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The Saint Paul: Rewind The Time

Die Zeit ist nicht einfach zurückzudrehen
keine Wertung
Genre: Industrial
Spielzeit: 29:03
Release: 11.11.2011
Label: Danse Macabre

Mit “Rewind The Time” liegt die EP des Dark-Electro-Duos The Saint Paul vor uns. Und statt dass sie uns lediglich eine winzige Kostprobe vor die Ohren werfen, bekommen wir direkt fünf Tracks an die Hand und dazu noch zwei Remixe, zum einen vom Titeltrack “Rewind The Time” von Heimataerde und außerdem erhält “City Of Glass” noch ein neues Gewand. So darf eine EP aussehen, so schafft man es, dem Hörer einen Eindruck zu schaffen, oder nicht?
 
Natürlich muss neben der Quantität auch die Qualität stimmen und aus diesem Grund, rein in den Player mit dem Silberling. „Rewind The Time“ verfügt über eine klare Melodie, die eingängig ist und dennoch nicht nur so daher wabert, sondern wirklich Tiefe besitzt. Die einzelnen Elemente sind derart dicht miteinander verwoben, dass bei jedem erneuten Hören neue Elemente auftauchen. Die Lyrics sind kurz gehalten, machen den durchlaufenden Verlust des lyrischen Ichs aber um so schmerzlicher. Denn die Zeit ist nicht einfach zurückzudrehen.
 
Der nächste Track mit dem Namen „City Of Glass“ erinnert selbstverständlich direkt an den amerikanischen Ausnahmeautor der Postmoderne Paul Auster und ähnlich wie Paul Auster der Literatur ein neues Ich gegeben hat, versucht das Duo The Saint Paul dies in der Musik zu schaffen. Und ebenso findet man zwei der bekanntesten Motive Austers in den Stücken der beiden. Da ist zum einen das Motiv der Selbstreferenz, welches uns sowohl in „Rewind The Time“, als auch in „The City Of Glass“ begegnet und das Motiv der Frage nach der eigenen Identität, welches den Stücken „Damned To Fail“ und dem Bonustrack „Memories Remain“ zugrunde liegt.
 
Exakt das ist, was dem Duo etwas Besonderes gibt: die Kombination aus atmospährischen Klängen, eingängigen Melodien und dem Mix verschiedenster elektronischer Klänge und dem extrem großen Wert, der auf die Texte gelget wird. Dadurch, dass sie dies so perfekt ineinander verweben, schaffen sie sich die Nische am Electrohimmel. Sicher ist das was sie musikalisch darbieten nicht neu und wenn es auch sehr gut aufeinander abgestimmt und eingängig ist, wäre das nur eine EP einer weiteren Electroband. So entsteht etwas Neues. Ob der Name „Paul“ ein weiterer Hinweis auf den amerikanischen Autor ist, bleibt dahin gestellt.
 
„Unempathic“ kommt etwas brüsker als die ersten beiden Tracks daher, die Stimme kühler, die Bässe abgebrochen: kalt und stumpf und exakt das wird via Lyrics dann widergespiegelt und erst als die Frage gestellt wird, ob man bereit ist zu sterben, gelangen The Saint Paul zu ihren aus den ersten beiden Tracks bekannten atmosphärischen Klängen zurück. Nach „Damned To Fail“ und „Drowning“ ist es schade, dass diese EP schon dem Ende zugeht. Heimataerde gelingt es mit ihrem Remix von „Rewind The Time“ noch eine Schippe Tanzbarkeit aufzulegen und nun ist klar, dass die Zeit bis zum Full-Length-Album zu lang sein wird.

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