Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Southern Oracle: Hellwakening

Braucht seine Zeit
Wertung: 7.5/10
Genre: Hardcore, Death Metal
Spielzeit: 70:43
Release: 21.10.2011
Label: Let It Burn Records

Den Core-Anhängern unter den Lesern dürften die Ungarn The Southern Oracle eventuell noch unter dem drolligen Namen Slaughter At The Engagement Party bekannt sein. Auch unter dem neuen Banner mischen die Jungs Hardcore, Death Metal und Hysterie (das inzwischen, wie beim Black Metal die Monotonie, fast ein Stilmittel zu sein scheint) zu einem brachialen Gemisch, das einem durchaus mal die Ohren schlackern lässt. Dabei trägt vor allem Sänger Barnabás Kókai seinen nicht unerheblichen Teil dazu bei, dass man sich bei einer Kopfhörersession ein wenig fühlt, als hätte man den Schädel in einer Schraubzwinge.

Tatsächlich haben die Ungarn neben dem regulären Album noch ihre Debüt-EP mit auf „Hellwakening“ gepackt – ein feiner Zug, weil das gute Stück wahrscheinlich entweder nirgends mehr zu haben ist oder nie offiziell veröffentlicht wurde. Damit befinden sich alles in allem ganze 18 Tracks auf der Platte, die es auf eine Spielzeit von fast 71 Minuten bringen – Zeit genug, um die Boxen laut aufzudrehen und die Bude dem Erdboden gleichzumachen. Nichts anderes tun nämlich The Southern Oracle mit ihrer Musik: Die Wände zittern, die Trommelfelle erbeben und man kommt aus dem moshen gar nicht mehr heraus. Dabei bollert der Fünfer aber alles andere als stumpf durch die Botanik, sondern sucht sich geschickt seine Nische zwischen Hardcore, Death Metal und Deathcore.

Vergleicht man die Debüt-EP und das aktuellere Material miteinander, fällt einem direkt auf, dass die neuen Songs viel differenzierter ausfallen, während auf alten Tracks wie „Hang ’Em On The Front Yard“ auch mal ganz uncharmant und Grindcore-lastig drauflos gegrunzt wird. Überhaupt fallen die früheren Songs wesentlich brutaler aus, der Sound ist eine Spur dumpfer, was dem Ganzen zusätzlichen Druck verleiht. Allerdings finden sich natürlich auch unter den Demo-Songs einige Appetithäppchen: „Horror Choir Of The Crows“ zum Beispiel verwirrt zu Beginn mit kreischenden Gitarrensoli (passend zum kreischenden Sänger), mausert sich aber bald zum wahren Groovemonster.

Apropos Groove: „I Am Cerberus“ poltert dumpf mahlend durch Boxen und Gehörgänge, dass man das „Resident Evil“-Sample zwischendurch fast nicht mitbekommt. Live kann man sich zu dem Song sicherlich grandios die Knochen brechen, auf voller Lautstärke drückt er aber auch in der heimischen Stereoanlage ordentlich auf die Schädeldecke. Man muss der Platte zwar insgesamt ein paar Durchläufe gönnen, aber dann wächst sich „Hellwakening“ zum echten Nackenbrecher aus.

Für „Bring The Children Home“ wurde dann auf den klassischen Gastauftritt zurückgegriffen: Mike Schleibaum, seiner Zeichens Gitarrist bei Darkest Hour, gibt sich die Ehre und veredelt den Track auf jeden Fall mit ordentlichen Riffs. Man weiß nicht, wie der Song ohne seine Mithilfe geklungen hätte, aber geschadet hat’s definitiv nicht. „Let The Slaughter Begin“ überrascht dann mit extrem fiesen Vocals, stammt der Track doch aus der Demophase 2010 und trotzdem – messen kann der Song sich mit den Vorgängern allemal. 

„The Pit Goes Deeper“ fällt dann trotz Moshaction erstaunlicherweise viel klassischer aus als der Rest, was vor allem an den schreienden Gitarren liegen dürfte. Gegen Ende der Platte ist man zwar erschöpft wie nach einem Dauerlauf, freut sich aber doch, den Jungs nach anfänglicher Skepsis noch mal eine Chance gegeben zu haben. The Southern Oracle sind es wert, mehrmals gehört zu werden – wer auf etwas chaotischen Hardcore mit Death-Einflüssen steht, kann hier eigentlich nichts falsch machen, auch alle anderen Core-Fans sollten hier mal ein Ohr riskieren, wenn sie nicht allzusehr auf Klargesang und Melodien abfahren.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna