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The Project Hate MCMXCIX: Deadmarch - Initiation Of Blasphemy

Eine Lehrstunde in Blasphemie
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 52:58
Release: 30.11.2009
Label: Vic Records

Lord K. Philipson ist, wie man beinah vermuten könnte, ein echtes Unikum. Misanthrop, Zyniker und Antichrist mit Leib und Seele, The Project Hate MCMXCIX betreibt er quasi nebenher. Kaum auszudenken also, was passiert, wenn man sich nicht an die Anweisungen des Lords hält. Da geht schon mal eine komplette Platte einfach verschütt. So geschehen bei dem „neuen“ Album „Deadmarch“. Die Platte wurde zwar tatsächlich schon 1998 aufgenommen, konnte aber nicht komplett fertig gestellt werden, da einige von Philipsons Mitmusikern es wagten, sich nicht an seine strengen Erwartungen zu halten. Als dann schlussendlich auch noch das bereits fertig abgemischte Mastertape verloren ging, kann man sich vorstellen, wie der Mann getobt haben muss.

Wie wir alle wissen, neigt Unkraut dazu, standhaft allen Vernichtungsversuchen zu trotzen und vermutlich halten wir nur aus diesem einen Grund heute das Erstlingswerk der Band in den Händen, sozusagen die Saat des Bösen, die „Initiation Of Blasphemy“, wie der Untertitel des Albums so schön unheilvoll verkündet. Da ein echter Workaholic nichts verkommen lässt, finden sich Teile von „Deadmarch“ inzwischen auch auf den Alben „Cybersonic Superchrist“ und „When We Are Done Your Flesh Will Be Ours“, quasi in recycelter Form, aber das soll uns jetzt nicht stören, denn das Album selbst fordert die gesamte Aufmerksamkeit des Hörers, wie bei The Project Hate nicht anders zu erwarten war.

Schon der leicht orientalisch angehauchte Opener „Angels Misled“ zeigt die Band in bester Stimmung, die Affinität zu etwas überlangen Songs ist geblieben. Zwar ist kein solcher Koloss mit dabei wie das fast 13-minütige „Descend Into The Eternal Pits Of Posession“ vom letzten Album „The Lustrate Process“, trotzdem rutscht auch diesmal nur eines der Stücke unter die Sechs-Minuten-Grenze. Im Gegensatz zur genannten letzten Scheibe kann man hier auch durchaus von einer Symbiose der beiden Vokalisten Mia Stahl und Mikael Öberg sprechen; die warme weibliche Stimme passt hervorragend zu den tiefen Growls und nimmt ihren eigenen Platz ein, ohne sich an die Wand singen zu lassen.

Zwar klingt das folgende „Sear The Son“ wie die logische Weiterentwicklung von „Angels Misled“, der Funke springt aber diesmal nicht so richtig über; erst das überraschend groovelastige „The Crucified Starts To Reek“ fügt sich wieder perfekt ein und überrascht mit einem fast schon tanzbar anmutenden Beat und der wunderbaren Stimme von Sängerin Mia, die auch ohne Operngetriller einen erstaunlich hohen Wiedererkennungswert haben dürfte.

„So I Mourn“ wird von filigranen Panflöten eingeleitet, bevor perfekt platziert die Gitarren und Growls einsetzen. Der Song lädt geradezu zum Headbangen ein, umso trauriger, dass der Lord höchstselbst immer wieder leidenschaftlich verkündet, dass The Project Hate niemals live auftreten wird. Nicht etwa, weil der gnädige Herr dazu keine Lust hätte – das Problem liegt eher in der herrischen Art des Meisters begründet, die es seinen Teilzeit-Mitmusikern unmöglich macht, sich längere Zeit in seiner Band aufzuhalten.

Doppelt schade ist diese Tatsache natürlich, weil The Project Hate MCMXCIX eine großartige Band mit enormem Potenzial und unzähligen interessanten musikalischen Einflüssen ist. „Deadmarch“ vereint den Charme der späten Neunziger Jahre und die modernen, bearbeiteten Elemente des neuen Jahrtausends in sich und zeigt einmal mehr, dass man mit dem Lord und seiner Combo immer und überall zu rechnen hat.

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