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The Prophecy²³: ... To The Pit

Eine Lehrstunde in Sachen Death Thrash
Wertung: 8.5/10
Genre: Brutal Thrash Metal
Spielzeit: 46:15
Release: 16.07.2010
Label: Massacre Records

Wenn eine Band The Prophecy²³ heißt, liegt es nah, als erstes nach dem Ursprung der angehängten Zahl zu suchen. Sinnvolle Antworten bekommt man auf der bandeigenen Homepage natürlich nicht, am passendsten erscheint jedoch das Gerücht, dass die Jungs nach dem 23. Bier auf die Idee kamen, eine Band zu gründen. Allein das beweist schon, wie wenig sich die Band ernst nimmt; ohne dabei ihre Musik ins Lächerliche verkommen zu lassen, versteht sich.

Die Heilbronner, die wie waschechte Amis klingen, haben mit ihrem Debüt „No Future For The Dead“ im Jahr 2005 und der drei Jahre später erschienenen EP „Immortal Attitude“ schon ordentlich Staub aufgewirbelt, „… To The Pit“ soll jetzt noch eins drauf setzen. Dabei haben die Vier hörbar Spaß daran, guten alten Thrash, Heavy und Death Metal zu einem Brei zu mischen, der nicht nur ordentlich reinhaut, sondern auch immer irgendwie lustig ist – bei Songtiteln wie „Surf Nazis Must Die“ kein Wunder.

Technisch versiert gehen Drummer Florian, Gitarrist Dennis, Thrash-Keifer und Gitarrist Hannes und Bassist und Death-Growler Tobias zu Werke; übrigens sehr zuvorkommend, dass auf der Homepage dabeisteht, wer die Thrash- und wer die Death-Vocals liefert – so kann man als Schreiberling gleich dem richtigen den schwarzen Peter zuschieben, wenn mal was scheiße klingen sollte.

Nötig wird das bei dieser Platte allerdings nicht sein, denn obwohl die Songs vielleicht nicht den Geschmack der breiten Metaller-Masse treffen dürften, überzeugen sie doch durchgehend durch Einfallsreichtum – ja, sowas soll’s im Thrash Metal auch noch geben – und vor allem talentierte Musiker. Direkt der Opener „B.T.M. – Brutal Thrash Maniacs“ dürfte live ein absoluter Gassenhauer sein; treibende Riffs und ein Refrain zum Mitgröhlen locken sicher auch den schlechtgelauntesten Thrasher hinterm Ofen vor. „From The Basement To The Pit“ setzt dann weniger auf launemachende Rhythmik, sondern eher auf düster-bedrohliches Riffing mit starken Old School-Thrash-Einschlag und kreischenden Gitarrenriffs.

„Immortal Attitude“ entwickelt sich recht schnell zu meinem persönlichen Liebling; der Song fährt die ganz alte Death Metal-Schiene, klingt ein wenig nach der alten Göteborger Schule, und setzt sich im Gehörgang fest wie eine Zecke. „23 Thrash B.C.“ groovt dann ganz gemütlich durch thrashige Gefilde; hier macht vor allem Hannes stimmlich eine ausnehmend gute Figur, klingt fast wie ein 40-jähriger Old Thrasher – genial. Weil ja alles gerecht zugehen soll, darf sich Death-Kehlchen Tobias bei „Human Decay“ austoben, das mir eine Spur zu monoton daherkommt, aber eine coole Gitarrenspur aufweisen kann.

„Surf Nazis Must Die“ entpuppt sich als solider Death-Thrasher mit einem sehr lustigen, Bonanza-mäßigen Gitarrensolo am Ende, das irgendwie trotz aller Absurdität passt wie Arsch auf Eimer. Mit einem dreißigsekündigen Kracher namens „Honor. Torture. War.“ beschließen die fünf die Platte standesgemäß merkwürdig.

The Prophecy²³ haben tatsächlich ein paar Überraschungen in petto, die man ihnen so auf den ersten Blick gar nicht zugetraut hätte. Zu einer hohen Punktzahl kann man sich hier durchaus hinreißen lassen, nicht zuletzt wegen der hohen Qualität, bei der trotz allem der Spaßfaktor nicht verloren geht. Live sind die Jungs sicher eine Macht, auf Platte überzeugen können sie auf jeden Fall.

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