Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Sword: Warp Riders

Da hat sich einiges im Hause The Sword getan, lediglich die Qualität bleibt auf höchstem Level
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Hard Rock Metal
Spielzeit: 48:38
Release: 20.08.2010
Label: Kemado Records

The Sword melden sich wie gewohnt nach zwei Jahren mit einem neuen Album zurück. Die Band, die man ruhig als eine der Lieblingsvorbands von Metallica bezeichnen kann, begibt sich nun aber auf neue Wege. Behandelten doch die ersten beiden Konzeptalben noch reinrassige Fantasy-Themen, so bricht man mit „Ward Riders“ nun ins Science-Fiction-Zeitalter durch. Wer aufgrund des Hinweises auf das Konzept nun mit einem orchestralen Album rechnet, wird sicher enttäuscht werden. Hier gibt es bis auf einen kleinen Orgeleinsatz beim Opener lediglich Stromgitarren und Schlagzeug neben dem Gesang zu vermelden.

„Acheron / Unearthing The Orb” beginnt recht heftig rifforientiert, wie man es von The Sword eigentlich auch erwartet. Das kurze spacige Anfangsgedudel kann man durchaus als kleines, in den Song integriertes Intro bewerten. Nach gut drei Minuten fragt man sich aber, wo denn der Gesang bleibt. Klasse Riffs stampfen da erhobenen Hauptes durch den Raum, aber es erfolgt keinerlei vokale Intension. Und es kommt, wie es kommen muss: Dieser Song endet als Instrumental, was man so lange nicht vermutet hätte.

„Tres Bujas“ lässt dann das fehlende Element hinzueilen. Und fertig ist das aktuelle Soundgebilde von The Sword anno 2010. Mit deutlichen Hard Rock-Vibes zockt man in guter alter Black Sabbath-Tradition aus der Ozzy Osbourne-Ära. Das Ganze etwas mehr im zügigen Midtempo gehalten, aber mit tonnenweise tollen Riffs. Man hört, dass die Band ihre Doom-Erfahrung hat, auch wenn sie nicht alles im Downtempo niederwalzt.

„Arrows In The Dark“ kann da nur schwer mithalten, auch wenn die kleinen Breaks mit ihren stellenweise etwas bremsenden Elementen wieder einmal bestens in Szene gesetzt werden. Das heftige Old-School-Riff trifft genau meinen Musiknerv.

„The Chronomancer I: Hubris” stampft dann richtig fett durch das Gedächtniszentrum. Unglaublich, was die Gitarristen J.D. Cronise und Kyle Shutt da abliefern. Neben den Riffs wird dann auch mal eine sich in die Gehirnrinde einbrennende Übergangsmelodie generiert, die durchaus für schlaflose Nächte sorgen könnte. Welch ein Fest für Leute mit einem gewissen Faible für wirkliche Old-School-Riffmusik.

„Lawless Lands“ lässt durch seine spacige, deutlich mehr auf Hard Rock ausgelegte Vertonung und ein wenig militärischen Charme den Schädel wieder kräftig nicken. Insgesamt kann der Song aber nicht so ganz punkten, da irgendwie zwar eine gute Abwechslung zu den ganzen sonst dargebotenen Riffattacken generiert wird, aber genau das hier Fehlende ist eigentlich die beste Spielvariante von The Sword.

„Astraea’s Dream“ wirkt mit seinen Gitarren fast ein wenig fröhlich und erinnert an uralte Metallica-Tage. Natürlich deutlich im Tempo forciert, wechseln sich die Geschwindigkeitsbereiche geschickt mit rifforientierteren, etwas weniger schnellen Passagen ab. Sehr geschickt, wie die Band hier agiert. Das gefällt, das macht Spaß und regt zum Besuch eines Konzertes der Band an.

Deutlich schwerer wiegen dann aber schon wieder die Riffs aus „The Warp Riders“. Das Ganze deutlich mehr im Tieftonbereich angesiedelt, okkultere Texte und eine neue Black Sabbath-Hymne wäre erschaffen. Stark, wie der Gesang hier den Hörer gänzlich in Gefangenschaft nimmt. Schade, dass dann der nächste Song eigentlich fast komplett aus der Art schlägt.

„Night City“ wirkt wie eine beschwingte Hardrock-Nummer, die mir irgendwie ein wenig schwer im Magen liegt. Passt zu keinem anderen Song auf diesem Album. Ist dies ein Versuch, etwas radiotauglicher zu werden? Ich weiß es nicht, denn die heftigen Gitarren besonders im rein instrumentalen Part dürften das deutlich zu verhindern wissen. Bisher der deutlich schwächste Song auf diesem Album, aber das soll er auch bleiben.

„The Chronomancer II: Nemesis” zeigt dann eigentlich am stärksten, wie die Band auf den “alten” Alben gezockt hat. Tolles Riffing wird von passenden, etwas gelangweilt klingenden Gesangslinien kräftig nach vorne geschoben. Das schon hohe Niveau der bisherigen Veröffentlichungen wird problemlos erreicht. Da bangt man gerne seinen Schädel.

Den glorreichen Abschluss bildet dann „(The Night The Sky Cried) Tears Of Fire“: Mit deutlichem Sabbath-Riff wird hier gekonnt kräftig auf die Kacke gehauen. Exzellentes Drumming von Trivett Wingo, gepaart mit dem klasse Bassspiel von Bryan Ritchie sorgen für viel Stimmung. Der Sound treibt und schiebt die Scheibe kräftig über die Ziellinie und sorgt für sofortiges Betätigen der Repeat –Taste.

Fazit: Ein starkes Album, welches direkt ins Blut geht. Ich muss ehrlich gestehen, dass bei dieser starken Instrumentierung die textliche Komponente deutlich in den Hintergrund gerückt ist. Zu stark dominieren die Riffs, der passende Gesang und die Rhytmussektion. Ein starkes Album, welches live in angemessenem Rahmen präsentiert werden sollte und nicht wirklich im Vorprogramm von Genregrößen versauern sollte.

comments powered by Disqus