Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Tourist: One

Ein Ausflug lohnt sich
Wertung: 8/10
Genre: Post-Hardcore, Alternative Rock, Indie Rock
Spielzeit: 47:22
Release: 19.10.2018
Label: Midsummer Records

„One“ ist nicht etwa das erste Album der in Köln und Berlin beheimateten Band The Tourist, sondern bereits Scheiblette Nummer drei; ebenso wie bei der Titelgebung führt das Trüppchen den Hörer auch gerne mal musikalisch an der Nase herum, finden sich auf „One“ doch Anleihen an Post-Hardcore sowie Post-Rock, Indie, Alternative, ein bisschen Emo – eine bunte Mischung also, die insgesamt recht deftig und streckenweise düster verpackt wurde.

Schon der Opener „Advent“ gestaltet sich zu Beginn eher ruhig und fast schon besinnlich, hat aber schon in den ersten Sekunden einen unheilschwangeren Unterton, der durch die Klaviertöne nur noch untermauert wird und sich bald ins Bedrohliche steigert, bevor die Gitarren über den Hörer hereinbrechen wie eine Lawine. Ein wahnsinnig starker Einstieg, den die Touristen erst mal überbieten müssen.

Tatsächlich geht es mit „Paradise“ ähnlich stark weiter, schon „Kingdom“ gerät dann aber eine ganze Spur zu träge, fast kitschig, so dass der Hörer sich nach dem ersten Durchlauf schon nicht mehr zu diesem Track verirrt. „Pour Out“ überzeugt dann dafür wieder mit einem wahnsinnig monotonen, aber umso cooleren Refrain, der abgelöst wird von deutlich leiseren, im Vergleich fast schüchtern wirkenden Strophen. Dass The Tourist ein bisschen auf Achterbahn fahren stehen, wird bei dieser Platte schnell klar: Schon das folgende „Machine“ schlängelt sich erst noch recht zutraulich durch die Boxen, knallt dann aber im Chorus richtig schön auf die Ohren, der Gesang erinnert hier frappant an die Crossover-Kollegen von Sturch, eigentlich könnte man auch hier gleich wieder einen Anspieltipp vermerken.

Einen weiteren absoluten Knaller haben The Tourist dann mit „Children“ im Gepäck, das gesanglich sehr ruhig, aber mit drängenden Drums startet, bereits nach anderthalb Minuten aber deutlich zorniger daherprescht, weiterhin getragen vom facettenreichen und treibenden Schlagzeug. Überhaupt: das Schlagzeug! Gerade in Tracks wie dem beinah gruselig anmutenden „Absorb You“ („You‘ll feel better once I absorb you“) geraten die Drums zur Kampfansage, in der zweiten Hälfte sägen dann tief gestimmte Gitarren durch die Gehörgänge und bilden gemeinsam mit dem Schlagzeug einen dichten Soundwall, durch den nur wie zufällig der Gesang hindurchzudringen vermag.

The Tourist haben mit „One“ eine starke Scheibe auf die Beine gestellt, die schändlich lange auf meiner Festplatte lagern musste, bevor sie zu ihrem Recht kommen durfte. Ein besonderes Augen- und Ohrenmerk sollte man hier tatsächlich auf das Drumming legen; immer wieder werden spannende Fills eingebaut und ein dicker Teppich unter den Gesang gelegt, der dem Album größtenteils eine warme und dichte Atmosphäre gibt. Alternative-Fans, die – so wie ich – diese Band vorher vernachlässigt hatten, sollten sich schämen und dringend den Konsum nachholen.

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging