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The Psyke Project: Dead Storm

Ein Album wie eine (Nat-)Urgewalt
Wertung: 7.5/10
Genre: Sludge / Hardcore
Spielzeit: 52:18
Release: 24.08.2009
Label: Lifeforce Records

The Psyke Project aus Kopenhagen veröffentlichen mit „Dead Storm“ bereits ihr viertes Album und sind damit wieder genau so sperrig und schwer verdaulich wie zuvor. Kaum eine andere Band schaffte und schafft es, immer noch einen derart schwer zugänglichen Sound zu kreieren, der sich aus Sludge, Hardcore, Post-Rock und Noise zusammensetzt und ohne nervige Dissonanzen oder unerträglich hohe Töne auskommt.

Für das neue Full-Length-Album haben sich die Fünf aus Kopenhagen vorgenommen, noch einmal all ihren bisherigen Releases einen drauf zu setzen – die CD benötigt nochmals mehr Anläufe bis sie endlich zündet, das Chaos und die Komplexität nehmen noch größere Gestalt an und die gigantischen Soundwände, vor denen man sich irgendwann wiederfindet, sind gewaltiger und erschreckender denn je. Wie schwere, bedrohliche Wellen an den Bug klatschen, tropfen die lahmen Sludge-Riffs aus der Anlage auf den Hörer und seine Gefühlswelt ein, um diese entweder mit gebrechlichen, zarten Momenten der Melodie oder aber mit massiven, nervenzerreißenden Soundwänden zu erstürmen. Viele Songs beginnen mit kraftlosen, alleinstehenden Tönen wie eine schwache Brise. Diese erstarkt im Laufe des Songs, nimmt immer mehr an Fahrt auf und artet in einen todbringendem Sturm aus, der durch ungeheuer dichte Riffs und schleppende Bassläufe seine Energie bezieht.

Zwar gibt es Songs wie den ersten oder den letzten, „Utopia Is Not An Option“ und „Fire Blizzard“, die auch nach mehreren Anläufen nicht wirklich zünden und ein Inferno im Inneren des Hörers entfachen können, dafür drücken die besseren Songs – beispielsweise „Dead People Never Lie“ – die kalte, brachiale Gewalt der Natur des rohen Nordens umso besser aus und entwickeln sich in depressive, entseelte und grausame Musikstücke, welche die ungezügelte und grimmige Starrheit, sowie die bittere, ruhelose Kraft dieser Welt regelrecht verinnerlichen. Nein, dies bezieht sich nicht auf sozial-kritische Aspekte, sondern beschreibt tatsächlich die nordischen, verderblichen wie verderbenden Naturgewalten, mit der sich ein Großteil der Texte befasst. Als bestes Beispiel dürfte man hier den Song „Polaris“ anführen, der sich auch langsam beginnend zu einer utopischen Klangbombe entwickelt – zu Anfang wehen harmlose Wolken begleitet von milden Gitarrenakkorden über die Soundlandschaft, allerdings häufen sich diese, ziehen sich zusammen, warten auf die Ruhe vor dem Sturm und brechen dann in Form epischer, erdrückender Riffs und akzentuiertem Drumming auf den Toms wie ein Gewitter auf, prasseln wie Hagel auf den Hörer ein und krachen wie apokalyptische Blitze in Bäume als brutale Riff-Attacken in den Gehörgang der Hörer.

Zu loben ist der Aspekt, dass die Band ihre Songs nicht mehr ganz so sehr ins endlose ausufern lässt, sondern gekonnt dramaturgische Spannungsbögen aufzubauen weiß und stimmige, atmosphärische Klänge in bewusst organisierter Abfolge übermittelt. Dennoch fehlt es der CD an Abwechslung: Zwar verfügen die Lieder über einen starken Wiedererkennungswert, allerdings ist die CD nicht nur anstrengend, sondern auch ermüdend. Als weniger schwer zugänglichen „Sludgecore“ könnte man die Band Devil Sold His Soul aus Großbritannien nennen, die vor Kurzem bei Century Media unterschrieben hat und im April ihr neues Album veröffentlichen wird. Um ein Fazit zu ziehen – „Dead Storm“ ist ein Album wie eine (Nat-)Urgewalt, schwer, beängstigend, katastrophal, erdrückend, kolossal, beeindruckend aber irgendwo auch wunderschön, zart und mit einer herrlichen Wirkung auf den Betrachter versehen.

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