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The Legion: A Bliss To Suffer

Eine eigene Schublade für die Schweden
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Black Metal
Spielzeit: 44:47
Release: 24.04.2009
Label: Listenable Records

Der eine möchte sich mit seiner Band selbst verwirklichen, der nächste gründet sie aus Langeweile oder als Sprachrohr, um auf Missstände aufmerksam zu machen. The Legion dagegen wollen Seuchen und Gewalt auf die Menschheit loslassen. Warum auch nicht? Stilecht - wenn auch nicht besonders außergewöhnlich im eigenen Genre - ist das allemal. Doch mit der Musik will das Ziel nicht so ganz übereinstimmen, denn was einem auf ihrer neuen CD entgegenschallt, tut im herkömmlichen Black Metal-Sinn einfach zu wenig weh.

Die 1999 gegründete Band legt mit „A Bliss To Suffer“ ihr drittes Album  vor. Wurde „Revocation“ 2006 von Fans und Presse hochgelobt und gebührend gefeiert, liegt die Messlatte für den Nachfolger hoch. Das höllische Highspeed-Gebräu aus Black- und Death-Metal mit einigen progressiven Auswüchsen bewegte sich gerade in technischer Hinsicht am Maximum.

Ihre Instrumente spielen können die Fünf auch 2009 noch, das steht außer Frage. Generell ist allerdings zu bemerken, dass man sich einen kleinen Schritt weg vom Black Metal bewegt und dafür noch mehr Fremdeinflüsse zulässt. Ob nun Death-, Thrash-, Progressive- oder Symphonic-Metal – kein Genre scheint vor den Fühlern von The Legion sicher zu sein. Die Geschwindigkeit der Songs ist noch immer beachtlich hoch, doch im Gesamtkontext nicht mehr ganz so extrem wie noch auf „Revocation“. Melodische Parts sind en masse vorhanden, dazu oftmals dissonante Figuren.

Der Opener „Shining Redemption“ zeigt von Anfang an, in welche Richtung es gehen soll. Schnell, abwechslungsreich und progressiv angehaucht walzt er sich voran und findet im Refrain sogar Platz für rauen, halbwegs melodischen Gesang. Die erhabenen synthetischen Klänge, die schon hier deutlich durchscheinen, sollen im Verlauf der CD aber noch deutlich gesteigert werden. Während der wütende Song „Call Of The Nameless Black“ durch kompromissloses Geknüppel auf der einen und melodische Ausschweifungen auf der anderen Seite besticht, weisen Songs wie „A Toil Beneath The Skin” mittels majestätischer Bläser und dichter Streicher geradezu orchestral-symphonische Elemente auf. Erhabene Chöre erkämpfen sich in „The Luring Depths“ und „Man-Beast“ die Oberhand – im Hintergrund wird meist weiter gemetzelt. „Blood, Be Gone!“ zeigt am deutlichsten die eine oder andere Parallele zu den schwedischen Kollegen von Bands wie Dark Funeral oder Naglfar auf. Die erscheinen aber nur hin und wieder, denn The Legion haben ihre eigene Spartenschublade aufgemacht.

Die Produktion puffert das Ganze aber ein wenig: Zwar ist die Musik im Prinzip sehr schnell und sehr hart, doch ist gerade das Schlagzeug-Geknüppel im Vergleich zum Vorgänger etwas runter gemischt worden. Die melodischen Elemente erklingen dafür umso lauter. Die dissonanten Melodien erzeugen in dem Sinne zwar die gewünschte, böse Atmosphäre, doch ist dafür die Rohheit etwas in den Hintergrund getreten. Vielleicht ist die aber auch gar nicht mehr gewünscht, denn roher, primitiver Black Metal liegt den Schweden fern – und druckvoll klingt die CD dennoch.

Die recht lange Vorbereitungszeit ist „A Bliss To Suffer“ deutlich anzuhören: Die neun Stücke präsentieren sich allesamt detailverliebt und gut durchdacht. Einige zünden erst bei mehreren Durchläufen, doch das ist bei der Anzahl an Fremdeinflüssen nur logisch. Wer auf melodischen Black Metal der Marke oben genannter Bands steht und nicht mit Genrescheuklappen durch die Gegend läuft, sollte The Legion unbedingt eine Chance geben.

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