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The Last Hour: The Last Hour

bedrückende Ambient-Klänge mit minimalistischem Industrial-Einfluss und klirrenden Dark Wave-Harmonien
Wertung: 6.5/10
Genre: Dark Wave Ambient
Spielzeit: 40:58
Release: 10.12.2008
Label: Intuition Records

Als Mastermind seiner Stammband Gothica ist Roberto del Vecchio in der Vergangenheit bereits häufiger in Erscheinung getreten. Zwei Alben produzierte er als Songschreiber mit dieser Gruppe, bevor er sich 2004 dazu durchrang, sein Soloprojekt zu forcieren. The Last Hour setzt den Weg seiner einstigen Kapelle aber nicht konsequent fort. Die finsteren Elemente hat del Vecchio zwar in wirklich allen Facetten seines neuen Betätigungsfeldes beibehalten, allerdings schreibt er hier keine Songs im klassischen Sinne mehr. Vielmehr stehen The Last Hour für bedrückende Ambient-Klänge mit leichtem, minimalistischem Industrial-Einfluss und klirrenden Dark Wave-Harmonien – versüßt durch die düster-psychedelische Inspiration, die man ganz deutlich von Dead Can Dance aufgesogen hat.

„The Last Hour“, das selbst betitelte Debüt, ist in erster Linie ein sehr ruhiges, fast schon meditatives Album, das in Sachen Atmosphäre eine starke Affinität zum Doom-Bereich aufweist, in seinen schwarzen Klangfarben jedoch leider auch sehr unvariabel bleibt. Schleppend, ja kaum beweglich streut der Komponist hier seine nihilistischen Klangwelten, versetzt sie mit einem schmalen Hauch Elektronik, fügt hier und dort ein paar zurückhaltende Gitarren-Akkorde ein, wagt sich aber nie über das sehr steife Gerüst seiner träumerischen, bisweilen sehr melancholischen Arrangements hinaus.

Interessant ist sicher der sakrale Sound, auf dem del Vecchio seine Songs pflastert. Recht häufig paart er geradezu beschwörerische Synthie-Flächen mit elegischen Keyboard-Harmonien, wirft ein paar Samples ein, um den Rhythmus zu sichern, zieht sich dann aber dennoch wieder zurück in die Finsternis, die dieses Album umgibt, umklammert, aber eben auch zwischendurch nicht mehr loslässt. Loslassen – das ist der zentrale Punkt in der Kritik an „The Last Hour“, denn die Fähigkeit, die behäbigen Wogen einfach nur mal fließen und sich entwickeln zu lassen, hat man der Musik geraubt. Alles wirkt kontrolliert und starr, frei von Wandlungsmöglichkeiten und daher auch limitiert. Del Vecchio könnte aus vielen Ideen eine ganze Menge mehr kreieren, würde er weitere Nebenelemente zulassen und sich dazu entschließen können, auch einmal einen dezenten Break einzufügen oder einfach nur mit etwas mehr Impulsivität an die Sache heranzugehen. Doch nichts dergleichen…

Sicher, das, was der Mann hier veranstaltet, macht er gar nicht mal so schlecht, zumindest wenn man die Platte Song für Song betrachtet. In ihrer Gesamtheit ist sie jedoch einfach zu einspurig und befangen, als dass sie komplett überzeugen könnte. Ein Dilemma, klarer Fall, aber sicher keines, dass dieser ambitionierte und zweifelsfrei auch begabte Komponist nicht langfristig lösen könnte.

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