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The Studs: And Hate

Für jeden offenhorizontigen Rocker
Wertung: 9/10
Genre: J-Rock
Spielzeit: 51:16
Release: 25.04.2008
Label: Gan Shin Records

Eine norwegischsprachige Folksängerin, eine J-Rock Band und eine christliche Thrash Metal-Kapelle aus Kassel bilden das diesmonatige Triumvirat, das mir zu Teil wurde.

Eine angenehme Mischung, beginnen möchte ich mit der mit Abstand besten Band aus den dreien: The Studs aus Japan!

The Studs sind seit April 2007 aktiv und bilden einen Zusammenschluss verschiedener namhafter Persönlichkeiten aus der J-Rockszene wie dem Gesang von Kagerou, dem Bass von Lynch oder der Gitarre von deadman. Seit dem 25.4.08 steht nun auch das Debutalbum "And Hate" in den Läden für potenziellen Musikgeschmack zum Kauf bereit und kann auf ganzer Linie überzeugen, um ein Urteil mal vorwegzunehmen.

 

The Studs sind nicht unbedingt eine traditionelle japanische Band und schon gar kein Visual Kei-Act, sondern stehen repräsentativ für die westlich ausgerichtete, moderne Independant Rockszene Japans, die sich an (Independant?) Bands wie Bloc Party, Snow Patrol oder Radiohead orientiert, neben ihrer Muttersprache aber noch einige kompositorische Autonomien gewahrt.

Bereits auf dem instrumentalen "Intro"-Track wird man mit leicht noisigen Stop n Go-Rhythmen bedient und einigen für den 0815-Midtemporock etwas untypischen Akzenten; der Track überfließt in den Titeltrack "And Hate" und bringt eine Maschine in Gang.

"And Hate" geht sehr stark nach vorne, auf eine typisch japanisch-minimalistische Art, die sich auch ihrer Hardcore-, Noise- und Punkwurzeln nicht erwehren kann.

Besonderes Lob gilt Sänger daisuke, welcher mit seinem emotionalen Organ The Studs auf eine Stufe stellt, auf der sich westliche Bands nur zu gerne sehen würden, wenn auch vielleicht eine oder zwei Oktaven tiefer gesungen - ist gewohnt gewöhnungsbedürftig, sollte man mal vorher bei Myspace angehört haben.

Der souveräne und über die ganze Scheibe hinweg erstklassige Bass vom Ex-Gullet-Basser Yukino leitet "Niji No Iro" ein, einen der stärksten Tracks der Platte. Hier wird einmal mehr die Mehrschichtigkeit und Keilförmigkeit des modernen Rock im zeitgnössischen Musikdiskurs gezeigt - will sagen, die Jungs rollen das Feld von der melodischen als auch von der aggressiven Seite auf und bilden mit der Einhaltung der magischen 3:30er Grenze eine Singletauglichkeit, aber auch in ihrer Eigenwilligkeit einen Affront gegen eben diese Norm - so bringt man das Pop-Luftschloss am besten zum Fall, all Ihr 15-Minüter!

Auch funkige Eskapaden bei "Dread" und bisweilen poppige Ausflüge bei "Hyouryuu No Hana" werden geboten, was das Konzept von Potenzialität und Subtilität jedoch keinesfalls zerwirft, sondern eher noch festigt - man kann von dieser stilsicheren und zugleich facettenreichen Band nicht angepisst sein!

Die Texte liegen übrigens in dem grandiosen und ebenso minimalistischen Booklet auch auf englisch übersetzt vor, was ich eine großartige Geste finde.

Die Japanophilen von Gan-Shin bringen uns diesen toll designten Silberling, auf jeden Fall ein heißer Kandidat für die Platte des Monats und ein Kauftip der äußersten Sorte für jeden offenhorizontigen Rocker! The Studs beweisen, dass gutes Design nicht bedeutet, soviel wie möglich in sich aufzunehmen, sondern möglichst viel loszuwerden.

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