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The Neal Morse Band: The Grand Experiment

Ein gelungener Mix aus Komplexität und Eingängigkeit
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 52:55
Release: 16.02.2015
Label: Radiant Records

Neal Morse ist ein ziemlich umtriebiger Mann. So hat er im letzten Jahr neben dem neuen Transatlantic-Album samt dazugehöriger Tour und dem Flying-Colors-Zweitwerk„Second Nature“ auch noch individuell mit einem Singer-Songwriter-Album auf sich aufmerksam gemacht. Von Ermüdungserscheinung gibt es dennoch weit und breit keine Spur und so steht man bereits im Februar 2015 ein weiteres Mal vor einer Neal-Morse-Scheibe. Dieses Mal unter Mitarbeit der Neal Morse Band, deren Rolle dem Namensgeber zufolge wesentlich größer ausfiel als bei vorherigen Aufnahmen. Zur Abwechslung hatte die Prog-Legende nämlich dieses Mal kein Material für die Aufnahmen vorbereitet. Spannend also, was die fünf Musiker gemeinsam aus ihren Instrumenten herausgeholt haben.

Eine kurze Zusammenfassung fällt wie so oft in diesem Genre schwer. „The Grand Experiment“ ist wie zu erwarten war verdammt abwechslungsreich, kann aber mit Leichtigkeit in zwei Teile unterteilt werden. Teil Nummer eins besteht aus zwei längeren Songs, einem zehnminütigen Opener sowie dem fast halbstündigen Schlusstrack „Alive Again“. Umrahmt von diesen zwei komplexen Arrangements, finden sich dann noch drei kürzere Nummern, die zeigen, dass die Musiker ihr Gespür für zugängliche Songs trotz aller komplexen Spielereien noch nicht verloren haben.

Zugänglicher heißt in diesem Fall aber keinesfalls langweiliger. Die Songs bieten erst einmal einen guten Kontrast zu den komplexeren Werken, was das Album als Ganzes wesentlich zugänglicher macht, als man nach dem ersten Song erwarten würde. Des Weiteren ist die vergleichsweise kurze Spielzeit der Nummern auch schon fast das Einzige, was sie gemeinsam haben. Der Titletrack lebt vor allem von einem lebendigen Riff in Verbindung mit einem catchy Refrain. „Waterfall“ ist schlicht und einfach eine wunderschöne, melodische Akustikballade, die vor allem Eric Gillettes Gitarrenarbeit hervorhebt und „Agenda“ überrascht mit interessanten Soundspielereien, besonders dem leicht verzerrten Gesang, der dem Song eine eigene Note gibt. Gerade „Agenda“, aber auch „The Grand Experiment“ fallen allerdings doch ungewöhnlich repetitiv aus und zeigen nach mehreren Hördurchgängen immerhin leichte Abnutzungserscheinungen. Diese beziehen sich allerdings auf den Vergleich zu den beiden längeren Songs und liegen damit irgendwo auch in der Natur der Sache.

Man könnte fast von einem Zwei-Klassen-Album sprechen. Denn im Kontrast zu den gerade beschriebenen kürzeren Nummern, fällt die Beschreibung der anderen beiden Songs, der Dauer und Komplexität entsprechend, wesentlich schwerer. „The Call“ besteht im Grunde aus zwei unterschiedlichen Songs, die aber von einem sowohl als Intro als auch als Outro benutzten Thema geschickt miteinander verbunden werden. Während man bei dieser Nummer noch einigermaßen mitkommt, lässt einen das abschließende „Alive Again“ auch nach mehrmaligem Hören einfach nur mit offenem Mund zurück. In beinahe 27 Minuten geht es hier ständig bergauf und bergab, mal härter, mal sanfter, meist etwas verschachtelt, zuweilen aber auch wesentlich zugänglicher, fast schon an Neal Morses Soloalbum anknüpfend. Tempo, Dynamik und Rhythmik wechseln dabei stetig, in einem sich immer weiter entwickelnden Song, der beweist, dass man seine Komponisten völlig zurecht zur Creme de la Creme zählt.

Alles in allem ist „The Grand Experiment“ also eine gelungene Mischung verschiedener Einflüsse geworden, die die Scheibe den progressiven Elementen zum Trotz relativ leicht bekömmlich macht, ohne dabei an Qualität einzubüßen. Das Album ist zwar kein neue Grenzen auslotendes Wunderwerk, behält das hohe Niveau, das die Bandmitglieder ihre gesamte Karriere über auszeichnete, aber definitiv bei und ist jedem Freund des Progressiven bedenkenlos zu empfehlen.    

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