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The Insight: The Other Side

Die Band scheint ihre Nische gefunden zu haben
Wertung: 8/10
Genre: Post Punk, Electro
Spielzeit: 31:38
Release: 31.01.2017
Label: Eigenproduktion

Das französische Geschwisterduo The Insight ist mittlerweile bald 20 Jahre im Musikgeschäft verwurzelt und hat naturgemäß nicht nur die Highlights, sondern auch die Tücken des Business kennengelernt: Zwei Alben hatte die Truppe frohen Mutes selbst herausgebracht, stürzte sich dann in einen Vertrag mit Crysella Records, nur um am Ende festzustellen, dass das doch nicht das Gelbe vom Ei war, sich mit dem Label zu überwerfen und das dritte Album „White Noise“ selbständig mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne neu zu pressen und zu veröffentlichen. Was einmal geklappt hat, kann auch wieder funktionieren, also wurde das neue Album „The Other Side“ auch wieder als Crowdfunding-Projekt aufgezogen – wie schon bei „White Noise“ wurde auch hier die veranschlagte Summe nicht komplett erreicht, Fans gaben aber immerhin so viel, dass es locker reichte, um eine Fuhre CDs zu pressen.

Konnten auf „White Noise“ noch vor allem die schnelleren Stücke überzeugen, zeigt sich „The Other Side“ wesentlich schwermütiger, die Brüder Aurélien und Gaets schlagen hier neben dem üblichen Post-Punk auch einen düsteren Gothic-Touch ein, auch der Gesang fällt insgesamt nicht mehr so gewöhnungsbedürftig unbehandelt aus wie auf der letzten Platte – entsprechend gibt die neue Scheibe ein runderes Gesamtbild ab, zumal die Truppe auch optisch wieder dem Schwarz-Weiß-Thema treu geblieben ist.

Songs wie das melancholische „The Sorrow“ zeigen dann auch auf, dass die Truppe sich weiterentwickelt und gelernt hat; Sänger Gaets wurde ein wenig in den Hintergrund gemischt, die weich fließenden Samples werden kontrastiert durch düsteren Electro, hier passt einfach alles. „Le Silence Des Autres“ gehört dann eher ans gewöhnungsbedürftigere Ende des Spektrums, was aber sicherlich auch mit dem französischen Text zusammenhängt, der für die meisten Ohren doch nicht ganz so schön klingt wie englischer.

Gerade beim Intro von „Wait Out“ muss man schmunzeln: Britischer haben The Insight nie geklungen, das leicht monotone Brummen wirft einen direkt zurück in die Post-Punk-Wave-Bewegung der Siebziger und Achtziger, hier wird mit einfachen Mitteln großes Kino für die Ohren produziert. „Still Alive“ fällt mit seinem auf Dauer leicht nervigen Refrain dann qualitativ wieder etwas ab, obwohl auch hier rein instrumental ein Song für die Dark-Dancefloors dieser Welt bereitsteht. Dafür kann „This Day“ gegen Ende hin noch mal richtig überzeugen, auch hier schmeichelt der eher leise gedrehte Gesang dem Song, mit Akkordeon-mäßigen Samples wird hier eine sehnsuchtsvolle Seefahrer-Stimmung heraufbeschworen, die den Track schon beim ersten Durchlauf auf die Anspieltippliste festnagelt.

The Insight haben auf ihrer neuen Scheibe einige Songs parat, die sicherlich eher im Gedächtnis bleiben als die „White Noise“-Tracks. Die Brüder scheinen ihre Nische gefunden zu haben und produzieren wirklich gute und zum Teil sehr tanzbare Post-Punk-Songs mit Dark-Electro- und New Wave-Einschlag. Für alle Nachtschwärmer dürfte die Band sicherlich ein guter Tipp sein.

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