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The Scourger: Dark Invitation To Armageddon

Ohne Kompromisse gut
Wertung: 9.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 59:55
Release: 14.03.2008
Label: Cyclone Empire

„Der Thrash Metal lebt, und das energetischer als je zuvor“… so oder so ähnlich könnte man die Flut an gelungenen Thrash Scheiben im letzten Jahr zusammenfassen. Aber wie sieht es 2008 aus? Nun ja, wenn man hier mal die finnische Band The Scourger als Beispiel nimmt, dann hat man schon einen kleinen Einblick auf das, was da 2008 durch viele Lautsprecherboxen knallen wird. Aber der Reihe nach: Ein recht klischeehaftes Coverartwork mit einem eine Feuerpeitsche schwingenden Dämon, der auf einer gespaltenen Erde steht, aus der 5 Schlangen kriechen. Ein Totenkopfgürtel um die Hüfte und bewaffnet mit einer Handgranate, ist dieser Dämon auf dem Weg in den Höllenschlund mit vielen Figuren, welche sich festzuhalten versuchen. Nun gut, wird wohl recht Old School werden, denke ich mir.

Also rein den Silberling in den CD-Playerschlund. Es beginnt ein Spannung erzeugendes, etwas fremdländisch anmutendes Intro mit dem Namen „Lex Talionis“. Ja, ganz nett, aber gut, dass es nur 1:26 lang ist. Ohne jegliche Vorankündigung haut dann aber der erste richtige Song „No Redemption“ rein. Wow, zwar ist die Old School Linie klar zu erkennen, aber irgendwie klingt das Ganze doch recht modern, die Vocals sind richtig hasserfüllt und grenzen teilweise an Metalcore. Aber das stört keinesfalls, gerade wenn man mal die beiden exzellenten Gitarristen Jani Luttinen und Timo Nyberg betrachtet. Absolut perfekte Gitarrenläufe, welche im Stande sind, schnelle Soli mit gern gehörter Härte zu zocken.

„In The Hour Of Ruin“ hält sich geschwindigkeitsmäßig etwas zurück und agiert hauptsächlich im forschen Midtempo. Trotzdem wird in keinster Weise kraftlose Kost abgeliefert, im Gegenteil, die Hasstiraden von Sänger Jari Hurskainen sorgen neben den auf dem ganzen Album sehr kraftvoll gespielten Drums für gehörigen Arschtrittcharakter. Außerdem absolut nicht außer Acht zu lassen sind die tollen Gitarrensoli.

„To Tame A Life“ beginnt mit gelungenen Stereoattacken auf das Trommelfell. Der Schädel kreist zum langsamen Beginn des Songs und kommt auch bis zur letzten Sekunde nicht zur Ruhe. Irgendwo würde ich die Band in der Mitte von Größen wie Testament, Kreator, Destruction oder auch Hatesphere einordnen. An Power lassen es die fünf Finnen nie mangeln.

„Never Bury The Hatchet” geht dann etwas zügiger zu Werke. Fast schon ein wenig heroisch geht es im Refrain zu. Jari klingt fast schon ein wenig majestätisch, wenn er da so recht langsam seine Hasstiraden ins Mikro schreit. Toller Song, wie eigentlich jeder bislang gehörte des Albums. Kein Wunder, dass die Band mit ihrer Mucke im metalverrückten Finnland schon die Singlecharts dominierte.

„Deformed Reality“ fällt da nur unbedeutend ab. Zu genial sind die Gitarren in Verbindung mit den druckvollen Doublebassdrums von Seppo Tarvainen und dem Viersaiter, welcher ebenso einwandfrei von Kimmo Kammonen gequält wurde. Trotzdem will mir der Song nicht ganz so gut ins Ohr gehen, vielleicht auch wegen der Keyboardpassagen, welche zwar gut passen, aber nicht wirklich überzeugen.

Unglaublich, wie die Band dann beim Titeltrack „Dark Invitation To Armageddon“ wieder in die Vollen geht. Das Tempo wird angezogen und die Nackenmuskeln beginnen, heiß zu laufen. Jawohl, ganz großes Thrash Kino aus Finnland wird hier zum Besten gegeben. Die Band versteht es, alte und neue Elemente sowie Uptempo Parts mit eher getragenen Momenten zu vereinen und durch die Mischung zu einem eigenständigen Sound wachsen zu lassen. Wie Jari hier den Refrain raus haut, dürfte live mächtig Stimmung erzeugen.

„Reign In Bestial Sin” beginnt eigentlich schon fast wie typischer Heavy Speed Metal aus der NWOBHM-Ära, welcher sich dann aber relativ schell in die schon vorher angeschlagenen Thrashtöne wandelt. Zum Schluss wird dann das Tempo erbarmungslos gedrosselt und es wird schon fast ein wenig episch.

„Beyond Judas“ ballert dann in bester Bay Area Manier daher. Ohne jedes Erbarmen zermalmt die Band alles, was sich ihr in den Weg stellt. Dank des mehr als gelungenen, sehr klar differenzierten Sounds, der trotzdem nichts an gnadenloser Power vermissen lässt, ist hier der Nackenschmerz für jeden amtlichen Headbanger garantiert.

„Cranium Crush“ glänzt durch seine hier einmal eher auf Speed Metal ausgelegte Orientierung, was das Album um eine weitere gelungene Facette erweitert. Gut nur, dass die Band beim offiziell letzten Track „Last Nail To The Coffin“ dann nochmal das Tempo verringert und somit der Nackenmuskulatur einen größeren Schaden vorenthält. Schade nur, dass man kein echtes Ende des Songs parat hatte und diesen einfach nur ausblendet.

Danach folgen dann je nach CD Ausführung die beiden Bonustracks. „Vicious Circle“ ist die B-Seite ihrer Single „Hatehead“, welche in Finnland direkt auf Platz 1 einstieg und dann mehrere Wochen in den Top 20 verweilte. Da die Single nur in Finnland erschien, handelt es sich hierbei also um einen gelungenen Leckerbissen. Man hört zwar am Sound, dass er nicht aus der Produktionsphase dieses Albums entsprang, aber der Song selbst enthält alles, was man von The Scourger erwarten kann.

Als zweites und letztes Bonbon gibt es dann den Nummer Eins Hit „Hatehead“ als Live-Version. Jawohl, toller Song vom bekannten Debutalbum, wenngleich ich klar feststellen muss, dass die Band durch die beiden Bonustracks noch einmal deutlich macht, wie sehr sie sich doch weiterentwickelt hat, und das, obwohl schon ihr Debut dank seiner Qualität für einiges Aufsehen gesorgt hat.

Fazit: Jawohl, es gibt sie noch, die fast 60-minütigen Scheiben, auf denen trotzdem kein Lückenfüller vorhanden ist. Nach dem starken Debut „Blind Date With Violence“ beweisen The Scourger, dass sie keineswegs zu den Eintagsfliegen im Musikgeschäft gehören. Ohne jegliche Kompromisse hämmert sich die Band durch ihre gelungenen Kompositionen. Ist schon recht lange her, dass ich ein derart frisches und vor Energie strotzendes, eigenständiges Promoalbum zu hören bekommen habe. The Scourger legen die Messlatte für alle Thrash Bands im Jahre 2008 schon mal sehr, sehr hoch! Hoffentlich findet sich ein Booker, der die Jungs auf Tour nach Deutschland holt, denn dann werden die Jungs meine Fratze in der ersten Reihe sehen und Jari und ich werden uns anschreien. Horns UP! Danke für mehr als anständige 59 Minuten besten Thrash Metal!

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