Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Used: Heartwork

The Used: Heartwork
Wertung: 7/10
Genre: Post-Hardcore, Hardcore, Emo
Spielzeit: 46:29
Release: 24.04.2020
Label: Hassle Records

Mit The Used meldet sich eine Post-Hardcore-Band zurück, die nun wirklich keine Unbekannten mehr sind. Mittlerweile können die vier Herren aus Utah auf knapp 20 Jahre Bandgeschichte zurückschauen, welcher sie nun ihr neuntes Studioalbum hinzufügen. Der Frischling „Heartwork“ überrascht dabei nicht nur mit einer recht kurzen Ankündigungszeit, sondern vor allem mit einer üppigen Bestückung, denn immerhin sind hier sechzehn Songs vertreten.

Ein sportliches Unterfangen, bei welchem mit „Paradise Lost, A Poem By John Milton“ ein ungemein knalliger Einstieg gewährt wird. Durchzogen mit diversen Breaks und angereichert mit einer fetten Hookline, kann das vertonte Gedicht von John Milton gleich dermaßen begeistern, dass man schon straff dazu geneigt ist, das gesamte Album gleich mal gen Himmel heben zu wollen. Wer hier noch vorsichtig damit warten will, wird dies Sekunden später definitiv tun, denn mit „Blow Me“ steht sofort der nächste Kracher bereit. Mit schmetternden Gitarren hauen die Amis schon den nächsten Track noisig in die Lauschapparate und schrauben zugleich das Energielevel auf höchste Stufe. Ein paar giftige Ausbrüche in feinster Hardcore-Manier runden den Song schließlich endgültig ab und dürften ihn bei einigen Fans wohl gleich noch in die Dauerschleife katapultieren.

Was hiernach folgt, ist allerdings das absolute Kontrastprogramm: Zwar hält das ruhig vor sich hin stampfende, etwas schlammig klingende „Big, Wanna Be“ noch gut das Niveau, dann versacken The Used in einen poppig angehauchten Sumpf, der eine gewisse Gewöhnlichkeit mit sich bringt. Wobei auf „Wow, I Hate This Song“ Teenie-Girls wohl absolut abfahren dürften – hier etwas Emo, dort ein paar knallige Gitarren und dies alles mit einer eingängigen Melodik verknüpft; eben das, was man bei jedem Festival schmerzlos erträgt und doch gleich wieder vergisst.

Ähnlich ergeht es im Mittelteil mit „Cathedral Bell“ oder „Clean Cut Heals“, bei denen The Used stärker auf Synthies zugreifen und die etwas seichtere Schiene beibehalten. Sicher ist dies absolut Geschmackssache und der mittlere Block wird sicher einiges an Fans finden, letztlich zerreißt es allerdings das Album etwas. Zumal zwischendrin auch noch das recht experimentell angehauchte „1984 (Infinite Jest)“ auftaucht, bei dem man sich auch beim dritten Anhören nicht sicher ist, ob man es mag oder eben nicht. Aber immerhin trauen sich die Amis, hier etwas spezielle Sequenzen einzubauen und diesen Mut sollte man definitiv anerkennen.

Beim letzten Viertel wird hingegen wieder etwas Fahrt aufgenommen, „The Lottery“ und „Darkness Bleeds, FOTF“ lassen den vorher vermissten Punch wieder zurückkehren und können den Silberling nochmals kräftig aufmischen. Letztlich stellt man sich allerdings doch die Frage, ob irgendjemand „Heartwork“ komplett abfeiern wird. Sicher ist das Album insgesamt gelungen, jedoch liegen die Titel stilistisch stellenweise so arg auseinander, dass man auch gut zwei Scheiben daraus machen könnte. Da stehen explosiv knallende Riffs gegen leichte Synthielinien, einschmeichelnder Klargesang trifft auf harte Shouts und Hardcore wechselt sich mit Emo ab. So kann man zwar ordentlich Punkte für die Abwechslung einfahren, aber trotzdem ist „Heartwork“ als Gesamtes schwer zu verdauen.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna