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The Sleeper: Apparatus

Ein ordentlicher Prog-Core-Brocken
Wertung: 9/10
Genre: Post-Hardcore, Progressive Metal
Spielzeit: 24:56
Release: 26.01.2018
Label: Swell Creek Records

The Sleeper sind eigentlich eine Band, die man als Core- und Prog-Fan auf dem Schirm haben sollte, die es einem aber viel zu leicht machen, sie mal eben schnell zu vergessen; immerhin ist das Debüt „Aurora“ bereits fünf Jahre alt, wer die Band nicht zwischendurch mal live sehen konnte, hatte bald den Radar wieder umgestellt und wurde Ende Januar dann flott wieder in die Realität zurückgeholt, als mit „Apparatus“ endlich ein Nachfolger erschien. Eine EP zwar „nur“, aber bei einem massiven Sound wie ihn die Leipziger auf „Aurora“ präsentiert haben, können auch eine Handvoll Songs schon schwer zu verdauen sein.

Sechs Tracks haben es letztlich auf „Apparatus“ geschafft, das schon mit seinem Cover eine gewisse Masse ausstrahlt – angriffslustig startet das Scheibchen direkt mit dem brutalen „Synthetic Gospel“, dessen Titel schon perfekt zu dem leicht sterilen, proggigen Sound passt, den The Sleeper sich zu Eigen gemacht haben. Sänger Steven brüllt sich lungenflügelbelüftend durch die Strophen, gerade Richtung Refrain hin wird der Gesang gedoppelt – eine absolute Macht. Wer hier noch ruhig auf seinem Stuhl sitzt, hat die Musik nicht verstanden und ein Herz aus Stein.

„Glass Eater“ schraubt die Temponadel dann noch mal ein gutes Stück nach oben, beinah hysterische Gitarren bilden das Intro, bevor Steven wieder voll einsteigt und wie ein Tier losbrüllt – selbst der Klargesang kann hier keine Sekunde die Gewalt drosseln, die von dem Song ausgeht, im Gegenteil: Durch die deutlich filigraneren Vocals gewinnt die folgende Strophe nur noch mehr an Brutalität. Dabei bleiben die Jungs immer progressiv, ohne aber in völlige Frickelei abzudriften und den Hörer so womöglich vollends zu überfordern. Allerdings, gute Nerven braucht man für die EP schon, und zusätzlich eine möglichst strapazierfähige Nackenmuskulatur.

„Engineer“ bietet dann eine kurze instrumentale Verschnaufpause, die sich aber entgegen vieler anderer Instrumentaltracks nicht zum Weiterskippen, sondern eher zum Schwelgen in den schönen sphärischen Arrangements eignet, bevor es mit „Sentinel“ mit fast schon gemäßigtem Tempo, aber gut geölten Stimmbändern weitergeht. Ausgerechnet „The God Of Suffocation“ wird dann mit fast beschwingten Melodien eingeleitet und zum Einstand gibt es nicht etwa Brüllwürfelaction, sondern Klargesang, der aber natürlich nicht lange anhält; Steven scheint seinen Gegenpart fast in Grund und Boden schreien zu wollen, im Refrain erklingen dann teilweise beide gemeinsam – somit haben die Leipziger noch einen recht überraschenden Track ans Ende der EP gestellt.

Ein wahrer Brocken liegt hier vor, der mit gerade mal 25 Minuten Laufzeit so einiges mehr bietet als viele Full-Length-Alben, ohne jedoch die Platte zu überladen. Hier herrscht genau das richtige Verhältnis von Prog und Core, um die Band aus der breiten Masse abzuheben, ohne jedoch Hörer, die vielleicht nicht so prog-bewandert sind, zu vergraulen. Damit gerät die EP tatsächlich noch einen Hauch stärker als das ohnehin schon sehr gute Debüt von 2013. 

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