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The Prophecy²³: Live Mosh Action

Ein klasse Livealbum mit absoluter Daseinsberechtigung
Wertung: 9,5/10
Genre: Thrash Metal, Death Metal, Hardcore
Spielzeit: 52:53
Release: 08.12.2017
Label: Massacre Records

15 Jahre The Prophecy²³ – da muss man an dieser Stelle erstmal herzlichste Glückwünsche aussprechen und kann nur auf die nächsten 15 Jahre hoffen. Ganz von Anfang an waren auch wir von The-Pit.de nicht dabei, aber schon die erste Full-Length „… To The Pit“ musste dem Titel nach folgerichtig bei uns landen; seitdem hat die Heilbronner Truppe immer einen Platz in den Pit-Archiven reserviert bekommen.

Nun veröffentlichen die Herrschaften um die Fronter Hannes und Phil ihre erste Live-Platte; wenn man die Truppe mal auf der Bühne gesehen hat, ist die Entscheidung nur logisch, denn die Auftritte des (Noch-)Fünfers (Gitarrist Dennis hat sich vor kurzem entschlossen, die Band zu verlassen) sind nicht nur wegen der knallgrünen Instrumente ein Spektakel für sich. TP23 sind außerdem auch die einzige Band, der man es verzeihen kann, wenn sie live Manowar-Zitate einbaut – schließlich sind die Jungs „untrue like a boss“ – und beweisen das immer wieder mit Witz und Charme.

Dabei ist das größte Wiedererkennungsmerkmal sicherlich die Kombination von Hannes‘ eher thrashigem Old School gewidmeten Vocals und Phils Todesgrowls; live sicherlich noch beeindruckender als auf Platte, da sich hier eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Songs wie „A Backpack Full Of Fleshsnacks“ oder der Bandklassiker „Green Machine Laser Beam“ knallen auch auf Live-Platte richtig ordentlich durch die Boxen, immer wieder streuen die Jungs kurze Ansagen ein, die aber Gott sei Dank nicht als Störfaktor fungieren und auch der Spaß, den die Truppe live überträgt, ist hörbar – da macht es auch nichts, dass hier tatsächlich „nur“ eine CD erscheint und keine CD mit Live-DVD.

Ganz großartig auch das vom letzten Album stammende „Pit Laserbeam“, bei dem live immer wieder der Bär und die Menge steppt; auch das Debütalbum wurde bei der Setlist nicht vergessen und ist mit „Brutal Thrash Maniacs“, „Surf Nazis Must Die“ und „A Backpack Full Of Fleshsnacks“ und „From The Basement To The Pit“ optimal repräsentiert. Live fallen interessanterweise auch einige Details mehr ins Gewicht als noch auf Platte: Beispielweise macht der melodische Gitarrenpart in „Home Is Where You Shred“ eine richtiggehende Gänsehaut, das Grinsen lässt sich auch vor dem heimischen Computer kaum zurückhalten und das anschließende „Tape Trading Like A Boss“ versprüht dann nicht nur Nostalgie-Zauber, sondern wird von der Band auch für den Aufruf zur Wall Of Death genutzt („Besoffene und lebensmüde Typen in der Mitte – seid ihr bereit?“).

Zum Glück lässt sich die Menge nicht nur zu Manowars „Warriors Of The World“ zum Mitsingen bewegen, sondern unterstützt Schreihals Phil auch bei „Green Machine Laser Beam“ tatkräftig, schon hier werden „Prophecy“-Rufe und der Wunsch nach einer Zugabe laut; dem wird natürlich entsprochen und so schieben die Jungs ruckzuck noch „Party Like It’s ‘84“ hinterher, geschlossen wird natürlich mit „No Beer – What A Mess“, zu dem das etwas erschöpft klingende Publikum noch mal alle Reserven mobilisiert und mit Phil gemeinsam sein fünfjähriges Prophecy-Jubiläum feiert.

Insgesamt also ein Spektakel für die ganze Familie: The Prophecy²³ haben ihren Ruf als Spaßkapelle nicht zu Unrecht, ziehen sich dabei aber nie selbst ins Lächerliche und machen live eine noch bessere Figur als bei Studioaufnahmen. Wer die Truppe noch nie live gesehen hat, sollte dies schnellstens nachholen – und das Livealbum vorbestellen!

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Das ist halt auch der Ruhrpott, da geht es gerade heraus, was Sache ist

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