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The Last Shot Of War: The Final Answer

Haben das Rad nicht neu erfunden, machen aber einen guten Job
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal, Grindcore, Hardcore
Spielzeit: 28:16
Release: 21.05.2010
Label: Ultimhate Records

Die Belgier können einiges auf dem Gebiet Death Metal und Grindcore, das weiß man und das wird sich auch kaum in nächster Zeit ändern. Unser kleiner Nachbar hat immerhin so brutale Bands wie Anal Torture und Leng Tch’e hervorgebracht. Dass man da von The Last Shot Of War einiges erwartet, ist nur natürlich – mit einer Mischung aus Grindcore, Hardcore und Death Metal kloppen die Sechs auf ihrer ersten Langrille „The Final Answer“ drauflos, was das Zeug hält und scheren sich einen feuchten Dreck um Melodieführung oder Abwechslung.

Bei Titeln wie „Requiem On The Front“ oder „Assault Before Destruction“ könnte man der Band eine etwas ungesunde Fixierung auf das Kriegsthema vorwerfen, wenn man dann aber den Ausdruck „Harakiri With A Banana“ liest, merkt man recht schnell, dass die Belgier sich nicht zu einhundert Prozent ernst nehmen. Erst seit drei Jahren ist die Formation rund um die beiden Sänger Porcelet und Doudou aktiv, letztes Jahr wurde das Demo „Tenia“ herausgebracht – mit „The Final Answer“ verwurstet das Sextett also ganze drei Jahre Banderfahrung in zehn Songs auf nur 28 Minuten Spielzeit, genau wie es sich für Grindcore gehört.

Apropos zwei Sänger: Wieso die Band zwei Sänger hat, ist mir ein Rätsel, denn beide beherrschen den typischen Grind-Stil aus Growls und Pig Squeals nahezu identisch, lediglich in der Tonhöhe gibt es einen minimalen Unterschied, da der fast einen Kopf kleinere Porcelet im Gegensatz zu seinem Kollegen ein wenig höher keift. Auf jeden Fall kann das dynamische Duo schon beim Opener „Requiem On The Front“ zeigen, was es draufhat: Die Jungs fackeln gar nicht lange, sondern legen gleich mit schepperndem Schlagzeug und Pig Squeals los. Glücklicherweise feuert die Band nicht die ganze Zeit aus allen Rohren, sondern lässt zwischendurch kurzes Gitarrengeplänkel hören, das klingt, als wäre jemand zufällig über einzelne Saiten gestolpert.

Leider muss man sagen, dass es reichlich monoton weitergeht: „Tenia“ prügelt gleich von der ersten Sekunde an drauflos, nur um sich dann recht eintönig voranzuschleppen, das nicht mal zweiminütige „Execution’s Wall“ lässt erstmals sowas wie Struktur erkennen und beschert uns eine Berg- und Talfahrt aus schnellem Geknüppel und trägen Breakdowns. Erst bei „Assault Before Destruction“ kommt ein wenig Bewegung in die ganze Sache: Der Song ist mit nicht mal vier Minuten der längste auf der ganzen Platte und präsentiert ein konstantes Gitarrengewitter, umrahmt von einer dumpfen Doublebass, Pig Squeals, Growls und – Achtung bitte, hier kommen die Hardcore-Wurzeln ans Licht – Gang-Shouts, die als einzige Abwechslung fungieren.

Das Prädikat Brutal Deathcore, das die Band sich selbst aufs Käppi schreibt, macht erst bei „48“ richtig Sinn: Auch hier gibt’s wieder vereinzelte Gang-Shouts, dazu allerdings ausnahmsweise gut kalkulierte Breakdowns – auch wenn die ein wenig schwach auf der Brust klingen – und durch eine punkig-rotzige Gitarre wird der Monotonie Einhalt geboten. Wurde ja auch mal Zeit. Das besagte Stück, das dazu auffordert, Suizid mithilfe einer Südfrucht zu begehen, knüppelt aber schon wieder genauso straight vor sich hin wie der Rest, auch wenn hier durch gekonnte Tempowechsel ganz gut Stimmung gemacht werden kann. Der Titelsong überzeugt zum guten Schluss ebenfalls durch gute Growls, rasante Gitarrenarbeit und einen erstaunlich einprägsamen Beat.

Schlecht ist es nicht, was hier geboten wird, aber auch nicht gerade eine Grindcore-Supernova - man muss der Band zugute halten, dass es die erste Platte ist und es an der Produktion - für die sich übrigens Phorgath, der Bassist der belgischen Enthroned, verantwortlich zeigt - nicht viel auszusetzen gibt, außer, dass die Breakdowns ein wenig mehr Biss verdient gehabt hätten. Die nächste große Entdeckung sind The Last Shot Of War zwar nicht unbedingt, soliden Death Grind mit ein bisschen Hardcore gibt’s hier aber allemal zu hören.

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