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The Quireboys: Live In London

Alles in allem ist „Live in London“ eine runde Sache
Wertung: 6/10
Genre: Hard Rock, Classic Rock
Spielzeit: 50:18
Release: 05.11.2010
Label: DR2/Intergroove

Wenn Leute seit langer Zeit dieselben Gewohnheiten haben, so hat man es entweder mit einer Tradition zu tun oder aber man ist im Altersheim gelandet. Beim so genannten Classic Rock sind beide Möglichkeiten Teil der Szene. Zum einen sind hier Publikum und Band in der Tradition so geschult, dass die Musik den Grad der Perfektion erreicht hat, welchen man ansteuert: Die Instrumente sind standardisiert, das Klangideal festgelegt und die Songstruktur hat klar definierte Freiheiten und Grenzen.

Der Grad zwischen Altersheim und Tradition ist sehr schmal, doch das Gute ist, dass auch das Altersheim im Falle der Musik der Rolling Stones, Led Zeppelin und Konsorten immer noch einen hohen Unterhaltungswert hat. Sicher klingt es ein wenig ironisch, weil gerade die Rolling Stones noch immer selbst touren und gefährlich nahe an den Ruhm eines Johannes Heesters kommen. Gruppen wie Pink Floyd und Deep Purple dagegen werden oftmals von Stellvertretern repräsentiert, die sich Coverbands nennen und die neben der mehr oder weniger guten Wiedergabe des Repertoires den Nachteil haben, dass sie nicht befugt sind, die Musik zu erweitern und ein wenig frischen Wind in die oft gehörten Stücke zu bringen.

Die Quireboys sind nun ein Original und Coverband in einem, denn sie spielen recht konservativ den Stil, den sie schon vor Jahrzehnten gefunden haben und besitzen nicht den Anspruch, sich dem Modernisierungszwang zu ergeben. Das macht sie irgendwie sympathisch und verleiht ihrer Musik (besonders der Liveperformance) eine herzliche Note. Und da man schon mit seinem Instrument, der Bühne und der Musik so vertraut ist, fühlt sich die nun als CD und DVD erhältliche Show im altehrwürdigen (vor einigen Jahren neu eröffneten) Marquee Club in London nach einem ausgelassenen aber gemütlichen Event an.

Wie ein gut eingespielter Trupp Dachdecker wird hier das Hardrock-Haus im Handumdrehen mit einer soliden Schicht Bass und Schlagzeug ausgekleidet und dann mit bester Gitarren- und Keyboard-Ware verdeckt und die Fugen mit der typischen, verrauchten Rockstimme abgedichtet. Das ganze Programm der ersten großen Rockwelle Englands wird hier verarbeitet und man fühlt sich beinahe wie im goldenen Zeitalter der kleinen, verqualmten Bühnen als Fußballstadien und Nightliner noch für Sport und Staatsbesuche genutzt wurden.

Neben der ausgewogenen Mischung an Uptempo-Nummern, gemäßigten Stücken und einigen wenigen Balladen fällt jedoch auf, dass auch die Intensität der Musik das Mittelmaß nicht überschreitet und sich der grazile Groove manchmal nicht wie gewünscht finden lässt. Doch wenn man dann auf den geheimen musikalischen Nenner kommt, dann erlauben auch die Errungenschaften der modernen Bühnentechnik, kabellose Signalübertragung, ein ausgelassenes Genießen dieses Phänomens seitens der Musiker. Und wenn man dann ein Instrument hat, welches man nicht durch die Luft schwingen kann, weil es aus einer Ansammlung von Trommeln und Becken besteht, dann lässt man sich in einem kraftvollen Solo aus und zitiert als Unterschrift den Groove des Vaters, Led Zeppelins’ Drummer Jon Bonham.

Alles in allem ist also „Live in London“ eine runde Sache, wenn auch in Teilen etwas zu konservativ; denn wie schon angedeutet, ist der Schritt von einer vitalen Kultur zu einem Museumsstück immer nur ein recht geringer und wie schon die klassische Musik aus der Feder eines Mozart oder Mendelssohn sind auch die Bands des Marquee Clubs öfter mit dem Spagat zwischen Feinschliff oder radikalem Umbruch konfrontiert.

Wenn man also handwerklich gut gemachter Musik mit nostalgischem Flair und ausgelassener Freude an der Tradition zugeneigt ist, lohnt es sich, diesem Livealbum einmal Gehör zu schenken. Die Wurzeln der Rockmusik kann man hier ohne zu graben besichtigen; wer jedoch zu viel erwartet und neben Unterhaltung auch Innovation sucht, dem sei das weite Feld des Progressive Rock ans Herz gelegt.

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