Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Grotesquery: Tales Of The Coffin Born

E.A. Poe und H.P. Lovecraft auf Death Metal-Trip
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 46:04
Release: 22.01.2010
Label: Cyclone Empire

Die Musiker Kam Lee (Bone Gnawer, Ex-Massacre) und Roger Johansson (Bone Gnawer, Paganizer, Ripspreader) sind für diese neue Band verantwortlich. Roger haut ja zur Zeit mit seinen Bands einige Scheiben für die Death Metal-Welt raus. Hier begeht man aber eher den Stil des frühen Death Metals, und angenehmerweise mit einigen melodischen Parts, was speziell mich erfreut, da ich ja nicht wirklich der beinharte Death-Maniac bin.

Ein düsteres Intro eröffnet „Coffin Birth“. Es gewittert, die Ratten quietschen und eine Stimme haut erste dunkle Verse raus, bevor es nach gut einer Minute dann mit kräftigen Doublebassattacken losgeht. Der Schädel zuckt, Kams Stimme ist trotz Growling noch verständlich und die Gruselgeschichte mit Inspiration von den Großmeistern E.A. Poe und H.P. Lovecraft nimmt ihren unheilvollen Verlauf. Der Sound ist fett und kräftig. Auch wenn ich mir eher eine zweite Gitarre wünschen würde, so stört das Einaxt-Gewitter nur marginal.

„This Morbid Child“ darf sich nur mit einer knapp halbminütigen Introsequenz schmücken. Eigentlich bin ich kein Fan von dergleichen, zumal es sich hier auch bei jedem Song  integriert, aber bei so einem Konzeptalbum, bei dem natürlich die Story mit im Vordergrund steht, ist dies nur schwer ohne zu handeln. Auch wenn der Spielfluss so ein wenig zerhackt wird, sorgt das tolle „This Morbid Child“ für einiges an Freude. Notorious B. Helgetun bearbeitet sein Schlagzeug einwandfrei und sorgt für den gelungenen taktischen Grundstock.

„That Thing Which Lurks In Shadows” sorgt für genug Nackenmuskeltraining und springt zwischen guten Melodien und heftigeren Death Metal-Parts hin und her, ohne dabei zerfahren zu wirken. Wirklich nicht schlecht, was Roger da am Sechssaiter bietet, wenngleich nicht unbedingt sehr innovativ oder extrem virtuos.

„Necromantic Ways“ ist eigentlich die perfekte Stilbeschreibung des hier zelebrierten Death Metals von The Grotesquery. Mit der sehr gelungenen, hier etwas variableren Gitarre sorgt das Ganze schon für ein wenig Melancholie an älteren Heavy Metal-Zeiten, gekonnt gepaart mit Death Metal. Das Tempo bleibt beschaulich und die vermittelte Stimmung sorgt im Zusammenspiel Text / Musik für leichte Gänsehaut.

„The Terrible Old Man“ zieht dann das Tempo wieder ein wenig an. Grand Master J. Berglund (so nennt er sich selber) (This Haven) sorgt im Einklang  mit dem Schlagwerker für sehr solide Kost, ohne dabei aber auch mal selber größere Akzente zu setzen. Schade, von einem „Grand Master“ hätte man wohl mehr erwartet.

„Sins Of His Father“ beginnt natürlich auch mit fast einer ganzen Minute Storyteller-Intro. Dann wird aber das Tempo für The Grotesquery-Verhältnisse gehörig forciert, bevor man mit Stakkato-Riffs und einem sehr gelungenen Slow Motion-Melodiebreak weitere Pluspunkte sammeln kann. Dazu die fast schon ein wenig beschwörenden Worte vom Kam Lee. Fast schon der abwechslungsreichste Song des Albums.

„Spirits Of The Dead“ will mir dann aber irgendwie gar nicht wirklich munden. Hauptsächlich wegen des Gesanges, der eine gewisse elektronische Verzerrung erhielt, die mir einfach nicht munden will. Musikalisch dafür aber zwar wie fast immer simpel, aber mit einigem an Charme.

„Nightmares Made Flesh“ wirkt dann irgendwie wie ein nicht zu schlecht geratener Lückenfüller. Er bleibt in keinster Weise im Ohr hängen, passt sich unscheinbar dem Gesamtkonzept an, rauscht aber einfach am Gedächtniszentrum vorbei, trotz der Screaming Backing Vocals.

„Sepulcher Macabre“ weiß da schon wieder besser zu gefallen, auch wenn das eher simple Gitarrenspiel hier zeitweise die Grenzen des Geschmacks weit dehnt. Zu häufig hat man das schon in hunderten Variationen ähnlich gehört, lediglich die Breaks schaffen hier ein wenig Abwechslung. Etwas mehr Thrash Metal-Gene hätten hier auch für einen deutlichen positiven Schub sorgen können. J. Berglund kann / darf dann auch mal ein wenig dominanter mitzocken, was auch noch zur kleinen Rettung des Songs beiträgt.

Das Ende besiegelt dann „Fall Of The House Of Grotesque”. Mit wilden Flüchen vom im Sarg geborenen Sohn wird der Vater, der den unheilvollen Pakt mit den Göttern des Todes geschlossen hat, um das Leben des Filius zu erhalten, bedacht. Das Feuer züngelt am missgestalteten Homunkulus und das Ende ist besiegelt. Mit gutem, urtypischen Death Metal untermalt, freut man sich, dass die Welt wieder etwas sicherer geworden ist. Aber ist das wirklich das Ende? Das wird das nächste The Grotesquery-Album zeigen. Starker letzter Song.

Fazit: Ein gutes Album, welches an die traditionsbewussten Deather gerichtet ist. Wer den inzwischen so beliebten Frickel-Death Metal hören will, muss woanders suchen. Wenn man von der 46-minütigen Spielzeit noch die Erzählintros abzieht, dann bleiben weniger als 40 Minuten Musik, was natürlich schon recht wenig ist.

comments powered by Disqus

Spektakulärer Abend, der kaum zu übertreffen ist

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17