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The Sixpounder: Going To Hell? Permission Granted!

Schön groovig und druckvoll
Wertung: 7/10
Genre: Groove Metal, Metalcore
Spielzeit: 43:04
Release: 31.05.2010
Label: Eigenproduktion

The Sixpounder führen einen im ersten Moment ganz schön hinters Licht: Die Polen haben nicht nur einen Bandnamen, der nach erdigem Rock’n’Roll klingt; auch das Logo der Jungs mit Sheriffstern und zwei Colts weist nicht unbedingt auf ihr tatsächliches Ziel hin: die Welt in Schutt und Asche zu grooven. In Wahrheit fabriziert das Quintett nämlich eine Mischung aus Groove Metal, Metalcore und Alternative Metal – ein bisschen von allem, was gut ist.

Hört man sich „Going To Hell? Permission Granted!“ so an, kann man sich vorstellen, warum die Herren die polnische Ausscheidung für das Wacken Metal Battle gewannen und sich dann 2010 auf dem etablierten Festival in Begeisterungsstürmen suhlen durften. Zum Abgehen sind diese Tracks nämlich genau das Richtige. Wo ihre Wurzeln liegen, zeigen The Sixpounder übrigens auch: Der Bonustrack „Bloodline“ – im Original von Slayer - treibt auch in der Coverversion ordentlich nach vorne und Sänger Frantic Phil, der im Hintergrund von Gitarrist Paul Shrill unterstützt wird, leistet hier, wie auch auf dem Rest des Albums, geile Arbeit.

Dass die Jungs ordentlich Humor haben, zeigen schon die Synonyme der einzelnen Bandmitglieder: Menschen mit dem Namen Jar O’Big Bottom oder Mike The Shredding Noodle sind ganz sicher keine verstaubten Rocker, die missmutig in ihrem Kämmerchen hocken. Dementsprechend ist in „Going To Hell? Permission Granted!“ nicht nur Groove drin, sondern auch ordentlich Spaß. Das geht beim ersten „richtigen“ Song „Plastic Bag“ los, der ein Gitarrenintro bereithält, das fast auf einer Black-Metal-Scheibe erscheinen könnte, führt über sehr rasante „Creation: 1“, zu dem sich Headbanger weltweit die Köpfe von den Schultern schrauben werden und mündet im schon erwähnten, wirklich guten Slayer-Cover.

Bei „Crimson Skies“ bricht dann die Metalcore-Attitüde durch: Deftige Shouts und im Refrain klarer Gesang sind zwar das ultimative Rezept, das inzwischen wahrscheinlich alle Metalcore-Bands durchgenudelt haben, aber The Sixpounder bringen die 08/15-Struktur sicher in den Heimathafen, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. „A Heartbeat“ markiert dann die Ballade, auf die man so ganz im Stillen eigentlich schon gewartet hat, seit das Album seine erste Drehung im heimischen Player vollzogen hat. Vorhersehbarerweise startet das gute Stück mit einer Akustikklampfe und klarem Gesang, im Hintergrund gehaltene Schreie irritieren bereits zu Beginn ein wenig, doch schließlich werden die kräftigeren Vocals ohnehin in den Vordergrund gestellt. Der Track ist gut gemacht, kann aber längst nicht so überzeugen wie die härteren Stücke der Truppe.

Spätestens bei „Stephanie“ fällt dann auf, dass die Sixpounder-Jungs immer recht ähnliche Gitarrenriffs verwenden. Dem Gehörgenuss tut das aber wenig Abbruch – die Platte ist eben eher zum Abgehen geeignet, als dazu, sie analytisch bis ins Detail auseinanderzunehmen. Live sind die Jungs sicherlich eine Wucht – „Going To Hell? Permission Granted!“ bringt das Livefeeling zwar nicht ins Wohnzimmer, aber die Nachbarn dürfen ihrem Putz immerhin dabei zuschauen, wie er von der Decke regnet.

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