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The Pariah: No Truth

Bitte mehr davon!
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Hardcore
Spielzeit: 36:27
Release: 28.09.2018
Label: Redfield Records

Beim ersten Durchhören der neuen The Pariah-Scheibe „No Truth“ kann man sich gar nicht vorstellen, dass hier das Debütalbum einer Band vorliegt – zu durchdacht sind die Songs, zu auffällig der rote Faden, der sich durch die Tracklist schlängelt, dabei haben die Bottropper gerade erst vor zwei Jahren überhaupt ihre Debüt-EP „Divided By Choice“ auf den übersättigten Hardcoremarkt geworfen und scheinbar direkt eine Duftspur hinterlassen, die eine Menge Fans anziehen konnte.

„No Truth“ steht nun also seit knapp einem Monat in den Regalen und im Netz, darauf enthalten elf Melodic-Hardcore-Stücke, die teils gar nicht so sehr auf „melodic“ pochen, sondern eher auf „Abriss“ programmiert sind. Wie es sich für die Szene gehört, haben sich gleich einige Brüder im Geiste als Feautures bereit erklärt, dazu aber gleich mehr – 18 Miles, Alazka und Counterparts haben mal eben ihre jeweiligen Frontmänner verliehen, damit die auch mal anderweitig die Sau rauslassen können.

Und rausgelassene Säue gibt es auf „No Truth“ so einige, da kommt man als gemeiner Hörer kaum zum Durchatmen: Schon der Opener „Second Skin“ sorgt für leichten Muskelkater im geschwungenen Tanzbein, da dürfen auch die allseits beliebten Gangshouts nicht fehlen, die sich vor allem live immer gut machen – hier wird auch den melodischen Anteilen noch sehr gründlich Rechnung getragen, ohne in kitschgehaftetes Geschwurbel abzudriften, nahtlos geht es dann über zum stampfenden „Monolith“; das‘ mal ein solider Einstand.

Gerade „Comfort Zone“ zeigt dann die Vorteile einer Albumkollabo auf, tobt sich doch 18 Miles-Brüllwürfel Daan Nieboer so richtig aus und bildet mit seinem deutlich tieferen Organ einen schönen Kontrapunkt zu den Hauptvocals von Pariah-Henning. Ausgerechnet das unspektakulär betitelte „Interlude“ kann dann mit viel Melodie und Melancholie überzeugen, nimmt dabei sogar durch die Kombination von Shouts und sphärischen Gitarren ein regelrechtes Post-Hardcore-Feeling an und sammelt fleißig einige Pünktchen für den finalen Zählerstand.

Deutlich flotter und brachialer bricht dann „Regression“ durch die Membranen, auch hier eine gelungene Kollabo mit Alazkas Sänger Tobias Rische, man stachelt sich gegenseitig hoch und pusht den Song in ungeahnte Tempohöhen – das folgende „Surged“ an der Seite von Counterparts-Fronter Brendan Murphy wirkt im direkten Vergleich dann zu Beginn beinah wie ein klassischer Hardcore-Track, man setzt auf galoppierende Gitarren und 2-Step-tanzbare Beats, zwischen die sich gelegentlich ein Hauch von Melodie schleicht.

„No Truth“ braucht ein paar Umdrehungen, bis es richtig zündet, kann unterm Strich aber als ein durchweg solides, stellenweise sehr überzeugendes Debütalbum bezeichnet werden, bei dem vor allem auch die Leidenschaft der Bandmitglieder eine hörbare Rolle spielt. Wenn es nach mir geht, müssten sich The Pariah mit der nächsten Scheibe nicht unbedingt zwei Jahre Zeit lassen.

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