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The Vintage Caravan: Arrival

Isländischer Sondersound
Wertung: 9/10
Genre: Rock
Spielzeit: 54:41
Release: 15.05.2015
Label: Nuclear Blast Records

The Vintage Caravan beeindrucken mit ihrer zweiten Langrille auf ganzer Linie und schrauben die Erwartungen für das nächste Studiowerk auf ein hohes Niveau. Man darf gespannt sein, ob das gebotene Level gehalten oder sogar überschritten werden kann.“ Soweit die Worte des Kollegen Thomas Seitz in seinem Review zu „Voyage“. Mit derartigen Vorschusslorbeeren behaftet, hat es das neue Werk der Isländer natürlich nicht gerade leicht. Das ist aber auch kein Problem – spricht die musikalische Qualität auf „Arrival“ doch voll und ganz für sich, so dass sich die abschließende Frage im Grunde erübrigt.

Der größtenteils in den 70ern verwurzelte Vintage-Sound bleibt auch auf der neuesten Platte des isländischen Rocktrios bestehen. Abwechslungsreichen Kompositionen steht das allerdings nicht im Weg. Ob relaxt, bluesig, balladesk, psychedelisch oder heavy – „Arrival“ bietet das gesamte Spektrum. Langweilig wird es dabei nie, denn allen Einflüssen zum Trotz verleihen The Vintage Caravan ihren Songs immer eine eigene Note.

Das beginnt schon auf dem vor allem perkussiv interessanten Opener „Last Day Of Light“, dem ein abwechslungsreiches Riffing einen ganz eigenen Drive verleiht. Das wesentlich flottere „Babylon“ und das von typischem Heavy-Metal-Riffing geprägte „Eclipsed“ knüpfen da direkt an und machen das etwas schwächere „Monolith“, bei dem man das Gefühl hat, dass der Song selbst nicht so wirklich weiß, wo er eigentlich hin will, vergessen.

Nach „Shaken Beliefs“, einem weiteren Highlight der Platte, kann das hohe Niveau auch auf der zweiten Hälfte des Albums gehalten werden. Mit „Innerverse“ gibt es dann sogar eine Ballade. Vor allem Sänger Óskar Logi macht hier eine gute Figur und fängt die auch musikalisch transportierte Stimmung in seiner Gesangsperformance perfekt ein. Gekrönt wird das Ganze im zweiten Teil der Nummer dann mit einem furiosen Solopart.

Das darauffolgende „Carousel“ ist eine solide Nummer, reißt aber nicht so ganz mit, dafür präsentiert das Trio zum Ende hin noch einen furiosen Abschluss: „Winter Queen“ ist mit fast neun Minuten definitiv der längste Song des Albums. Dementsprechend viel passiert dann auch. So wechseln Dynamik, Tempo und Stimmung konstant, bis die Nummer schlussendlich in einer ausufernden Solopassage endet, die die Isländer gegen Ende hin geschickt ausklingen lassen.

Viele verschiedene Elemente, eine oft interessante Rhythmik und die schwer einzuordnende Stimme des Frontmannes – bei The Vintage Caravan weiß man trotz aller 70er-Anleihen irgendwie nie so ganz, wo man jetzt eigentlich dran ist. Und genau da liegt der Charme. Wie eingangs erwähnt, hört man viele Einflüsse schon noch heraus, das Endprodukt ist aber definitiv eigenständig. Insgesamt ist der dritte Longplayer des isländischen Trios also ein mehr als interessantes Werk geworden, das neben coolem Riffing, charakteristischem Gesang und interessanter Rhythmik vor allem durch seinen besonderen Charme aus der Masse heraussticht und auch so schnell keine Abnutzungserscheinungen zeigt.

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