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The Shadow Theory: Behind The Black Veil

Überzeugendes Debüt der neuen Band von Devon Graves
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 57:19
Release: 19.11.2010
Label: InsideOut

Welch ein glücklicher Zufall für Devon Graves, dass ungefähr zur selben Zeit, in der das Debüt seiner neuen Band The Shadow Theory ansteht, die lange nicht für möglich gehaltene Reunion seiner alten Combo Psychotic Waltz bekanntgegeben wurde. Stand sein Soloprojekt Deadsoul Tribe seit jeher im Schatten der legendären Proggies, könnte diese Tatsache vielleicht wenigstens seiner neuesten Gruppe Auftrieb geben und die Aufmerksamkeit einiger Waltz-Fans auf sich ziehen, denen diese Formation ansonsten möglicherweise durch die Lappen gegangen wäre. Das Album war im Übrigen so gut wie fertig, als die Meldung der PW-Wiedervereinigung veröffentlichungsreif war, berechnend ist hier also nichts.  

Aufmerksamkeit verdienen The Shadow Theory in jedem Fall – alleine die äußerst namhafte Besetzung lässt aufhorchen: Neben dem Meister selbst, der außer dem Gesang noch die Querflöte bedient, sind mit Ex-Pain Of Salvation-Bassist Kristoffer Gildenlöw und Threshold-Drummer Johanne James zwei absolute Topleute im Line-Up zu finden, das mit dem deutschen Gitarristen Arne Schuppner und dem Keyboarder Demi Scott komplettiert wird. Für Scott erfüllte sich hierbei der Traum eines wohl jeden Fans: Als großer Verehrer von Deadsoul Tribe und Psychotic Waltz schickte er Graves ein paar Hörproben, von denen letzterer so begeistert war, dass er den griechischen Tastendrücker sogleich in die Band holte.

„Behind The Black Veil“ ist nun nicht nur das Debüt dieses frisch gebackenen Quintetts, es ist außerdem das erste Mal, dass Devon Graves sich an ein Konzeptalbum heranwagt. Es geht um einen Rockmusiker, der heroinumnebelt eines Nachts vor dem Fernseher einschläft, allerdings vor dem Wegknicken noch eines Zugtickets gewahr wird, das vor ihm auf dem Tisch liegt. Wegen des Drogenrausches kann er sich allerdings nicht mehr erinnern, wo er hin muss – ihm ist einzig klar, dass es sich um irgendetwas Wichtiges handelt. Als er schließlich endgültig einschläft, gerät er in einen Strudel aus Träumen und Albträumen, in denen die merkwürdigsten Dinge geschehen, doch weiß er, nachdem er zwischenzeitlich immer wieder wach wird, letztlich nicht mehr genau, was Realität und was Illusion ist.

Laut Devon handelt es sich um eine Geistergeschichte; diese Umschreibung wird durch das King Diamond-artige Coverartwork visuell untermauert, und auch musikalisch ist „Behind The Black Veil“ insgesamt eindeutig düsterer als alles, was Psychotic Waltz und Deadsoul Tribe bislang produzierten, ausgefallen. Schon im starken Opener „I Open Up My Eyes“ sind im Hintergrund Düsterstimmen zu vernehmen und der typische Gesang des Protagonisten mit den wundervoll gedoppelten Vocallines ist immer wieder von geheimnisvoll geflüsterten Gesangspassagen durchwirkt.

Graves’ Wurzeln sind natürlich trotzdem klar erkennbar, zumal die Musik eher an Psychotic Waltz als an Deadsoul Tribe angelehnt ist. Bei „Ghostride“ gibt es jede Menge doppelläufige Gitarren zu hören, das fantastische „By The Crossroads“ pendelt zwischen schnörkeligen Gitarrenläufen und genial dissonanten Akustikklampfen, und das mächtig groovende „Sleepwalking“ hätte auch auf „Mosquito“ oder „Bleeding“ stehen können. Experimenteller hingegen ist der vorletzte Track „A Candle In The Gallery“ ausgefallen, der mit den perkussiven Elementen und den sporadisch, aber sehr effektiv eingesetzten Akustikgitarren und Pianoklängen, vor allem aber durch den diesmal fast durchgängig geflüsterten Gesang eine beinahe mystische Aura ausstrahlt.

Letztlich schwebt jedoch über allem eine ganz eigene, dunkle und dem Konzept gerecht werdende geisterhafte Atmosphäre, die – ähnlich dem Cover – eine King Diamond nicht unähnliche Stimmung transportiert, auch dank der schaurig-schönen Keyboardsounds von Demi Scott. Und mit „A Symphony Of Shadows“ haben sich Devon Graves und seine Mannen das Highlight extra für den Schluss aufgehoben. Beinahe so etwas wie ein Gegenstück zu Queens unsterblicher Hymne „Bohemian Rhapsody“ bildend, werden hier alle möglichen verschiedenen Elemente zusammengebracht: Klassisch angehauchte, symphonische Sequenzen wechseln mit kraftvollem Gitarrenriffing, klarer Gesang trifft auf aggressiv geshoutete Vocals, und sanfte Flötensounds weichen amtlichem Groove. Nur wenige dürften in der Lage sein, diese ganzen Gegensätze mit so viel Feinsinn und musikalischem Verständnis unter einen Hut zu bringen.

Zwar sind nicht alle Songs auf „Behind The Black Veil“ so großartig wie die hier aufgeführten – so reitet man beispielsweise bei „The Black Cradle“ etwas zu häufig auf dem gleichen Riff herum –, aber diese Scheibe verdient trotzdem zweifelsohne das Prädikat kaufenswert. Allein Devons unglaubliche Gesangsarrangements sind immer wieder ein Genuss und vor allem kompositorisch agiert er inzwischen wesentlich eingängiger, hat mehr Hooklines in petto. Man darf gespannt sein, was nach diesem gelungenen Werk vom für 2011 angesetzten neuen Psychotic Waltz-Album zu erwarten ist...

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