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The Moon And The Nightspirit: Regö Reijtem

Eine der besten Veröffentlichungen des Labels
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk
Spielzeit: 42:1
Release: 02.04.2007
Label: Cargo Records

„The Moon And The Nightspirit“ sind ein Duo aus Ungarn, das mit „Regő Rejtem“ seine erste Fulltime – CD vorlegt.

Anno 2003 haben Agnes Toth (Gesang, Violine, Holzblasinstrumente, Maultrommel, Percussion) und Mihaly Szabo (Gesang, Akustikgitarre, Zitter, Percussion) TMatN gegründet. Bereits ein Jahr später produzierten sie die Promo – EP „Of Dreams Forgotten And Fables Untold“. Diese brachten ihnen einen Vertrag mit dem portugiesischen Label Equilibrium ein. Selbiges veröffentlichte die EP in 2005 für den internationalen Markt. Es erntete überall gute Kritiken. Auftritte auf Festivals sowie im ungarischen Fernsehen sorgten für einen zunehmenden Bekanntheitsgrad der zwei. Speziell in der Neofolk – Szene wurde die CD mit großem Interesse aufgenommen.

Um eines gleich klarzustellen, TMatN sind keine typische Neofolk - Band (im Stile von Death In June, Sol Invictus, Forseti, o.ä.). Den zuweilen wie Fesseln wirkenden Grenzen des genannten Genres mag man sich nicht unterordnen.

„Regő Rejtem“ (zu deutsch etwa „Ich beschwöre Magie herauf“) geht andere Wege.

Die Band hat sich nicht nur sehr ausgiebig mit dem Schamanismus, speziell der ungarischen Form befasst, sondern die dazu gehörende Musik fand darüber Eingang in das Schaffen der beiden. Basierend auf ungarischer und Balkanfolklore mit Einflüssen aus der Zigeuner- und Schamanenmusik kreieren TMatN einen eigenwillig schönen, ungewöhnlichen und spannenden Klangkosmos. Der spiegelt sich wunderbar in der Nutzung volkstümlicher Instrumente wie Maultrommel, Zitter, Kaval (eine Hirtenflöte) und Tapan (mazedonische Trommel) wider.

Die einzelnen Titel sind mal beschwörend, mal ruhig. Sie laden zum Tanzen genauso ein wie zum Zuhören. Wer sich bei letzterem über die ihm unbekannte Sprache wundert, tut gut daran. Agnes und Mihaly singen ausschließlich in ihrer Muttersprache. Die klingt fremdartig, passt allerdings hervorragend zur Musik.

Mein Favorit unter den elf Liedern ist das geniale „Föld Szive Dobban“. Es ist sehr beschwingt, wird von einer eher klagend klingenden Violine dominiert, über deren Melodie der Gesang von Agnes und Mihaly schwebt. Umrahmt wird all das von Flöte, Gitarre und Trommeln. Ich kann mir fast bildlich vorstellen, wie der Schamane zu dieser schönen Weise um das in den Weiten der Puszta entzündete Feuer tanzt und die Trommel schlägt, während sich die Massen von ihm mitreißen lassen.

Abschließend sei angemerkt, dass die CD in einem edel aufgemachten DIN A5 – Digipack erschienen ist. Ein edlerer Rahmen kann dieser zauberhaften Musik nicht gegeben werden.

Fazit: Für mich eine der besten, interessantesten und aufregendsten Veröffentlichungen des Lissabonner Equilibriu – Labels. Bitte mehr davon.

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