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The Other: New Blood

Ein Leckerbissen für Horrorpunk-Fans
Wertung: 8.5/10
Genre: Horrorpunk
Spielzeit: 47:09
Release: 21.05.2010
Label: Steamhammer/SPV

Wieder einmal bereichern die Zombies und anderen untoten Gestalten von The Other die Horrorpunk-Szene um ein weiteres Werk, das gerade in Sachen Abwechslung der Konkurrenz ein ganzes Stück voraus ist. Die wilde Mischung aus Punk und Gothic Rock und einem gehörigen Schuss Metal ist zwar auch dieses Mal wieder das Grundrezept, jedoch schreckt man auch vor deutlicheren Ausflügen in andere Genres nicht zurück und präsentiert ein Highlight unter den jüngsten Horrorpunk-Veröffentlichungen.

Deftige Thrash-Metal-Riffs treffen auf das vom Punk gewohnte hohe Tempo und eine Gothic-typische Düsternis, über all dem erschallt die Stimme des ein wenig an Volbeats Micheal Poulsen erinnernden Sängers, der eine sehr starke und stellenweise auch recht variable Leistung präsentiert. Auffällig ist vor allem die im Vergleich zum Vorgängeralbum deutlich verbesserte Produktion, die die Songs in ungewohnt druckvollem Gewand erstrahlen lässt. Wer jetzt denkt, dadurch klänge das Gesamtbild zu sauber für eine Punkrock-Band, sei beruhigt, denn trotz allem haben The Other ihre unbändige Energie nicht verloren und rocken noch immer so dreckig wie gewohnt.

Nach dem cineastischen Intro „New Blood“ untermauert die Band dies auch gleich eindrucksvoll mit „Back To The Cemetery“: Nach einem finsteren und schleppenden Anfang wird ordentlich aufs Gas getreten, thrashige Riffs begleiten die harten Strophen, bevor ein für die Band typischer Mitsing-Refrain erklingt. „Transylvania“ setzt die CD auf nicht weniger überzeugende Weise fort, bevor mit „Ghost Right To Hell“ ein lupenreiner Highspeed-Song geboten wird, der kaum jemanden still sitzen lassen wird. Hit reiht sich auf diesem Album an Hit, kaum einer der Refrains bleibt nicht sofort im Ohr hängen. Besonders herauszuheben ist hier das deutschsprachige Stück „Hier kommt die Dunkelheit“, dessen Chorus dank der einprägsamen Textzeilen insbesondere live für Furore sorgen dürfte.

Für Abwechslung sorgen die Halb-Ballade „Lovesick Mind“ und die ruppigen Tracks „Talk To The Dead“ und „In League With The Devil“ - „Lovesick Mind“ stellt dabei sicherlich das größte Experiment auf der Platte da, hörte man doch bisher noch nie derartige Klänge von der Band. In ruhigem, aber sehr düsterem Gewand erreicht man fast schon symphonische Sphären und setzt reichlich Keyboards ein, das Tempo wird dieses Mal eher langsam gehalten. Vor allem der mächtige Refrain weiß zu überzeugen und zeigt, dass The Other auch in diesem Bereich hervorragend aufgehoben wären. Die anderen erwähnten Songs versuchen sich am anderen Extrem und bieten schwermetallisches Riffing, das man so bisher selten von der Truppe gewohnt ist – tatsächlich geht die Rechnung aber auf, denn die beiden Stücke zählen zu den Höhepunkten auf dem Album und dürften auch eingeschworenen Metallern gefallen.

Trotz dieser relativ erfolgreichen Versuche, keine Monotonie aufkommen zu lassen, sind wie in diesem Genre üblich einige Wiederholungen natürlich nicht zu vermeiden, so dass ab und zu einige Melodien zu ähnlich klingen und das Album gegen Ende leicht an Fahrt verliert. Das ändert letztendlich aber nichts daran, dass „New Blood“ eine rundum gelungene Scheibe ist, die The Other endgültig an die Speerspitze des Horrorpunks katapultiert und ihnen Fans aus vielen verschiedenen Lagern einbringen dürfte, denn das Album ist nicht nur für Fans des Genres interessant. Ohrwürmer werden in großer Anzahl geboten, ohne dabei den nötigen Härtegrad und ein ruppiges Tempo vermissen zu lassen, sodass „New Blood“ für alle Freunde von eingängigem, schnellem und leicht düster angehauchtem Rock empfehlenswert ist.

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