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The Lovecrave: Crisalide

Von allem etwas, aber nichts Ganzes
Wertung: 5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 50:14
Release: 15.10.2010
Label: RepoRecords

Warum The Lovecrave ihr letztes Album ausgerechnet „Soul Saliva“ (dt.: „Seelensabber“) nennen mussten, wird wohl ewig ihr Geheimnis bleiben. Jetzt legen die Italo-Goth-Rocker mit der EP des nicht minder nebulösen Titels „Crisalide“ nach. Dessen Erklärung lässt sich nämlich in keinem Wörterbuch nachschlagen. Und Spekulationen über die Sinn, Unsinn oder Wortspielerei seien lieber anderen überlassen.

Zu den auffälligsten Merkmalen des Tonträgers zählt, dass er mit mehr als 50 Minuten den Umfang einer herkömmlichen „erweiterten Single“ (= „Extended Play“) locker sprengt. Auf der kreativen Seite empfiehlt sich „Crisalide“ insbesondere als (verspätete) Bonus-CD zu dem im Mai erschienenen Album. Schließlich bieten die elf Stücke keinen völlig neuen Output, sondern setzen sich hauptsächlich aus Remixes und Akustik-Versionen älterer Stücke zusammen. Darunter die bereits auf „Soul Saliva“ enthaltene Cover-Version von „Thriller“, zwei futurepoppigen Versionen von „And Scream“ und den Unplugged-Sessions von „Vampires“, „Can You Hear Me“ und „Nobody“ für den Londoner Sender TotalRadioRock.

Für Außenstehende und Neuhörer stellt sich das Gesamtbild, das die Italiener dabei von sich abgeben, hingegen inhomogen dar. Es gibt von allem etwas: ein bisschen Synthetisches zum Abtanzen hier und ein bisschen Analoges für das Lagerfeuer-Feeling dort, das mittlerweile zum guten Ton jeder zweiten Rockband mit Ambition gehört. Aus dem Studio stammt die gitarristisch aufgepimpte „Thriller“-Version und den Live-Sektor bedient man mit „Vampires“ vor heimischem Publikum. Aber eben nichts Geschlossenes. Schade an sich.

Die gefälligen Elektronik-Experimente rauschen nämlich eher am Ohr vorbei, als dass sie aufhorchen lassen - was nicht heißt, dass „And Scream“ H&M-Grufties nicht während des Aufbrezelns am Samstagabend als prima Klangkulisse dienen kann. Stromlos auf Akustik-Klampfe(n) und Stimme reduziert offenbaren die Stücke eine fast schon erstaunliche Banalität. Allein den dynamisch eingesetzten Vocals von Sängerin Francesca Chiara ist es zu verdanken, dass die Songs nach dem ersten Refrain nicht zu langweilen beginnen. Schießlich ist die Frau mit einer Affektpalette von gefühlvollem Säuseln über biestiges Zischen bis hin zur rauen Rockröhre über alle Zweifel erhaben.

In der musikalischen Substanz hingegen sind The Lovecrave eben auch nur irgend so eine Rockband der etwas (!) härteren Sorte, die über Dunkelheit und Vampire singt, den Quintenzirkel schulmäßig durchdekliniert, gelegentlich zweistimmige 80er-Jahre-Gitarrensoli einbaut und mit modernen Keyboardsounds zu hantieren gelernt hat. Innovation sucht man hier allerdings vergebens.

Die Stärke der Kapelle indes liegt klar in der Live-Präsenz, die nicht zuletzt wieder von Francesca Chiara und ihrem ansteckenden Temperament getragen wird. Wer die Band einmal live gesehen hat, wird diese Aussage sicher bestätigen können. Das Studio-Produkt hingegen erscheint eher gewöhnlich. - Aber, wer kauft heutzutage schon noch CDs?!

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