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The Tea Party: Seven Circles

Ehrlich, versöhnlich, tröstend und hochachtungsvoll
Wertung: 7/10
Genre: Powerrock
Spielzeit: 45:11
Release: 30.09.2005
Label: InsideOut Music GmbH

Die Zeichen konnten ungünstiger nicht stehen: Mitten im aktuellen (frühen) Schaffensprozess des nunmehr siebten Studioalbums “Seven Circles“ verstarb der langjährige Freund und Manager der Band, Steve Hoffmans, an seinem schweren und unheilbaren Krebsleiden. Ein harter und emotionale tiefsitzender Rückschlag für das kanadische Powerrock-Trio um Sänger und Songwriter Jeff Martin, der sich auch musikalisch niederschlagen sollte...

Im Klartext bedeutet dies, dass The Tea Party ihren seit dem Jahre 1995 eingeschlagenen Rocksound mit filigranen Düstermomenten wieder komplett über Bord warfen. Statt dessen orientierte man sich nach dem tragischen Todesfall wieder vermehrt auf die eigentlichen Ursprungswurzeln, die da lauten: Besinnlicher Purismus im klassischen Rock ´n´ Roll Gewand. Eben genau so wie zu ihrer Anfangstagen, seinerzeit im Jahre 1991. Ein Großteil dieser Rückbesinnung hin zu den alten Tagen ist aber auch der renommierten Schützenhilfe von Bob Rock (Metallica) und Gavin Brown (Billy Talent) zu verdanken, die hier auf dem vorliegenden “Seven Circles“ - Album als emsiges Produzentenduo fungieren.

Zusammen schaffte man es (sozusagen als kollektive Trauerverarbeitung) die sogenannte „Harmonie der Sphären“ (wofür der astronomische Begriff der deklarierten „Sieben Kreise“ steht), für sich zu erschaffen und als neue Klangform zu konservieren. Hierbei ging man aber so einfach und simpel wie nur möglich zu Werke, um keine ureigenen Stimmungen und Emotionen zu zerstören.

Entsprechend locker und natürlich wirkt im Gesamtbild betrachtet auch der neue Output der Manen aus Windsor, Ontario: Schon der Eröffungstrack “Writing´s on the Wall“ besticht durch sein erdiges Gitarrenspiel und die fast schon „gebändigt“ wirkende Rockröhren-Stimme von Jeff Martin. Hingegen wirkt darauffolgender “Stargazer“ wie ein flehender Schrei nach Verständnis bezüglich dem eigentlichen Sinn im Lebens und was mit uns nach jenem unausweichlichem Tode passiert. Entsprechend britisch und sehnsuchtsvoll-schwärmerisch klingt sodann auch diese Rockrevue. Noch deutlicher sind die Sinnfragen an das „Leben und Sterben“ in dem balladesken Gesangsduett “Whising you should stay“ – mit der bezaubernden (Country-like klingenden) Holly McNarland – zu vernehmen: Definitiv DAS Prunkstück dieses Albums, mit seinen anschmiegsamen Gitarrenrock Klängen und einer Grundstimmung voller Reinheit und sicherer Selbstfindung.

Der persönlichste Song auf “Seven Circles“ stellt allerdings laut Aussage von Jeff Martin der Titel “Oceans“ dar. Denn hier gibt Jeff zu verstehen, dass er nur zwei Möglichkeiten für sich sah, mit der tragischen Todesnachricht seines alten Weggefährten umzugehen: Entweder sich bis zum unwiderruflichen Nervenzusammenbruch in Alkoholexzesse zu flüchten - oder aber - die ganzen geballten Gefühle und Emotionen in kompensierter Form auf Papier zu bringen. Heraus kam hierbei “Oceans“, das besonders durch seine wärmende und ehrliche Art besticht. Man vollzieht zwar bewusst Trauerarbeit auf “Oceans“, aber man tut dies mit Würde und Aufrichtigkeit (entsprechend kernig und organisch wirkt hier gerade der an die Nieren gehende Refrain).

Nachfolgender Titel “Luxuria“ lässt hingegen einen gekonnt orientalischen Flair erklingen um dann im anschließenden “Overload“ mal ordentlich die Bassgitarre röhren zu lassen (eine kompositorische Ähnlichkeit zum alten Led Zeppelin Klassiker “Black Dog“ ist hierbei durchaus beabsichtigt!). Der abschließende Titeltrack “Seven Circles“ beginnt ungewohnt akustisch und filigran, nur um dann in ein (voluminöses) finales Abschiedsspektakel zu gipfeln. Welches nochmals das ganze Können des kanadischen „Powerrock-Flaggschiffes“ aufzeigt.

Und vor allem: Jener Abschied wirkt hier weder endgültig, noch schmerzhaft! Er klingt genauer gesagt ehrlich, versöhnlich, tröstend und hochachtungsvoll...Somit stellt “Seven Circles“ eine musikalische Rückbesinnung der durchweg gelungenen und starken Bastion des besinnlichen Powerrock-Genres dar. Ein Klangwerk, das aber defakto nicht nur für „ruhige und besinnliche Stunden“ sein Publikum finden wird. Gratulation!

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