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The Haverbrook Disaster Vs. Demoraliser: Split

Kann die Erwartungen leider nicht ganz erfüllen
keine Wertung
Genre: Hardcore
Spielzeit: 15:13
Release: 09.03.2012
Label: Let It Burn Records

Split-CDs sind immer so eine Sache für sich, können sie doch böse ins Auge gehen, zumal, wenn sich die Bands gegenseitig covern. Gleichzeitig wurden durch Split-Releases aber auch schon ganze Monumente erbaut, unvergessen ist hier beispielweise die „The Split Programm“ von Caliban und Heaven Shall Burn, die solche Begeisterungsstürme hervorrief, dass ihr gleich noch ein zweiter Teil folgte.

Auf dem hier vorliegenden Werk haben es sich nun die beiden Hardcoretruppen Demoraliser und The Haverbrook Disaster gemütlich gemacht. Beide stürmen via Let It Burn Records die Szene, kommen aber aus recht unterschiedlichen Backgrounds. Die Karlsruher THD werden gerne mal als „Comeback Kids meets Heavy Mosh“ bezeichnet – eine blödsinnige Definition, aber sie macht in etwa klar, um was es hier geht: deftige Breakdowns und Melodie, vereint in recht kraftvollen Songs. Die Briten von Demoraliser treffen da schon eher auf die Zwölf, vernachlässigen aber ebensowenig wie ihre deutschen Kollegen die melodischen Parts.

Beginnen wir mit The Haverbrook Disaster und ohne zu weit vorausgreifen zu wollen stellt sich nach dem ersten Durchlauf die Frage, wieso auf solchen Splits immer die stärkere Band weniger Songs bekommt. Nicht, dass THD schwach wären, aber Demoraliser verbreiten eben doch eine Spur mehr Aggression und Chaos. „Memories Stay Forever“ rattert noch recht unbemerkt an einem vorbei, „Selfishness Is The New Black“ kann da aber mit seinen kreischenden Gitarren und dem ebenfalls kreischenden Andy schon mehr überzeugen. Die Truppe prügelt straight voraus, ein bisschen Old-School-Hardcorefeeling kommt auf – schönes Ding!

Das nächste Aufhorchen verursachen allerdings erst Demoraliser mit „Bitter Springs“ – die Leadgitarre weiß zu gefallen und verbreitet einen leichten Post-Hardcore-Touch, während James Dexter sich im Vordergrund die Lungen rauskotzt. Überhaupt muss man sagen, dass der Sound bei beiden Bands extrem gut ist, meckern kann man da schon mal nicht – aber von Let It Burn Records hatte man auch nichts anderes erwartet. In jedem Fall bringen Demoraliser ordentlich Schwung ins Geschehen, Groove ist auch reichlich vorhanden, da kann man sich auch mal in Zukunft näher mit der Band befassen.

Ein Highlight ist dann das schon finale „Trading Places“, ebenfalls von Demoraliser – auch hier steht das geniale Mainriff im Vordergrund, dazu das energische Organ des Sängers und die rasanten Doublebass-Attacken in den Strophen. Und dann die Zeile „My blood runs hotter than the gates of hell“, die mit soviel Inbrust und Zorn herausgeschrien wird – wer hier noch die Füße stillhalten kann, der hat keine Ahnung von Musik. Hammermäßiger Song und auf jeden Fall das absolute Glanzlicht der Scheibe!

Fazit: Die THD/Demoraliser-Split ist bei weitem nicht der große Wurf, den man sich erwartet oder erhofft hat. Ein paar nette Spielereien haben die beiden Bands in petto, wobei die Briten mit dem finalen Track ganz klar einen fetten Pluspunkt auf der Habenseite verbuchen können. Als kurzweilige Unterhaltung ist der Hardcore-Doppler aber gut zu gebrauchen und ein bisschen moshen geht ja immer

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