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The Legion:Ghost: With Courage Of Despair

Ein würdiger Nachfolger zum Debüt
Wertung: 8/10
Genre: Modern Metal
Spielzeit: 53:32
Release: 16.03.2018
Label: Noizgate Records

Erst im Herbst 2016 haben die Herrschaften von The Legion:Ghost mit ihrem Debüt “…Two For Eternity” via Noizgate Records eine erste Duftmarke im Modern Metal hinterlassen, da kam schon im April letzten Jahres mit “Discharged” eine neue, digitale Singleveröffentlichung hinterher, es wurde quasi im Akkord fleißig am Nachfolgewerk geschrieben und schon Mitte März wird die neue Scheibe “With Courage Of Despair” offiziell in den Läden stehen. Soundtechnisch soll sich erst mal gar nicht so viel verändert haben, was ja durchaus positiv zu bewerten wäre, konnte doch das Debüt schon ziemlich gute acht von zehn Zählern einfahren und nahm der Schreiberin ein bisschen die Angst vor möglichen Kitschkeyboardschwurbeleien.

„Discharged“ als erste Single auszukoppeln war sicherlich ein cleverer Schachzug, vereint der Track doch so ziemlich alle Stärken der Geisterlegion: Ordentlich breit aufgestellte Gitarrenwände bilden ein wunderbar brachiales, gleichzeitig melodisches Fundament, auf dem sich Sänger Kevin sowohl in den geshouteten Strophen als auch im perfekt abgestimmten klar gesungenen Refrain austoben kann. Eine Blaupause für einen The Legion:Ghost-Track, wenn es je eine gegeben hat, und somit eine ganz klare Anspielempfehlung. Spannenderweise haben die Rheinländer mit der zweiten ausgekoppelten Single „Swansong“ ein kleines Experiment gewagt, werden doch hier warme Klaviertöne und melancholischer Gesang mit eingebaut, ein  Hauch von Kitsch wird hier dann schon verstreut, gesanglich hält Kevin hier aber eine Überraschung bereit, beherrscht er doch auch die sanfteren Töne erstaunlich gut. Eine ziemliche Geschmacksfrage zweifelsohne, aber als finaler Track nicht schlecht ausgesucht und auch musikalisch gut gemacht.

„Swansong“ bleibt dann auch der einzige Ausreißer; Tracks wie „Thy Will Be Done“ ballern größtenteils ordentlich nach vorne, „Xenophobia“ bietet dann eine wütende Wand mit Platz für einige Ausraster, allerdings bremst der Refrain hier das ansonsten anhaltende Geballer etwas aus. Rein titelmäßig steht mit „F60.0“ ein sehr spannender Track auf der Liste – hinter der Codierung verbirgt sich nichts anderes als eine paranoide Persönlichkeitsstörung, die unter genanntem Buchstaben und Zahl im ICD, der internationalen Klassifizierung von Krankheiten, aufgeführt ist. Entsprechend kopflos prescht der Track nach vorne, verstrickt sich immer wieder in düstere Melodiemomente und kann auf ganzer Linie durch seine dramatischen und hektisch wirkenden Tempowechsel überzeugen; gleichzeitig kann Sänger Kevin hier sicherlich seine abwechslungsreichste und anspruchsvollste Performance bieten.

Deutlich gefälliger geht es mit „Take Away My Scars“ weiter, das sich aber durch seinen ohrwurmigen Refrain sicherlich als optimaler Liveanheizer eignet und sicherlich einige Durchläufe lang die Spannung halten kann, wenn der Track auch insgesamt nicht ganz so spannend daherkommt. In „For The Greater Good“ rackert sich Drummer Ben dermaßen an den Fellen ab, dass man sich den Track noch mindestens zwei weitere Male anhören muss, um ihn gänzlich zu erfassen, weil die Konzentration  einfach immer wieder zum Schlagzeug abschweift. Überhaupt neigt man viel zu sehr dazu, sich hauptsächlich auf Fronter Kevin zu konzentrieren, der sich im Vergleich zum Debütalbum nochmal recht ordentlich weiterentwickelt hat und gerade auch in Songs wie „F60.0“ eine ziemlich gute Bandbreite präsentiert. Wenn The Legion:Ghost mit dem neuen Album auch keinen wahnsinnigen Schritt nach vorne gemacht haben, so können sie doch detailreich und technisch versiert ihren Status untermauern und einen würdigen Nachfolger zu „…Two For Eternity“ abliefern.

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