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The Last Warning: Elegance Of Bloodiness

Starke Riffs, müder Gesang
Wertung: 6.5/10
Genre: Metalcore/Modern Metal
Spielzeit: 43:30
Release: 02.10.2009
Label: 7Hard

Entgegen zahlreichen Voraussagen hat es der Metalcore geschafft, sich ernsthaft zu etablieren und einige Bands hervorzubringen, die sich einen Namen gemacht haben. Doch nicht nur das, auch ist es diesem vermeintlich stagnierenden Genre gelungen, seine Grenzen auszuloten und neue Wege zu beschreiten, denn viele Metalcore-Acts brachten Thrash- oder Melodic-Death-Metal-Elemente in ihre Musik ein – so auch The Last Warning, die man nicht guten Gewissens in eine Schublade packen kann.

Ob das Quintett nun in der Lage ist, aus der riesigen Masse der Newcomer aus diesem Bereich herauszustechen, bleibt allerdings eine andere Frage, denn obwohl die Band ihre Sache nicht schlecht macht, wagt sie auch keine besonderen Experimente. Immerhin haben The Last Warning jedoch in zwei Kategorien Talent zu vermelden, das deutlich über dem Durchschnitt liegt – dem Schreiben von griffigen Riffs und guten Refrains, beziehungsweise Lead-Melodien. Beeindruckenderweise fällt hier kaum ein Song aus dem Rahmen, viele der Hooklines gehen sofort ins Ohr. An den Basslines gibt es nicht viel auszusetzen, die Schlagzeug-Arbeit und der Gesang hingegen hinterlassen einen leicht zwiespältigen Eindruck. Obwohl man dem Mann hinter den Trommeln nicht sein Können absprechen sollte, so wirken die Rythmen der Tracks zwischenzeitlich ein wenig unpassend oder der Hörer hat schlichtweg das Gefühl, dass das Ganze ein bisschen holprig klingt.

Der Gesang vermag ebenfalls nicht durchgängig zu überzeugen, denn oft fehlt schlichtweg der Druck hinter den meistens auf mittlerer Tonlage gehaltenen Screams – zu anderen Zeiten aber wirkt das Gebrüll wesentlich energetischer und motivierter. Würde letzterer Fall öfter eintreten, könnte die Band der im Gesang leider oftmals auftretenden Monotonie effektiv entgegenwirken.

Sobald die CD mit „The Rising“ beginnt, fällt schon das leicht merkwürdige Schlagzeug auf, das dem ungemein stampfenden Intro jedoch keinen Abbruch tut. Zündende Riffs und der Brüll-Gesang folgen, bevor der starke Refrain erklingt und der Gesang gelegentlich sogar in klarere Regionen wechselt. „We Are All Murderer“ setzt den Trend gekonnt fort und begeistert mit hohem Tempo und Thrash-Passagen, selbst der Gesang ist gelegentlich richtig stark.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass der Frontmann eine Menge Potential besitzt, ist der Track „Buried Alive“, in dem er im Refrain rauen Klargesang einsetzt, der die gelungene Melodie des Chorus passend unterstützt.

Die restlichen Stücke rutschen zwar nie unter den Durchschnitt, sorgen aber auch nie für Überraschungen, denn dafür ist das Songwriting zu gleichförmig gehalten. Als Ausnahme kann man hier den Song „Discredit“ erwähnen, denn dort ist tatsächlich recht viel Variation in der Struktur zu finden. Trotzdem lassen Stücke wie das thrashige, mit rauem Gesang versehene „When Angels Fall“ oder der überzeugende Rausschmeißer „Confrontation“, in dem sich bei den Gitarren-Leads Einflüsse aus dem Melodic Death Metal feststellen lassen, den Hörer nicht vollkommen kalt, denn dazu ist insbesondere die Gitarrenarbeit zu gut.

Wenn die Band noch ein wenig an den Songstrukturen feilt, wäre schon einmal die Basis für weitere Verbesserungen geschaffen, denn nur so könnte man sich hervorheben. Würde dann noch am Gesang und der Rythmusfraktion gearbeitet, wären The Last Warning sicher in der Lage, sich noch ein weiteres Stück über den Einheitsbrei zu erheben, denn dank der guten Riffs ist dies nicht unmöglich.

Wer also einfach Lust auf straighten, schnell auf den Punkt kommenden Metalcore hat, kann dieses Album ruhig einmal antesten, wer aber nach Neuerungen in diesem Genre sucht, kann diese CD getrost im Regal stehen lassen.

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