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The Pains Of Being Pure At Heart: Days Of Abandon

Zuckrig bis zum Schlaganfall
Wertung: 4/10
Genre: Indiepop
Spielzeit: 36:58
Release: 13.05.2014
Label: Fierce Panda Records

Manchmal können einen Bandnamen doch ganz schön mies anschmieren. Da rächt sich die mangelnde Recherche im Voraus, wenn man bei einem Monstrum wie The Pains Of Being Pure At Heart an corelastigen Sound denkt. Selbst Schuld, was letztlich dabei herauskommt ist nämlich nichts anderes als Indie. Pop, nicht Rock. Das wäre ja noch okay gewesen.

Machen wir das Beste draus und schauen mal auf die Fakten. „Days Of Abandon“ heißt das aktuelle und mittlerweile dritte Machwerk der Truppe aus New York City, bestehend aus Sänger und Gitarrist Kip Berman, Drummer Kurt Feldman, Bassist Alex Naidus und Keyboarderin/Sängerin Peggy Wang. Bereits 2009 brachte die Band das selbstbetitelte Debüt raus, zwei Jahre später den Nachfolger „Belong“, ein paar EPs wurden auch noch nachgeschoben – die Combo war also keineswegs untätig, dürfte hierzulande aber trotzdem noch völlig unbekannt sein.

Im ersten Durchlauf tropft der Sirup geradezu durch die Lautsprecher, aber man muss der Band zugute halten, dass einige sehr interessante Instrumentalpassagen vorgeführt werden. Nur ganz ehrlich, sobald der Gesang einsetzt, ist Schicht im Schacht. Süßlich-zuckrig, immer einen Ton zu höflich-leise, und außerdem kann man oft Weiblein und Männlein nicht voneinander unterscheiden, was cool wäre, würde es sich um Growls handeln, aber leider bei dieser Art der Musik sehr schnell ins Gegenteil umschlagen kann.

Springen einem mal Passagen ins Auge bzw. Ohr, weiß man meist nicht so recht, ob das Urteil positiv oder negativ ausfällt. Gegen Ende von „Eurydice“ gibt es beispielsweise eine auffällige Gesangspassage, an dem alle Skrupel abgestreift werden und man sich tatsächlich ein bisschen beim Tanzen ertappt – das folgende „Masokissed“, vom Titel her recht hoffnungsvoll, brät dann im eigenen Saft. Das Keyboard erinnert stark an die peinlichsten Zeiten der Achtziger, alles kommt in einem verklärt-romantischen Nebel daher (wie bei den Filmen, bei denen in den Liebesszenen der Weichzeichner den Rand verschwinden lässt), da hilft nur das Wegskippen. Wären hier tiefere Tasten angeschlagen worden und der Gesang nicht so übermäßig beschwingt, hätte man den Track glatt als New Wave verkaufen können.

„Until The Sun Explodes“ ist dann ein Track, bei dem es wirklich schade ist, dass Gesang vorkommt. Instrumental machen die Herren und die Dame an sich alles richtig, beschwingt und ein bisschen New-Wave-mäßig wird nach vorne getrieben, nur wie gesagt – Sänger Kip streut wieder überall Puderzucker. Die gute Peggy hingegen überrascht beim folgenden „Life After Life“ sogar mit einem sehr zarten und schönen Stimmchen (aber nicht übermäßig kindchenhaften), so dass man dem Song einfach das Prädikat Anspieltipp geben muss, auch wenn die Instrumentalfraktion wieder zu süßlich agiert. Es mag ja Pop sein, aber es müssen einem nicht die Zähne wegfaulen lassen.

Intros wie das zu „Kelly“, mit seinem fast rock’n’rolligen Schlagzeug lassen einen kurz aufmerken, schon nach wenigen Sekunden wird man aber durch den drolligen Gesang eines besseren belehrt. Selbiges passiert auf „Days Of Abandon“ leider allzu häufig und verleidet einem komplett den Spaß an einigen recht passablen Instrumentalteilchen. Da hat man schon besseren Indiepop gehört.

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