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The Jasser Arafats: The Aftermath

Auf Dauer zu monoton
Wertung: 6,5/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 15:07
Release: 20.09.2013
Label: Violent Journey Records

Die Finnen The Jasser Arafats haben Sinn für Humor. Sich nach einem Friedensnobelpreisträger zu benennen und dann eine so knüppeldicke, brutale Platte herauszubringen entbehrt nicht einer gewissen Komik (wobei der Friedensnobelpreis für diesen Terroristen ja auch ein Witz war - DN). Und alleine wegen des Bandnamens werden die Jungs sicherlich in so manchem Gedächtnis haften bleiben.

Trotz des Namens, bei dem man an moderne Coretruppen denken könnte, spielen die Herren in recht klassischer Besetzung mit Drums, Bass, zwei Gitarren und einem Sänger auf und präsentieren recht spröden Death-Thrash, der – auf die richtige Lautstärke geschraubt – durchaus imposant aus den Boxen dröhnt. Dass hier Finnen am Werk sind, kann man so gar nicht glauben – keine Spur von typischer Melancholie, dafür jede Menge Geschredder und die tiefen Growls des Sängers.

Trotz mittlerweile zwei selbst herausgebrachten Demos und dem Erstlingsalbum „Condemnation“, das vor drei Jahren bei dem kleinen finnischen Label Violent Journey Records herauskam, kennt in Deutschland vermutlich kein Mensch diese Band. Das kann sich mit der „The Aftermath“-EP aber durchaus ändern, setzen die Herren doch hier auf Altbewährtes, ohne allzu abgedroschen zu klingen.

Gestartet wird die gerade mal 15 Minuten lange Scheiblette mit „Koma“, das direkt den Ton für die restlichen Songs angibt: düstere, apokalyptisch anmutende Gitarren, punktgenaue Drums und ein Fronter, der sich ganz tief in den unteren Rängen austobt und durch den Midtempo-Track sogar noch eine Spur besser zur Geltung kommt, als wenn TJA hier volles Tempo fahren würden.

Bei „Traitors“ wundert man sich dann ein bisschen, hat man doch das Gefühl, zumindest die Leadgitarre so oder so ähnlich schon in einigen anderen Songs gehört zu haben – immer mit Erfolg, keine Frage, aber hier zeigt sich dann schon, dass die Jungs aus Tampere nicht unbedingt das Rad neu erfinden.

„Doomsday Declaration“ bietet dann ein sehr gemütliches Tempo zum Headbangen, bei dem man sich nicht den Nacken verknoten muss. The Jasser Arafats bestehen wieder auf der Midtempo-Schiene und sind wir mal ehrlich: Das können sie eben auch einfach. Dennoch macht sich allmählich eine Spur Monotonie breit – die Stimme des Sängers klingt zwar unmenschlich fies, bietet aber weniger Variabilität, die Instrumentalfraktion kommt zwar geordnet und mit rotem Faden daher, bietet aber eben auch wenig Überraschungen und bricht so gut wie gar nicht aus dem festen Songkonstrukt aus.

Der finale Titelsong wird recht episch eingeleitet, kann dieser Spur aber nicht folgen, sondern poltert wieder ähnlich gemächlich wie die oben erwähnten Songs durch die Botanik. Zwar werden immer wieder schnellere Gitarrenläufe eingestreut und auch die langgezogenen Growls (sei es im Hintergrund oder ganz präsent) sind große Klasse, aber so richtig in Schwung kommt man als Hörer nicht mehr.

Fazit: „The Aftermath“ kann auf jeden Fall einiges und ist vor allem technisch gut gemacht, allerdings ist der rote Faden hier eine Spur zu offensichtlich und wandelt sich schnell in Monotonie um. Vom Grundgerüst her ist der apokalyptische Death-Thrash der Finnen aber durchaus interessant.

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