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The Morphean: Mechanical

Ein Kleinod aus dem Alpenland
Wertung: 9/10
Genre: Modern Death Metal
Spielzeit: 42:04
Release: 01.06.2014
Label: Noisehead Records

Es gibt ja viele Combos, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben. Hier eine Aufzählung zu starten wäre das gleiche, als ob man die Sandkörner an der Nordseeküste zählen wollte (gut, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben). Die Österreicher The Morphean gehören auf jeden Fall in diese Sparte. Die Band hat schon eine EP, ein Album, eine Single und ein paar Demos veröffentlicht; nun liegt das zweite Album „Mechanical“ vor.

The Morphean treten mit der neuen Platte 42 Minuten lang Arsch. Es gibt keinen Song auf dem Silberling, der den Hörer nicht an der Gurgel packt und zudrückt. Die Stimmung ist erdrückend und beängstigend. Die Schublade Modern Death Metal passt also ganz gut. Vom Feeling her fühlt man sich ein bisschen an I Spit Ashes erinnert. Die Pegnitzer spielen mit ähnlich düsteren Szenarien wie The Morphean. Dafür gehen die Österreicher etwas differenzierter an die Sache heran. Viele Stimmungen und Eindrücke kommen direkt aus der Instrumentenfraktion. Nicht, dass Sänger Burns Biermayr nicht singen könnte oder dergleichen. Er setzt seine Akzente gekonnt auf eine große Konstruktion, die seine Mitstreiter bereits vorlegen. So hat der Shouter deutlich mehr Freiraum als in den meisten Fällen. Das Ergebnis sind sehr freie Gesangslinien, die bei weitem nicht immer einfach nur dem Rhythmusgitarristen folgen. Es macht wirklich Spaß zuzuhören, weil The Morphean ziemlich gute Songarchitekten sind.

Gleich zu Beginn bekommt der Hörer einen Eindruck irgendwo zwischen Death Metal und Djent, eine Mischung aus Berechnung und Chaos. Trotz aller Widersprüche funktioniert das Schema aber richtig gut. Der Eindruck der Planlosigkeit in der Musik verschwindet sehr schnell sobald die ersten fetten Riffs in die Ohren knallen. The Morphean beherrschen die Gratwanderung zwischen mitreißenden Hooklines und zermürbenden Brutaloriffs aus dem Effeff. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Titel „Light On The Horizon“. Hier scheppert es immer wieder mächtig, bevor man erneut in einen gehobenen Mid-Tempo-Trott einschwingt, in dem auch die Textpassagen untergebracht sind. So wechseln sich Blast-Parts und Groovemomente ab und ergeben einen zermürbenden Gesamteindruck.

Man sollte sich die Zeit nehmen und sich das ganze Album mehrmals anhören bevor man ein Urteil fällt. The Morphean haben viele Besonderheiten versteckt, die man sich erst erhören muss, die dann aber umso mehr Spaß machen. Insgesamt ist das ein tolles Album, das in den Plattenschrank eines jeden Melo-Deathers gehört.

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