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The Mourning Post: Colors Outside

TMP heben sich ihre Leidenschaft für das Finale auf
Wertung: 7,5/10
Genre: (Post-)Emo-Rock
Spielzeit: 17:05
Release: 19.11.2021
Label: Eigenproduktion

The Mourning Post haben seit ihrer Gründung das Glück nicht gerade auf ihrer Seite: 2016 veröffentlichte man eine selbstbetitelte EP, danach stand man mit abgespecktem Line-Up und ohne Proberaum da. In dieser Situation fand sich die Band anscheinend immer wieder, bis ausgerechnet im Herbst 2021 plötzlich alles wieder zusammenpasste, man sich neu formatiert hatte und mit „Colors Outside“ denn auch eine neue EP veröffentlichen konnte und wollte. „Colors Outside“ hat nicht nur einen herbstlich passenden Namen, sondern auch ein schönes Cover, und kann somit schon mal von außen betrachtet punkten.

Unter 20 Minuten Spielzeit, gerade mal fünf Songs – quasi ein Appetithäppchen für zwischendurch, was aber nicht unbedingt eine Aussage über die musikalische Qualität der Songs machen kann. Vorab wurde mit „Den“ nämlich tatsächlich schon eine frische, aber auch melancholische Single veröffentlicht, die irgendwo im Zwischenraum von Emo und Alternative Rock navigiert, und den Hörer mit einem dichten Soundteppich erfreuen konnte.

Ein Stück wie „Cop-Out“ kommt dann fast schon etwas zu seicht daher, man sucht vergeblich nach dem Funken, der überspringt, im Verlauf wird aber auch klar wieso: The Mourning Post sind einfach am besten, wenn ein bisschen Wut und Verzweiflung überspringen. Aus diesem Grund kann „Phase“ sich dann mit seinen fast schon zornigen Ausbrüchen, den bratenden Gitarren und dem deutlich aggressiveren Gesang bereits im ersten Durchlauf als Highlight der Scheiblette etablieren, obwohl es auch hier schön gewesen wäre, wenn The Mourning Post sich noch ein bisschen mehr in ihren Zorn hineingesteigert hätten. Nichtsdestotrotz: Ein sehr starker Song, den man gerne öfter hört!

Final kommt „A Paradigm“ dann eher noch mal gemächlich daher, bereits im Intro fällt der Gesang weich wie eine Decke über den Hörer, dazu eine leicht dahin schwebende Gitarre und man ist automatisch im siebten (Post-)Emo-Himmel. Als schöner Gegenpart zum aufgebrachten „Phase“ kann auch „A Paradigm“ überraschend punkten, und was in der Mitte der EP noch irgendwie ein bisschen fad wirkte, fügt sich hier wieder alles zusammen, als hätten die Jungs beim Songschreiben nicht mal einen Gedanken verschwendet. Alles fließt und man kann sich gemächlich treiben lassen.

Mit drei starken Anspieltipps auf gerade mal einer Handvoll Tracks haben The Mourning Post tatsächlich trotz vergleichsweise geringer Output-Übung schon vieles richtig gemacht. Große Momente gibt es vor allem im letzten Drittel von „Colors Outside“ zu bestaunen; wenn die Truppe sich mit solcher Leidenschaft in die nächste Veröffentlichung kniet, dürfen wir uns schon mal freuen (und hoffentlich nicht wieder fünf Jahre warten).

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