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The Machete: Untrue

Thrash war auch schon mal besser
Wertung: 4/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 42:52
Release: 10.09.2007
Label: Spinefarm Records

Wenn man an stinklangweiligem Thrash Metal und einer Prise Alternative keine Besonderheit finden kann, dann promotet man das Album gerne mit den Attributen „zurück zu den Wurzeln“ oder „alte Schule“. Oder aber man verweist auf minimale Einflüsse anderer Musikrichtungen, die man wahrscheinlich nur erkennt, wenn man sich sein Ohr direkt an einen 20.000 Watt-Verstärker kleben lässt. Schade um die Trommelfelle, denn die neueste Scheibe „Untrue“ von The Machete ist es defintiv nicht wert. Ganz wichtig außerdem: Die Drums sind nicht getriggert – who gives a shit?!

Seit 2003 schon musiziert das finnische Kollektiv der Einfallslosigkeit und durfte vor „Untrue“ auch schon eine Demo und ein Full Length-Album veröffentlichen. Diverse Personalwechsel brachten der jetzt auf ein Quintett gewachsenen Truppe wohl leider auch keinen kreativen Input. Konzerte mit Swallow The Sun, Stam1na und Ajattara lassen aber auf einige Akzeptanz der Landsmänner bezüglich der Musik von The Machete schließen.

Das Zweitwerk „Untrue“ bietet gut und professionell vorgetragene Einheitskost im Thrash Metal-Gewand. Fehlende Inspiration und Innovation werden auf 43 Minuten ausgewalzt, während Klangfetischisten und Gelegenheitsmetaller sicherlich ihren Spaß an der Scheibe fänden, wobei erstere wohl trotzdem noch an dem sehr halligen und ein wenig scheppernden Sound zu knabbern hätten. Klar, man findet hier und da ein nettes Riff, aber für das Gesamtpaket reichen einzelne Lichtblicke einfach nicht. Positiv bemerken muss ich allerdings, dass die Platte sich hervorragend für den Hintergrund eignet. Sie fällt nicht groß auf, bietet aber angenehme, metallische Unterhaltung. Bei genauerer Betrachtung fallen dann aber die genannten Defizite auf.

Ein großes Problem für mich stellt neben fehlenden Ideen der Sänger dar. Sein Bastard aus growlen und shouten klingt einfach zu rau ohne wirklich kratzig oder rotzig zu sein. Im Gegensatz dazu beherrscht er aber ein sehr passendes Klarträllern wie z.B. in „Back For More“. Der Opener „Human Being Human“ stellt noch den Höhepunkt der Scheibe dar, indem man auf unverbrauchtes Gefrickel zu Beginn und Schluss, aber auf derbes Geprügel im Mittelteil setzt. Auch „Ready For Blood“ feuert ordentlich in die Fresse, aber Heulbojensongs á la „No Solace“ mit einigen Schnippelriffs fallen durch mangelnde Glaubwürdigkeit und scheinbare Geschmacksverirrung negativ auf, wollen The Machete ja eigentlich ihre von Hass getriebene Musik präsentieren.

Sorry Jungs, aber die Scheibe entzieht sich leider völlig meiner Aufmerksamkeit. „Untrue“ hat starke Momentchen und für den Hintergrund mag sich das Silbereisen auch eignen, aber wirklich anspruchsvoll, innovativ oder anregend ist die Platte keinesfalls. Schade, Thrash Metal war auch schon mal besser.

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