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The Human Abstract: Digital Veil

Ein wenig zu chaotisch, aber auf dem richtigen Weg
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Metal, Post-Hardcore
Spielzeit: 36:59
Release: 08.03.2011
Label: Hopeless Records

Die Songs von The Human Abstract sind beileibe nichts für Menschen mit geringer Aufmerksamkeitsspanne. Musikliebhaber, die bereits bei zweiminütigen Gitarrensoli anfangen, gelangweilt in den Zähnen zu pulen, sollten sich das neue Album „Digital Veil“ vielleicht am besten gar nicht erst zu Gemüte führen. Die Kalifornier aus der Stadt der Angel mischen auf ihrer mittlerweile dritten Full-Length-Scheibe progressive Elemente mit (Post-)Hardcore-lastigen Spielereien und Melodien, dass einem teilweise Hören und Sehen vergeht. Man kommt sich ein bisschen so vor, als hätten sich From First To Last mit einer Progressive-Power-Metal-Band gepaart.

Überhaupt fühlt man sich beim ersten Durchgang von „Digital Veil“ sehr an From First To Last erinnert, damals, als Minisänger Sonny Moore noch Texte wie „Emily“ oder „Ride The Wings Of Pestilence“ auf der 2004er Platte „Dear Diary, My Teen Angst Has A Body Count“ in die Welt schrie. Ein bisschen Nostalgie kommt also schon auf, wenn man sich THA und Tracks wie das chaotisch-verzweifelte „Horizon To Zenith“ anhört – ein Post-Hardcore-Song, wie er im Buche steht, der sich sofort ins Hirn frisst und den Hörer zwischen Aggressionen, Verzweiflung und Sehnsucht hin und her schubst, bis man gar nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.

Ob man die Musik des Sextetts nun mag oder nicht, sei einmal dahingestellt, Tatsache ist aber, dass die Jungs ihr Fach beherrschen. Allein drei Gitarristen (!) verschnüren abartig rasante Riffs, getragene Melodien und feinste Breakdows ineinander - und das dankenswerterweise alles ohne Keyboard. Allein dafür gebührt THA schon eine ganze Wagenladung Respekt. Schaut man sich das Line-Up an, weiß man endlich auch, warum der Sound einen an die Kollegen von FFTL erinnert – deren Gitarrist und Backgroundsänger Travis Richter hat sich nämlich bei The Human Abstract ans Mikro geschmuggelt. Dass der Mann sowohl bei Shouts als auch beim klaren Gesang eine gute Figur macht, trägt wesentlich dazu bei, dass „Digital Veil“ auch im dritten und vierten Durchlauf noch so gut wegkommt – es gibt schließlich nichts Schlimmeres, als eine technisch gute Platte, die durch einen hundsmiserablen Sänger verbockt wird.

Jetzt kommen wir aber zum Wesentlichen, der Musik. Los geht es mit „Elegiac“ und einem eher klassischen Gitarrenintro, das zu Anfang ein bisschen südländisch gezupft wird und einen schönen Einstieg bietet. Im Titeltrack fühlt man sich dann allerdings ein wenig erschlagen – Breakdowns und Growls mischen das Ganze Deathcore-mäßig auf, dazu gibt es kreischende Gitarren und rasante Dynamikwechsel. Weniger wäre hier vermutlich mehr gewesen, aber so können die Jungs zumindest ein bisschen mit ihren Fähigkeiten protzen.

„Antebellum“ markiert dann wieder so ein Stück, wo sich alle Versatzstücke tummeln, die die Band spontan aus dem Ärmel schütteln konnte. Ähnlich ruhige Gitarren wie bei „Elegiac“ bilden die Basis, es herrscht klarer Gesang vor, der zwar nicht ganz so überzeugen kann wie die stimmlichen Ausraster, aber trotzdem gut zum Kontext passt. Problematisch wird es anschließend schon wieder im Folgenden, weil man das Gefühl nicht los wird, dass The Human Abstract einfach zu viel auf einmal wollen. Zwei Stile wie Progressive Metal und Post-Hardcore benötigen ein unheimliches Fingerspitzengefühl, um sie perfekt aufeinander abzustimmen und eben dieses scheint hier noch nicht hundertprozentig ausgebaut. Das macht aber nichts – schließlich existiert die Band erst seit 2005 und hat seitdem schon einige Line-Up-Wechsel durchgemacht. Dank der genialen Gitarristen und Travis’ Organ reicht es hier dennoch für gute sieben Punkte.

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