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The Texas Flood: Young Dogs Old Tricks

Nicht schlecht, aber auch nicht gut
Wertung: 6,5/10
Genre: Rock / Hard Rock
Spielzeit: 42:26
Release: 12.12.2014
Label: Off Yer Rocka / Cargo Records

Da die Band brandneu ist, darf man hier schon mal kurz die Biografie abreißen. The Texas Flood haben im Vereinigten Königreich einen Newcomer-Wettbewerb gewonnen und werden dort nun als die große Neuerscheinung im Rocksektor gepriesen. Eben durch diesen Wettbewerb hat das Trio auch gleich einen Plattenvertrag mit einer namhaften Plattenfirma erhalten. Nun bringt die Band ihr erstes Album heraus und zumindest von der Plattenfirma wird die Scheibe gefeiert als wäre das Rad neu erfunden worden.

Das lässt sich ja leicht überprüfen. Landet die Scheibe auf dem Plattenteller, dann grooven die drei Engländer tatsächlich erst mal richtig los. Vor allem die ersten vier Songs gehen ziemlich schnell ins Blut. Was sich erst im Verlauf abzeichnet, ist der Wahnsinn des Bassisten. Was ist das denn für eine coole Socke? Ben Govier, so heißt der gute Mann, zockt sich konsequent die Finger wund und stellt alle anderen an der Band beteiligten Musiker mal locker in den Schatten. Leider hört ja meist keiner auf den Bassisten, aber der Typ hat es echt drauf. Ben Govier ist ein echter Zauberer am Tieftöner und es macht ganz schön Spaß dem wilden Spiel des jungen Mannes zu lauschen. Über weite Strecken gibt er der Musik des Trios den wichtigen Klecks extra Farbe.

Verstecken müssen sich seine beiden Mitstreiter aber auch nicht. Klampfer und Hauptsänger Tom Bradford ist ziemlich gut bei Stimme und auch an der Gitarre kann der Mann überzeugen. Vor allem schafft er es, sich mit dem Gitarrenspiel auf die wichtigen Elemente zu reduzieren (Was im Endeffekt wieder dem Basser mehr Freiraum einräumt). Schlagzeuger Tom Williams liefert ebenfalls ein sehr solides Werk ab, aber er könnte deutlich mehr Gas geben. Wenn er sich auch nur ein bisschen an das Bassspiel annähern würde, dann würde sich die Band schon deutlich mehr Profil verpassen.

Daran hapert es nämlich trotz all dem Können, dass die drei Protagonisten an den Tag legen. Über große Strecken ist die Musik zwar gut und eingängig, könnte aber von fast jeder etwas besseren Rockband dieses schönen Planeten stammen. Der Abstieg zur Kaufhausmusik wäre zwar noch weit, aber radiotauglich im negativen Sinne ist die Musik durchaus. Hier ist vieles einfach austauschbar und es würde nicht auffallen, wenn eine andere Band dahinter stecken würde. The Texas Flood müssen ihr Profil vertiefen. Unbedingt. Da helfen auch einzelne Top-Ideen nicht aus der Patsche. Der einzige Song, bei dem The Texas Flood ihr Potential voll ausschöpfen ist ausgerechnet der letzte auf der Platte. „Bullet Proof“ ist eine Meganummer mit sehr viel Potential und der Song macht einfach richtig Spaß. Da sollte der Weg der Band hingehen.

In der Zusammenfassung muss man zu dem Schluss kommen, dass The Texas Flood hier kein schlechtes Album abgeliefert haben. Aber auch kein gutes. Realistisch betrachtet dümpelt man irgendwo im Sumpf der ganzen mittelmäßigen Bands herum. Das kann sich ändern, weil die Gruppe das nötige Potential hat und das muss sich ändern, weil sonst die Zukunft der jetzt hoch gepushten Truppe eher grau aussehen wird.

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