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The Ghost Rockets: The Ghost Rockets

Unbekannte Flugobjekte auf steilem Kurs
Wertung: 8/10
Genre: Alternative/Stoner Rock
Spielzeit: 38:04
Release: 15.01.2010
Label: Dancing In The Dark Records

Was bitteschön sind "Ghost Rockets"? Das allwissende Onlinewesen namens Wikipedia liefert auch auf diese Frage fundierte Auskunft: Die Geisterraketen sind mysteriöse Flugobjekte, die Mitte der 1940er Jahre in Schweden gesichtet wurden und damit auf ähnlichem Posten wie Fliegende Untertassen und die im 2. Weltkrieg beobachteten Foo Fighter stehen. Was das Ganze mit der Musik der Schweinfurter Alternative-Rockband The Ghost Rockets zu tun hat? Nun, warum diese ihren Namen so gewählt hat ist recht leicht ersichtlich, schließlich weist ihr Sound nicht nur eine gewisse Ähnlichkeit zu Dave Grohls Truppe auf; das Quintett nennt eben jene auch selbst als Referenz. Einfallsreicher Alternative Rock mit leichtem Pop- und gelegentlichem Stoner-Einfluss schlägt dem Hörer vom selbstbetitelten Debütalbum dementsprechend entgegen – nicht mehr aber auch absolut nicht weniger.

Der Opener "Morphosis" rumpelt mit wüstentrockenen Riffs und jaulenden Gitarren geradewegs Richtung Sonnenuntergang wie einst die Steinzeitköniginnen im Video zu "Go With The Flow". Mehrstimmige Gesangspassagen kriegt man hier ebenfalls zu hören, zwischendrin auch gerne Mal in bester Alice In Chains-Manier. Gitarrensoli und sphärische Klänge fügen sich gelungen inszeniert ins Gesamtbild ein. Nahtlos gleitet der Track dann in "Sunchild" über, wo sich der Foo Fighters-Einfluss erstmals deutlich in den "grohligen" Backgroundshoutings äußert. Von diesen abgesehen bleibt leider nicht viel hängen und so muss es sich der überdies noch recht kurz geratene Song gefallen lassen, als Lückenfüller zwischen dem guten Opener und dem noch ein bisschen besseren "When Machines Dream" verbucht zu werden. Letzterer hat nämlich so ziemlich alles aufzubieten, was man von einem guten Alternative-Rocksong erwartet: fettes Riffing, emotionalen, vielseitigen Gesang, der sich abwechselnd in Sperrigkeit und eingängige Melodie hüllt, sowie einen netten Groove, der das Ganze zusammenhält.

"The Eyes Of..." übertreibt es meiner Meinung nach etwas mit der Melodielastigkeit, die The Ghost Rockets ansonsten ganz gut im Griff haben – hier schlagen sie ein wenig über die Stränge, wodurch der Song recht beliebig gerät und wie viel zu viel anderes, was man schon gehört hat, klingt. Glücklicherweise stehen dem Songs wie "Golden Monogram" gegenüber, die nicht nur ins Ohr gehen, sondern auch von einem gewissen Mut zum Experiment – im oben genannten Fall ist es ein stellenweise ziemlich dissonantes Klavier – zeugen.

Manchem wird das auf Albumlänge Dargebotene zu melodisch-poppig und zu konventionell sein, aber alles in allem können die Geisterraketen mit ihrer Debütplatte wirklich überzeugen. Mit technischem Können und sichtbarem Feingefühl schafft es der Fünfer, aus Alternative und Stoner eine zwar bekannt erscheinende, in dieser Form aber stellenweise doch noch recht eigene Mischung zu kreieren. Wenn man die Referenzen zu Hilfe nehmen möchte, die die Band selbst anlegt, könnte man The Ghost Rockets als experimentellere Foo Fighters oder bodenständigere, harmlosere Queens Of The Stone Age bezeichnen – irgendwo zwischen diesen Polen machen die Schweinfurter ihr eigenes Ding.

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