit gefallen hat, gemessen an geschwungenen Mähnen, interessierten Gesichtern und lautstarkem Gejubel.

Prophecy hat mal wieder keine Mühen gescheut und das Album neben der Jewel Case-Version auch noch in einer Luxus-Edition, welches im Doppel-Digipack daherkommt, releast.

Schlussendlich bleibt mir nur noch zu sagen: Bevor ihr „The Deathship Has A New Captain“ kauft, fügt ersteinmal „Carpathia“ eurer Sammlung hinzu. Eingängiger, bombastischer, besser.

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