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The Last Felony: Too Many Humans

Knochenbrecherisch.
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 32:31
Release: 26.07.2010
Label: Lifeforce Records

Mit dem neuen Album „Too Many Humans“ der Death Metal-Kapelle The Last Felony steht ein weiteres Brett aus der Heimat von Despised Icon und Beneath The Massacre, dem Staat der Holzfäller, an.

Wie beim Holzfällen auch beißen sich die brachialen Gitarrenwände wie Kettensägen in die Gehörgänge, dass nur so die Späne fliegen. Mit der brachialen Wucht eines umstürzenden Baumes presst Frontmann Joss Fredette seine aggressiven Vocals ins Mikrophon und wechselt dabei gekonnt von tiefen Growls zu kreischenden Highs, wie er schon im Opener „We Are Future Housing Developements For Maggots“ unter Beweis stellt. Gekonnte Tempowechsel zwischen schiebenden Versen und drückenden, schleppenden Parts offenbart die technisch versierte Band mit dem Titelsong „Too Many Humans“, dessen Atmosphäre perfekt auf den recht aussagekräftigen Titel zugeschnitten ist.

Auch wenn man bei The Last Felony immer wieder auch mal Core-Einflüsse wie Moshparts oder Breakdown-Riffs entdeckt, bleiben die Fünf dem Death Metal-Stil doch insgesamt treu, was sich natürlich zum einen durch die Instrumental-Arbeit sowie durch die Songstrukturen erkennen lässt. Eines dieser etwas Core-lastigeren Stücke ist der Track „Quandary“, der mit seinen abwechslungsreichen Passagen gleichwohl alt eingesessene Death Metal-Anhänger begeistern, aber auch dem jungen Deathcore-Volk gefallen müsste. Ein weiterer Anspieltipp ist der bitterböse Song „No One Would Have Noticed If You Died“, der erstmals so etwas wie melodische Gitarrenarbeit beinhaltet und abermals einen interessanten wie gekonnten Spagat zwischen aggressiven Blasts, brutalen Breakdown-Parts, dichten, aber eher im Hintergrund gehaltenen Bass-Gewittern und dominanteren Slapping-Einlagen präsentiert.

Für Deathcorefans könnte das ganze Album trotz durchaus empfehlenswerter Passagen auf Dauer etwas zu sehr auf Blasts gestützt sein, für die Jünger des Death Metal könnte es ein erfrischendes Album sein, das nicht im Übermaß - aber eben auch, und zwar gerechtfertigt – Core-Einflüsse mit verarbeitet, die klar als eine gelungene Ergänzung angesehen werden können. Atmosphärisch kann das Album ebenfalls überzeugen, denn die brachialen Gitarrenwände und die enorm drückenden Blast-Einlagen vom Mann an der Schießbude lassen hier keinerlei Zweifel aufkommen, ob diese Band auch wirklich des Death Metal-Stempels würdig ist. Auch Produktion und Artwork sind sehr stimmig ausgefallen, so ist das detaillierte Artwork eine perfekte visuelle Ergänzung zu der stellenweise sehr apokalyptischen Musik, die unter anderem auch von dem etwas kalten, aber sehr massiven Sound profitiert.

Reinhören lohnt sich also auf jeden Fall – zwar ist dieses Album weder wegweisend noch zwingend neuartig, aber in jedem Fall ist es weit mehr als nur solide Arbeit, sondern gute, harte Musik, die es allein der Qualität wegen schon verdient hat, dass man als Fan des Genres ein Ohr riskiert. 

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