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The Vagrants: Be True

Biedermeier-Hardrock von Down Under
Wertung: 5/10
Genre: Hardrock
Spielzeit: 44:20
Release: 07.09.2009
Label: STF Records

Ist von australischen Rockbands die Rede, deren Sound die weite Reise über die halbe Welt bis an hiesige Ohren geschafft hat, so fallen einem als erstes AC/DC, dann eventuell Wolfmother, The Butterfly Effect und vielleicht noch Jet ein. The Vagrants kommen ebenfalls vom fünften Kontinent und würden sich gerne in diese Riege einreihen. Mit "Be True" verspricht der Fünfer "Rock-Musik vom Feinsten" – mal sehen, wie lange sich diese Behauptung halten kann.

Ein typischer Schlagzeugbeat eröffnet "We're Gonna Go", ehe Frontfrau Renate Ludwig ihre Stimme erklingen lässt und wenig später der Rest der Band riffend und brummend einsetzt. Eigentlich ein guter Einstieg, der ordentlich Spaß machen könnte – aber irgendwie zündet der berühmte Funke nicht so richtig. "Make You Happy" krankt an demselben, obskuren Problem; der ziemlich unmotivierte Backgroundgesang macht mir aber endlich klar woran das liegt: The Vagrants klingen – zumindest bis hierhin – einfach viel zu brav. Alles ist ganz toll im Takt und sauber gespielt, aber es fehlt schlicht und einfach der Groove. Bass und Schlagzeug spielen gut zusammen, können aber keinen Druck entwickeln, der die Gitarrenfraktion daran hindern würde, mit ihren Hardrock-Riffs irgendwo im Hintergrund herumzudrucksen. Renate Ludwig klingt dazu mehr nach Popsternchen denn nach Rockröhre, was die "Lalala"-Gesänge in "Make You Happy" äußerst ironisch wirken lässt.

"Why Me" ist zwar derbst von AC/DC "inspiriert", hat aber wenigstens so etwas wie Drive und Spannung zu bieten. Der Gesang kann, verstärkt durch jaulende Leadgitarren auch endlich mehr überzeugen. Völlig unvermittelt ist dann aber Schluss – das hätte man noch wesentlich besser machen können. Fazit des dritten Songs: Besser als die ersten beiden, aber immer noch nicht gut. Vielleicht wird das ja noch.

Der Titeltrack "Be True" hat sie dann endlich: die Spannung, die sich aufbaut und im Refrain ihren Höhepunkt erreicht. Ich bin bei weitem kein Fan von sturen 08/15-Songstrukturen aber der hymnische Chorus gehört hier einfach irgendwie dazu. Ganz ordentlich gerät auch der leicht anrüchig gesungene Titel "Dirty Little Secrets" – wie gesagt, nur leicht anrüchig, denn die harte Rockband nimmt man The Vagrants immer noch zu keiner Zeit wirklich ab. Richtig mies gerät dagegen der Schluss des Songs, an dem ein männlicher Sänger mit Lauten zwischen Singen und Sprechen grandios scheitert. "Higher Road" entschädigt dafür mit Poser-Gitarrensoli und einem weiteren gelungenen Refrain zumindest teilweise. Der richtige Kracher ist der Track aber auch nicht und ich frage mich langsam, ob der wohl überhaupt noch kommt.

Er kommt nicht. Am Ende hat man einige gute, dafür aber auch nicht sonderlich innovative, Ideen und einiges an Längen und Ausrutschern gehört. Unterm Strich bleibt "Be True" eines dieser Alben, das zwar nicht unhörbar schlecht ist, aber so sehr Mittelmaß, dass es die meisten potentiellen Hörer nicht interessieren wird. Was man hier zu hören bekommt, haben unzählige Bands schon genauso oder – viel wichtiger – besser abgeliefert. "Rock-Musik vom Feinsten" klingt jedenfalls anders.

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