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The Suede Brothers: Ill New You

Mit der Zeitmaschine zurück in die "Good Old Days"
Wertung: 8.5/10
Genre: Stoner Rock/Classic Rock
Spielzeit: 50:07
Release: 26.06.2009
Label: Bad Breaker Records

Was den Musikern in der Gegend von Palm Desert in Südkalifornien ihr Stoner Rock oder auch Desert Rock ist, das wird 3160 Kilometer weiter, in Cleveland im Bundesstaat Ohio, als Rust-Belt Rock and Roll bezeichnet. Von wem? Von einer dreiköpfigen Band namens The Suede Brothers, die mit "Ill New You" ihr Debütalbum auf den Markt bringt. Und auch wenn sie sich in der Umschreibung ihres Stils nicht direkt auf die kalifornische Szene bezieht, so doch zumindest auf dieselben Vorbilder: All jene großartigen Bands aus den 70ern, der Zeit, als die Musik noch gut, Rock'n'Roll noch echt und Marihuana noch legal war...oder so. Retro ist also noch immer ordentlich im Trend – und warum auch nicht, schließlich schufen die Gründerväter der modernen Rockmusik damals ein reichhaltiges Füllhorn, an dem man als Hardrock-Band sowieso nicht vorbeikommt.

Um es also kurz zu machen: Die Mischung aus bluesrockigen Black Sabbath-Riffs, fettem Groove und Hardrock-Tenorgesang ist weder neu noch innovativ und auch die auf vintage getrimmte Produktion holt bestimmt keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor. Wichtig ist aber eigentlich sowieso nur, dass die Platte rockt – aber tut sie das auch?

Weil man Intros in Ohio anscheinend für fahrlässige Zeitverschwendung hält, geht es es mit dem Titeltrack ohne große Umschweife gleich zur Sache: Kurz aufs Fell gehauen, Gitarrenakkord drauf, mit einem lockeren Riff ein bisschen steigern und mit Schwung in den Hauptriff starten. Ab da läuft der Motor von selbst, pumpt groovig vor sich hin und steigert sich erst in Refrains und später in einen von "Ahh"-Gesängen getragenen Zwischenteil. Dem anfangs aufkommenden Gefühl von Monotonie halten die Suede Brothers einen langsamen, dafür aber am Ende umso krachenderen Songaufbau entgegen. Deutlich schneller geht es danach bei "Homebreaker" zur Sache; genau wie beim nachfolgenden Song "Pleaser" bekommt der Hörer hier auch ein ordentliches Gitarrensolo geboten.

Ein wenig Abwechslung von den harten Tönen der ersten drei Tracks bringt der Titel "Charlotte Rose", der elektrische und akustische Gitarre kombiniert und mit einer tollen Gesangsmelodie aufwarten kann. Der ganze Song erinnert mich als alten Jack White-Fan stark an eben diesen und besonders an dessen Band The Raconteurs, welche sich aber letztendlich auch nur von noch älteren Bands inspirieren haben lassen. Trotz oder gerade aufgrund des Aha-Effekts gerät "Charlotte Rose" klar zu einem Highlight der Platte. Anschließend führt "Heart & Affection" den Hörer mit coolem Gitarrenriff, noch coolerem Solo und einem unerwarteten Break gegen Ende des Songs zum klassischen Soundgerüst zurück.

Der vielseitige Track "So Low" versprüht den erfrischenden Duft alter Psychedelic-Klänge, bevor er mit ungeahnter Härte beginnt, den Boden für den wieder mehr in Stoner-Gefilden wildernden Titel "Base Tame" zu ebnen. Den Abschluss von "Ill New You" bilden schließlich der weitgehend von Bass und Schlagzeug getragene und immer nur kurz von einer herrlich knarzigen Gitarre unterbrochene Song "You Are There" und der im Vergleich zum restlichen Output leider etwas unspektakulär geratene, letzte Track "Lady Luck".

Fazit: Auch wenn man als Hörer mehr als einmal das Gefühl hat, viele Riffs schon mindestens einmal so ähnlich gehört zu haben und auch wenn diese Platte eine gewisse Mindestlautstärke erfordert, um richtig zu wirken: "Ill New You" ist eine ganz klare Empfehlung für all jene, die der Meinung sind, alle guten Bands seien entweder steinalt, tot oder aufgelöst und die letzte wirklich gute Musik sei in den 70ern entstanden. The Suede Brothers könnten sie eines Besseren belehren; nicht, weil sie so viel besser wären als die "Großen", aber doch zumindest, weil sie zielstrebig und routiniert in deren Fußstapfen wandeln und ihr Erbe antreten.

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