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The Very End: Mercy & Misery

Da bleibt nur noch eines zu sagen: Kaufen!
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Death Metal, Thrash Metal, Groove Metal
Spielzeit: 44:43
Release: 14.01.2011
Label: Steamhammer/SPV

Oktober 2008: Die Bundesagentur für musikalischen Hochgenuss vermeldet ein mittelschweres Beben bei 8,5 von 10 Punkten auf der CD-Skala, denn die Essener The Very End haben mit „Vs. Life“ ihr Debut via Dockyard 1 auf die Metallergemeinschaft losgelassen. Orgasmische „Flatline“-Nachbeben und „Stabwounds“-Lauschangriffe sorgten für einen nicht für möglich gehaltenen lokalen Tritt in die Nüsse – The Very End auf der Überholspur.

Januar 2011: Knapp zweieinhalb Jahre hatten die SzenekennerInnen Zeit, sich von den deftigen Erschütterungen des Debuts zu erholen, da steht schon der zweite Kracher unter der „Mercy & Misery“-Flagge an. Doch so etwas wie Gnade scheinen die Essener nicht im Repertoire zu haben, denn die zu Beginn noch vage an einem Bastard aus Metallica und Suicidal Tendencies erinnernde Einführung „Memento“ ergießt sich in eine fette Gitarrenwand, die erst noch zaghaft, aber danach umso heftiger die Ohrmuscheln erbeben lässt, bis auch die Magenwände erregt im Takt zittern. Geschickt wird das Tempo variiert, mal gegroovt wie Hölle, bevor kurz danach die Doublebass den letzten Rest weichgespülten Hirns aus der Oberschale befördert. Und als wenn die Instrumentalfraktion nicht schon genügend Brutalität entfaltet hätte, so toppt Frontmann Björn bei „Ball And Chain“ mit einem melodischen, aber auch immer wieder richtig angepissten Gesang alles und jeden und düpiert so die weltweite Modern-Thrash-Gesangsszene zu armen Würstchen.

Ein dickes Lob sollte da glatt an Produzent Waldemar Sorychta ausgeschüttet werden, denn der Sound fetzt heftig aus den Boxen, alles wirkt wie aus einem Guss. Da hat es sich doch für The Very End mehr als gelohnt, der alten Plattenfirma wegen schlechter Arbeit den Rücken zuzudrehen und tief in die Taschen zu greifen, um mit oben genannten Waldemar in Eigenregie „Mercy & Misery“ einzuspielen. Und so verwundert es kaum, dass die Jungs von Steamhammer/SPV gleich bei den ersten Songs einen Ständer bekamen und nichts mehr anderes als zuschlagen konnten – vertraglich versteht sich.

Das The Very End nicht nur derbe auf die Fresse verteilen, sondern auch andalusische oder zumindest latein-amerikanische Lockerheit in den Gitarrenfingern haben, beweisen sie einmal kurzerhand mit „Rat Nation“, doch zuerst wird straight nach vorn geballert ohne jemals die Kontrolle zu verlieren.

Anno 2011 zeigen The Very End mehr denn je in ihrer noch jungen Karriere auf, dass sie gerade das wertvolle Wechselspiel zwischen voranpreschender Härte und genialen Melodien verstehen. So haben die bisher aufgezeigten Songs wie aber auch „A Hole In The Sun“ – welches übrigens auch in einer fantastischen Videoumsetzung richtig gut zur Geltung kommt und im Netz steht – und vor allem „The Leper“ richtige ohrwurmartige Refrains, die sich sofort beim ersten Durchlauf hartnäckig im Ohrenschmalz einnisten und von dort kaum mehr wegzudenken sind.

Mit „Immigrant Song“ wagen sich The Vey End auch an ein Lied von Led Zeppelin, und endlich schafft es mal wieder eine Band fernab von diversen Remixes einem Klassiker auch den eigenen Stempel aufzudrücken. Dass Björn auch diesen Song meisterlich mit seiner annähernd perfekten Gesangstechnik umsetzen kann, scheint da schon fast selbstverständlich.

Auf dem Digipak ist dann mit „Maniac“ eine weitere Coverversion vertreten. Im Original war der Song für Metallerohren kaum genießbar, doch in der nun aufgepeppten The Very End-Version kommt richtig Schwung in den Laden – auch wenn „Maniac“ gegenüber „Immigrant Song“ ein wenig abkackt.

Unfassbar – direkt aus der Hauptstadt des Teutonen-Thrashs, der Geburtsstätte von Kreator und Darkness (heute Eure Erben), kommen The Very End daher und liefern mit „Mercy & Misery“ ein fantastisches und modernes Thrash-Feuerwerk ab, wobei sie den fetten Groove in massiver Form für sich entdeckt haben. Das Quintett rund um „ohne Schwächen“-Frontmann Björn – vielen vielleicht auch von seiner Band Night in Gales her bekannt - liefert einen Treffer nach dem anderen ab und dürfte durch den neuen Kontrakt mit Steamhammer/SPV überhaupt keine Schwierigkeiten zu haben und gleich durchstarten. „Mercy & Misery“ gehört ganz sicher zu den kreativsten und wichtigsten Alben 2011 aus dem sonst so häufig puristischen Deutschland – The Very End verweisen mit Sicherheit die internationalen Mitbewerber in die Schranken. Da bleibt nur noch eines zu sagen: Kaufen!

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