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The Hellacopters: Eyes Of Oblivion

Erstes Album der Band mit Eigenkompositionen seit 2005: Comeback geglückt!
Wertung: 9/10
Genre: Rock'n'Roll, Sleaze, Hard Rock
Spielzeit: 34:29
Release: 01.04.2022
Label: Nuclear Blast

2022 scheint das Comebackjahr für viele Bands zu sein, die sich eine längere Auszeit genommen oder gar ganz aufgelöst hatten, um dann doch wieder zusammenzufinden. Porcupine Tree und Alexisonfire beispielsweise haben beide 2009 ihr letztes reguläres Album herausgebracht und witzigerweise am selben Tag (dem 24. Juni) jeweils ihre Comebackscheibe veröffentlicht. Bei den Schweden von The Hellacopters ist der letzte Release sogar noch länger her: 2008 erschien das Coveralbum „Head Off“, die letzte Platte mit Eigenkompositionen, „Rock’n’Roll Is Dead“, datiert sogar von 2005.

Ursprünglich war der Plan, sich 2016 lediglich für ein paar Festivalshows angesichts des 20-jährigen Jubiläums ihres Debüts „Supershitty To The Max!“ (immer noch einer der geilsten Albumtitel ever) wieder zusammenzuraufen (neben Frontmann Nicke Andersson sind zudem u.a. die Gründungsmitglieder Dregen an der Gitarre und Robert Eriksson am Schlagzeug wieder am Start), offensichtlich aber hatte man dann doch erneut Geschmack am gemeinsamen Musizieren gefunden, sodass es nun tatsächlich auch eine neue Langrille gibt. Ähnlich wie bei den Kollegen von Porcupine Tree sind laut Andersson auch hier die Songs zum Teil über einen Zeitraum von mehreren Jahren entstanden, dementsprechend ist die stilistische Bandbreite auf dem offiziell achten Full-Length-Album relativ groß.

Natürlich steht die Band in erster Linie für „High Energy Rock’n’Roll“, wie sie ihre Musik selbst bezeichnet und was auch ziemlich treffend ist, und der wird auf „Eyes Of Oblivion“ auch ausgiebig zelebriert: Der Opener „Reap A Hurricane“ wird seinem Titel sofort gerecht, denn der Track wirbelt wahrhaftig wie ein Sturm über den Hörer herein – es braucht garantiert nicht viele Durchläufe, bis man hier bierselig mitgrölt. Das super verspielte „Positively Not Knowing“ und das treibende „Beguiled“ fallen ebenfalls in diese Kategorie; wem es hier nicht in den Füßen zuckt, der hat Rockmusik nie gefühlt.

Mit dem im 6/8-Takt tänzelnden, bluesig strukturierten, mit perlendem Pianospiel versehenen „So Sorry I Could Die“ hingegen nimmt man merklich den Fuß vom Gaspedal, groovt dafür jedoch umso mehr, während „Tin Foil Soldier“ glam-rockig-hymnische Züge im Sinne von Mötley Crüe trägt und im Midtempo daherkommt. Die ersten Töne von „A Plow And A Doctor“ lassen umgehend an „Highway Chile“ von Jimi Hendrix denken, bevor sich die Nummer als fetter Riffrocker entpuppt. Ganz anders wiederum „The Pressure’s On“, das mit melancholischer Schlagseite ausgestattet wurde, was aber erstaunlich gut funktioniert und sich problemlos in die Tracklist eingliedert.   

Die ganze Scheibe tönt allerdings aus einem Guss und wurde genau richtig produziert: Der Sound ist fett und kraftvoll ohne übertrieben auf dicke Hose zu machen und dennoch ist zu jeder Sekunde bei allen handwerklichen Fähigkeiten der Bandmitglieder Rotz zu hören und zu spüren – so muss es sein. Was alle Songs gemein haben, sind vor allem aber Spielfreude und Hooklines. Man checke allein die prägnante Gitarrenmelodie beim grandiosen Titelstück oder das finale „Try Me Tonight“ mit seinem Gangshout-artigen Refrain. Langeweile kommt in den 35 Minuten dieses Albums auf gar keinen Fall auf, Ausfälle muss man nicht beklagen; diese Scheibe sollte jedem Hellacopters- und Rotzrock-Fan von vorne bis hinten Spaß machen. Comeback geglückt – in der Form dürfen die Schweden gerne noch weitere Platten aufnehmen.

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