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The Prophecy²³: Fresh Metal

Ein viertes, granatenstarkes Album
Wertung: 9,5/10
Genre: Thrash Metal, Death Metal, Hardcore, Punk
Spielzeit: 46:44
Release: 20.03.2020
Label: Massacre Records

Gut Ding will Weile haben, heißt es, und manchmal stimmt dieser leicht verstaubt anmutende Spruch tatsächlich: Zumindest haben sich die Heilbronner The Prophecy²³ mit ihrer neuen Scheibe „Fresh Metal“ bald sechs Jahre Zeit gelassen, rechnet man die „Live Mosh Action“ von 2017 aus der Gleichung raus. Diesmal hatten die Fans das Sagen: Vorab wurde ein Event organisiert, bei dem die Anhänger der Combo die neuen Songs hören und für ihre Favoriten abstimmen konnten – schon da wusste man nicht so recht, wie man sich entscheiden sollte, präsentierte die Thrash-Death-Combo doch eine absolut großartige Auswahl. Dass da kein schlechtes Album herauskommen konnte, war somit im Vorfeld schon klar.

Eine nicht mehr ganz so aktuelle Neuerung steht mit Growler Luca auf dem Plan, der mittlerweile auch schon gut in die Gruppe integriert scheint und seinen Vorgänger Phil würdig zu vertreten weiß. Auch alles andere als neu ist die schier endlose Kreatitivät, mit der die Heilbronner allein schon ihre Songs benennen: „Caps, Trucks And Rock‘n‘Roll“ bietet einen neuen, deutlich gesünderen Slogan für die feierwütige Menge an, wobei „Beach, Waves, Beer, Babes“ bei den derzeitigen Wetterumschwüngen noch wie ein Wunschtraum wirkt. „Intergalactic Anti-Capitalism“ kann dann live sicherlich als Indikator dafür genommen werden, wie sehr die bisher eingenommene Alkoholmenge die Aussprache englischer Worte beeinträchtigt, und das instrumentale, sehr sonnige „Mexico Maya Mosh“ bietet einmal mehr eine wunderbare Alliteration aus dem Hause Prophecy (man erinnere sich nur an „Pablo The Peacemaking Pizza“.)

Da wird dann zu „Calm Down“ auch Michael Clarke Duncan in seiner „The Green Mile“-Paraderolle zitiert (RIP!), der einem schon damals aus der Seele sprach, aber bei der heutigen gesellschaftlichen Lage mehr denn je den Nagel auf den Kopf trifft, wohingegen „I Wish I Could Skate“ eine absolut geniale, punkige Skaterhymne darstellt, die schon auf Platte gewaltig Spaß macht. Und wer meint, die Heilbronner Combo könnte niemanden mehr überraschen, der sieht sich zum Finale der Scheibe der Hammerballade „The Greenwolf“ gegenüber, bei der ungeahnte Gesangestalente zum Vorschein kommen. Wahrscheinlich die einzige Ballade ever mit Growl-Part – der Wahnsinn!

Anspieltipps aufzählen kann man hier bis zum jüngsten Tag: Auch der bärenstarke Opener „We Love Fresh Metal“, der schon lange vorab ausgekoppelt wurde und mittlerweile schon gefühlt ewig in der heimischen Playlist rotiert, entpuppt sich von Mal zu Mal wieder als knackiger Ohrwurm und auch „We Kindly Ask To Shred“, mit seinem Bass-Intro und dem Klargesang erst mal etwas schräg daherkommend, kann sich schließlich in die Herzen der Hörer spielen, was nicht zuletzt auch an dem genialen Refrain liegt. The Prophecy²³ schaffen sogar das scheinbar Unmögliche: Tracks mit einem platten Titel wie „No Deep Talks – Just Drinks“ basteln, die keinesfalls stumpf daherkommen, sondern sich als absolut tanzbare Partykracher mit Punk-Schlag entpuppen und zum Mitsingen und Feiern einladen.

Danke Jungs, für ein viertes, granatenstarkes Album. The Prophecy²³ sind weiterhin ein Garant für die nahezu perfekte Verschmelzung von Thrash, Death, Hardcore und Punk, die ohne einen Anflug von Stumpfsinn, sondern mit unheimlich viel Charme und Intelligenz vorgetragen werden. Dabei nehmen die Heilbronner sich selbst nicht zu ernst, ihre Message aber umso mehr: Fresh Metal in die Welt hinaus tragen, und das ohne Kompromisse - „no ifs, no buts – just relax to this“.

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