Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Insight: White Noise

Erstaunlich Englisch
Wertung: 8/10
Genre: Post Punk
Spielzeit: 70:49
Release: 28.04.2015
Label: Crysella Records

Wenn man sich das Cover der aktuellen The Insight-Platte „White Noise“ anschaut, kann man sich schon in etwa denken, in welche Richtung die Musik geht: Düsterer Post Punk wird hier zelebriert, der angelehnt an die Achtziger entsprechend depressiv daherkommt. Jetzt kommen die drei Herren allerdings nicht aus England, der Wiege des Post Punk, sondern aus dem französischen Rennes, haben mit „Into The Fall“ und „Hidden Things“ bereits selbst zwei Alben herausgebracht, die hierzulande wahrscheinlich kein Mensch kennt, und sich genau um das zu ändern für den Drittling „White Noise“ mit dem kleinen Label Crysella Records zusammengetan.

Authentisch klingen The Insight allemal, immerhin ist die Band mit zwei Keyboards ausgestattet und das, obwohl Sänger Gaets nebenbei noch die Gitarre sein Eigen nennt und für Bassist Dulac gerade im Post Punk ja doch einiges an Arbeit anfällt. Live müssen die Jungs da sicherlich noch auf einige Aushilfen zurückgreifen, wenn nicht alles vom Band kommen soll. Immerhin, Drummer Steevo beackert die Felle im Alleingang, sehr dezent natürlich, aber immer irgendwie eindringlich im Hintergrund. Überhaupt haben The Insight auf den knapp 70 Minuten (!) Laufzeit einen dichten Instrumentalteppich gewebt, der einen guten Untergrund zum teils etwas schiefen Gesang bildet. Selbiger Gesang wird wahrscheinlich die Gemüter spalten – einerseits passt dieses leichte Jammern gut zum Sound (man denke nur an Robert Smiths großartiges Gewimmer auf den früheren The Cure-Scheiben), andererseits möchte man den Mann stellenweise am liebsten schütteln, damit er den Ton vielleicht ein wenig sauberer trifft.

Mittlerweile gibt es The Insight seit 15 Jahren, umso ärgerlicher ist es dann, wie unbekannt das Trio hierzulande doch ist. Dabei finden sich zumindest auf „White Noise“ einige interessante Tracks: Mutig ist zum Beispiel gleich der Einstieg mit dem fast zehn Minuten langen „One Eyed Jack“, das mit hypnotisch anmutenden Samples und Gitarren startet, bevor Gaets mit seiner etwas gewöhnungsbedürftigen Tonlage startet. Spätestens im Refrain fällt dann auf, dass die höheren Passagen für den guten Mann etwas schwer zu knacken sind – aber irgendwie passt es so, wie ein wenig schräger Gesang wahrscheinlich nur im Post Punk passen kann. Zwischendurch tauchen dann mal lärmige Gitarren auf, damit es dem Hörer nicht allzu langweilig wird. Für seine Länge ist der Track tatsächlich richtig gut geworden und markiert damit einen gelungenen und sehr beherzten Einstand.

„Lost Souls“ würde dann mit seiner Leadgitarre und dem rhythmisch stampfenden Schlagzeug wunderbar auf einen Soundtrack à la „From Dusk Till Dawn“ passen, staubtrocken kommt das Instrument durch die Boxen, perfekt kombiniert mit Gaets dunkler Stimme. Im Verlauf der Platte wird deutlich, dass The Insight genau bei solchen Songs am stärksten sind: „Waiting For“ ist ein weiteres Beispiel, in erster Linie dominieren Gitarre und Schlagzeug, das Tanzbein schwingt sich von ganz alleine und man fühlt sich gleich ein bisschen wie in einer Gruftie-Kellerdisco. „The Eyes“ tendiert dann im Refrain etwas zu sehr in die poppige Richtung, was schade ist, da der restliche Song gut ins Gesamtbild der Scheibe passt.

Eine überraschend überzeugende Scheibe legen The Insight mit „White Noise“ hin, gewöhnen muss man sich stellenweise an den Gesang, der aber in beinahe allen Songs zu überzeugen weiß. Post Punk wird hier noch düster-romantisch zelebriert, tatsächlich stehen dem Trio aber vor allem die schnelleren Stücke gut zu Gesicht – glücklicherweise gibt es davon reichlich auf der Platte.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna