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The Kordz: Beauty & The East

Hardrock plus Exotik - Multikulti funktioniert!
Wertung: 7.5/10
Genre: Alternative Rock/Heavy Rock
Spielzeit: 63:34
Release: 15.04.2011
Label: SAOL/H'Art

Nicht nur in politischer Hinsicht befindet sich im Nahen und Mittleren Osten zur Zeit einiges im Umschwung. Auch musikalisch fand in den letzten Jahren das ein oder andere Projekt den Weg in den europäischen Äther – Melechesh und Orphaned Land seien hier nur beispielhaft erwähnt. The Kordz aus dem Libanon fügen sich in den Strom der neuen Klänge aus (mehr oder weniger) fernen Ländern ein und veröffentlichen auch hierzulande ihr Album „Beauty & The East“. Sagt der Titel schon einiges über das Selbstverständnis des Trios aus, so spricht die Musik noch deutlichere Worte.

Grundsätzlich stehen The Kordz irgendwo auf der Grenze zwischen Rock und Metal und sind vielleicht mit den ausgelutschten Termini Heavy Rock und Alternative Rock am treffendsten beschrieben. Kennzeichnend für den eigenen Stil der Band ist aber der umfangreiche Einsatz von östlichen Instrumenten, Harmonien und Melodien. Per se ist das nichts Neues: Schon so manche Combo hat sich gerne des einen oder anderen exotischen Saiteninstruments oder Pseudo-Muezzins bedient, um Songs einen exotischen Touch zu geben. Bei The Kordz wird das Gimmick aber zum ständigen Stilmittel erhoben und bereichert „Beauty & The East“ enorm.

„Nothing Or Everything“ fährt ein ordentliches Gitarrenbrett, arabisch anmutende Keyboards und ebensolche Gesangslinien und -harmonien auf und mausert sich damit zu einem frühen Paradebeispiel für den Kordz-Stil. Als musikalische Nachbarn kommen – vor allem was den vielfältigen Gesang angeht – Kamelot in den Sinn, deren düstere Opulenz der Track gekonnt in den Orient entführt. Während die Grundlage hier offensichtlich westlicher Rock mit Alternative-Einflüssen bleibt, setzt der anschließende, instrumentale Titeltrack fast ausschließlich auf exotisches Instrumentarium – aber nur fast. Höchst gelungen erwächst das Potpourri aus orientalischen Flöten, Saiteninstrumenten, Chören und Trommeln aus einer klassischen Orchestersequenz. Sucht noch jemand ein Argument gegen die These, Multikulti sei gescheitert? Zumindest auf musikalischer Ebene kann „Beauty & The East“ dafür herhalten.

Mit „Save Us“ und „The Garden“ kredenzt die Band zwei Klavier-Halbballaden nach Lehrbuch, die die exotischen Einflüsse zwar ein stückweit zurückfahren; trotzdem aber nicht, wie bei anderen Bands viel zu häufig, in peinlichen Pathos ausarten. „The End“ hat sie dann wieder, die geheimnisvollen Vokalchöre und jauchzenden Streicher in Tonarten, die das gewohnte Dur-Moll-System prinzipiell umgehen. Zu Beginn mit funkigen Wah-Wah-Gitarren aufgepeppt, gefällt der Track vor allem mit Vielseitigkeit und Abwechslungsreichtum.

Apropos: The Kordz haben für den hierzulande heimischen Hörer zwar jede Menge Neues und Interessantes zu bieten; 16 Songs und über eine Stunde Spielzeit sind aber dennoch eine ganze Menge Holz für ein recht straightes Rockalbum. Nicht jeder Song ist ein Knaller, auch wenn echte Ausfälle auch nicht auszumachen sind. Daher leidet gegen Ende ein bisschen die Konzentration – wer „Beauty & The East“ vollends genießen will, sollte sich also Zeit nehmen.

Es lohnt sich auf jeden Fall. The Kordz peppen das Genre mit frischen Ideen auf; bleiben dabei aber dank englischem Gesang zugleich zugänglich. Mit ihrer genre- und kulturübergreifenden Herangehensweise an die Musik könnte die Band somit auch hier einige Fans dazugewinnen.

 

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