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The Sorrow: Origin Of The Storm

Nicht kuscheln, krachen muss es!
Wertung: 9.5/10
Genre: Modern Metalcore
Spielzeit: 53:58
Release: 27.02.2009
Label: Drakkar

The Sorrow sind zurück – und wie! Die vier Österreicher waren in letzter Zeit nicht untätig und haben meine schöne Heimatstadt Münster besucht, um hier im Principal Studio ihren Zweitling aufzunehmen. Besinnt man sich noch einmal zurück an das Geburtsjahr des Debüts der Band – 2007 - wird man sich sicherlich an so manch große Schlagezeilen in den entsprechenden Zeitschriften und Webzines erinnern, die das mit „Blessings From A Blackened Sky“ betitelte Album durch und durch lobten.

Ich fürchte, das wird auch dieses Mal nicht ausbleiben – ich zumindest, werde es mir nicht verkneifen können, den „Origin Of The Storm“ sozusagen 'in den Himmel zu heben'. Begann das Debüt noch mit einem schwedisch klingenden Opener, wird das neue Werk hingegen mit dramatisch-atmosphärischen Piano-Klängen eröffnet, die alsbald von Bassist Tobi begleitet werden um dann im ersten Song „Where Is The Sun?“ zu münden. Eben jener Song überzeugt durch brachiale Riffs, schöne tragende Momente, akzentuiertes Drumming und den prachtvollen Gesang Matzes. Ganz besonders das Ende des Songs klingt großartig – Schlagzeuger Dominik foltert die Bassdrum und die dazu passenden Riffs von Andi und Matze untermalen perfekt den zweistimmigen, harmonisch-klaren und ebenso aggressiv-geschrienen Gesang.

Erneut verleiht die Bassdrum dem nächsten Song „My Immortal Guardian“, dessen Intro übrigens stark an „Painkiller“ von Judas Priest erinnert, ein fantastisches Feeling – in den Versen wird sie als treibendes Element gebraucht, in der kurzen klar gesungenen Passage dafür langsamer und dezenter, zwischendurch jedoch immer wieder in Blastbeat-Manier. Der Track „Scars“ ist einer der Highlights der CD. Der melodiöse und nahezu ohrwurmverdächtige Refrain geht nahtlos in aggressives Screaming über, so wie die während der Hookline beinahe schon episch anmutenden Riffs in den Strophen wieder als Uptempo-Element fungieren.

Extrem gut gelungen ist auch die Bridge am Ende von „Raising The Devil“. Genießt man im einen Moment noch den harmonischen Refrain, leitet ein brutaler Scream plötzlich melodiöse Gitarrenspielereien ein, die - geleitet von Tom-lastigem Drumming - den Song ausklingen lassen. Eben jene Toms eröffnen auch den nächsten Song „Anchor In The Storm“ gemeinsam mit harmonischen, etwas verzerrten Gitarrenklängen und - im Hintergrund gehalten - dem Sound eines Unwetters. Das langsame Tempo steht dem Song echt verdammt gut zu Gesicht; kurz vereinen sich die endlos aggressiven Screams auch wieder mit dem klaren Gesang, der zwar wieder perfekt gelungen ist, in diesem Song jedoch auch hätte weggelassen werden können – ein sehr doomiger Track, bei dem man sogar den Wunsch verspürt, dass The Sorrow bei diesen Qualitäten irgendwann mal ein Doom Metal-Album aufnehmen. 

„From This Day On“ erinnert besonders im hitverdächtigen Refrain etwas an die Schweden Sonic Syndicate, wohingegen „Heaven Is No Place For Us“ eher in die härtere Deathcore / Death Metal-Richtung geht und sich eher an Bands wie The Eyes Of A Traitor orientiert. Allerdings sprüht letzterer Song auch etwas Pantera-Charme aus und erinnert daher aufgrund des Riffings stellenweise an „Knights Of Doom“ vom Debüt-Album. Wie auch auf genau dem gerade angesprochenen Debüt-Album, befindet sich auch auf dem neuem Werk ein hier mit „Tempestuous“ betiteltes Instrumental, welches eine kleine Erholungspause zwischen „Heaven Is No Place For Us“ und dem nächsten deathlastigem Nackenbrecher „Collector Of Tears“ bildet.

„Origin Of The Storm“ ist wie Sex – mal schnell, mal langsam, mal hart und kraftvoll, mal verträumt und zart, und mal macht die Scheibe einfach nur Spaß, mal ist sie auch aggressiv, aber manchmal auch frustrierend oder gar depressiv. Wer all die gleichklingenden Metalcore-Bands nicht mehr hören kann, mit dem Genre und Bands wie Silent Civillian oder As I Lay Dying aber etwas anfangen kann, der kann, nein, der darf gar nicht anders als in diese CD wenigstens einmal reinzuhören, denn alles andere wäre ein Frevel - an Hörer und Band.

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