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The Knutz: Ghost Dance Party

Einmal reicht
Wertung: 3.5/10
Genre: Gothrock, Post-Punk
Spielzeit: 57:42
Release: 09.09.2011
Label: Afmusic

The Knutz kennt hierzulande keine Sau. Es ist auch etwas schwierig für eine Gothrock-Combo, den weiten Weg von Brasilien nach Deutschland mit einem vergleichsweise kargen Subgenre zurückzulegen, das hier längst nicht die Aufmerksamkeit und Begeisterung auslöst, die es verdient hätte. Jetzt muss man sich allerdings mal die Infos der Band anschauen, die man so im Internet findet: Angeblich liegen die Wurzeln im Punk (was noch nachvollziehbar ist, schließlich sind hier wesentliche Post-Punk-Einflüsse vertreten) und von einer Mischung aus „knallharten Rhythmen“ und „emotionalen Balladen“ ist die Rede.

Letzteres mag ja durchaus eine berechtigte Behauptung sein, wer die erwähnten knallharten Rhythmen allerdings auf der neuen Scheibe „Ghost Dance Party“ sucht, kann damit durchaus völlig erfolglos den Tag vergeuden. Wie der Titel schon verrät, verlegt man sich hier eher auf sphärische, teils fragile, teils elektronisch gehaltene Elemente, die alles andere als hart sind; die meisten Tracks sind nicht einmal besonders tanzbar, weil sie einfach zu ruhig sind. Andere klingen aber auch einfach nur, als hätte man diverse Song von The Cure durch die Mangel genommen. Ein gutes Beispiel dafür ist „Red Sound“, bei dem die Stimmen der beiden Sänger Tiago und Daniel zwar nicht unbedingt klingen wie Robert Smith, dafür erinnert der Song aber dennoch stark an die Briten.

Der Titeltrack der Scheibe weist dann schon eher in eine angenehme Richtung, zumindest instrumental gesehen; einigermaßen tanzbar, mit an die Achtziger Jahre erinnernden Keyboards und einem leider sehr nervigen Gesang, der zwischendurch klingt, als hätte die CD einen Hänger. Viel besser wird es auch bei „You Are The Wonder“ nicht, das fast orientalisch anläuft, dann eine wirklich gute Gitarrenspur präsentiert und erst in qualitative Tiefen abdriftet, als der Gesang anfängt. Nicht, dass die beiden Brasilianer nicht singen könnten, aber die Kombination aus den Instrumentalteilen und den Vocals mag so gar nicht zusammenpassen und von Deathrock, wie auf dem Promozettel beschrieben, ist hier schon gar nichts zu spüren, geschweige denn zu hören.

Man wird irgendwie das Gefühl an The Cure nicht los, dass hier einfach Songs von ihnen genommen und noch mal ordentlich durchgeschwurbelt wurden; zumindest „Ice“ klingt aber im direkten Vergleich mit dem Rest gar nicht so übel, wahrscheinlich auch deswegen, weil hier Gott sei Dank auf große vokalistische Experimente verzichtet wird. Stattdessen liegt dem Track eine recht beschwingte Melodie zugrunde, die der Truppe wesentlich besser zu Gesicht steht als depressives Gepiepse.

Richtig einschläfernd wird es dann bei „The Hanging Man“, das vermutlich eine der angepriesenen Balladen darstellen sollen. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Titel monoton bis gelangweilt dargebotener Gesang, der selbst die Zehennägel narkotisieren könnte, bevor dann Keyboarder Cezare in gewollt wildes, aber eher gekonnt zurückhaltendes Geschwurbel ausbricht und die Vocals statt geleiert auch noch gerufen werden. Der Song klingt auf so schrecklich vielen Ebenen falsch, dass man sich sogar über die völlig unpassenden, aber (wenn sie alleine stünden) coolen Gitarren in der zweiten Hälfte freut. Zu „guter“ Letzt haben die Jungs mit „Bem Depois“ noch einen Song in ihrer Heimatsprache Portugiesisch verfasst, der aber die Ehre auch nicht mehr retten kann.

Man muss es nochmal sagen: Weder sind The Knutz Deathrock, noch haben sie harte Songs im Gepäck und auch von „eingägig“ kann nicht unbedingt die Rede sein. Was die Truppe parat hat, sind verwirrte Keyboards, zwei Sänger, die beide größtenteils klingen, als wären sie kurz vorm Halbkoma und ein derartiges Händchen für nicht zueinander passende Arrangements, dass man eigentlich fast ein neues Genre danach benennen könnte. Wer nicht vor kruden Sounds und minder schönem Gesang zurückschreckt wird, kann hier vielleicht wirklich mal reinhören, ansonsten muss „Ghost Dance Party“ aber kein weiteres Mal auf dem Plattenteller rotieren.

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