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The Temple: Forevermourn

Rau, schleppend und klagend, einfach Doom!
Wertung: 7,5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 54:14
Release: 18.03.2016
Label: I Hate Records

Der Doom-Metal kommt dieses Mal aus Griechenland, gespielt von The Temple aus Thessaloníki. Nach dem sie vor einem Jahr ihre EP „As It Once Was“ veröffentlicht haben, auf der sie mit einem schon vor längerer Zeit produzierten Coversong von Warning klar ihre Richtung positioniert haben, kommt es nun endlich zum Debüt „Forervermourn“.

Das Album legt mit „The Blessed“ los, ein Song der den Doom perfekt initiiert. Es geht direkt mit den tiefsten Akkorden los, die die tiefer gestimmten Gitarren hergeben, und der Bass wummert ordentlich. In schleppendem Tempo donnert das Stück vor sich hin, begleitet von zweistimmigen Solo-Gitarren und klarem, klagendem Gesang. Der unüberhörbare Einfluss aus Schweden weist direkt auf Isole zu Zeiten von fast gleichnamigem „Forevermore“. Die schweren Riffs und das raue, hallende Drumming sorgen direkt für das richtige Feeling  und düstere Stimmung. Das dritte Stück, „Remnants“ ist mit zweistimmigen, stampfenden Melodien geschmückt, wie sie Amon Amarth wohl zu Zeiten von „Sorrow Throughout The Nine Worlds“ gespielt haben.

In „Death The Only Mourner“ gibt es nach reichlich donnernden tiefen Akkorden einen tieftraurigen zweistimmigen Clean-Part, der nach einer knappen Minute wieder von Riffs zerfetzt wird, wie sie kaum härter und dunkler sein könnten. Hier wird auch das Tempo nochmal ordentlich runtergeschraubt. Ein Mann namens Thanasis Pratsidis hat das mystisch wirkende Artwork gezeichnet und es damit auf den Punkt gebracht. Man könnte Doom Metal kaum treffender illustrieren als mit vermummten dunklen Gestalten und einer Art Sonnenfinsternis im Hintergrund.

Das Album hat einen rohen Klang, etwa vergleichbar mit oben genanntem Isole-Beispiel, wodurch die Musik von The Temple um so kälter und verbitterter wirkt. Gelegentlich steht die Solo-Gitarre etwas zu sehr im Vordergrund, dennoch ist das Album in sich stimmig und sorgt für ordentlich Atmosphäre.

In der zweiten Hälfte der Scheibe wenden sich The Temple mit „Mirror Of Souls“ den Konsorten aus Schweden wieder etwas ab und legen eine Mischung aus tief gespielten klassischen Riffs und Melodien hin. Besonders der Gesang von Sänger Father Alex sticht hier sehr kreativ hervor und reißt den Hörer trotz der wieder etwas angezogenen Geschwindigkeit in die Untiefen der bedrückenden Atmosphäre. Eine weitere „Oldschool-Amon-Amarth“-Melodie findet auch hier ihren Platz und beendet das Stück stilvoll.

Der Rausschmeißer der Scheibe nimmt sich nochmal richtig Zeit und ist mit zwölfeinhalb Minuten der mit Abstand längste Track auf „Forevermourn“. Hier kommt man im Mittelteil nun auch in den Genuss von einem mehrminütigen Instrumental-Teil, bevor es dann mit dramatischen Riffs und monotonem Gesang zum Ende kommt.

Die Griechen haben hiermit ein raues und melodisches Doom-Album ohne große Spielereien geschmiedet, die Stimmung passt und die Atmosphäre ist konstant dunkel. Wirkt zwar zu Anfang ein wenig abgekupfert, aber man kann es auch als gelungene griechische Antwort auf alte Isole-Veröffentlichungen ansehen.

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